Berlin - Bei der Heimniederlage von Hertha BSC gegen den SC Freiburg war ein Berliner der Matchwinner: Maximilian Philipp schoss das 2:0 für die Breisgauer. Es war das erste Bundesligator des 20-Jährigen.

Im Interview rang der gebürtige Berliner merklich um Fassung. Zu überwältigend waren Freude und Genugtuung beim deutschen U20-Nationalspieler, der in der Hertha-Jugend einst das Kicken begann, ehe er über Tennis Borussia Berlin und Energie Cottbus Anfang 2013 in die Fußballschule des SC Freiburg kam.

Frage: Herr Philipp, Sie haben heute Ihr erstes Bundesligator erzielt. Noch dazu war es in Ihrer Geburtsstadt Berlin der Siegtreffer gegen Ihren Ex-Klub Hertha BSC. Was ist das für ein Gefühl?

Maximilian Philipp: Das ist unbeschreiblich für mich.

"Habe die ganze Woche davon geträumt"

Frage: Haben Sie selber im Vorfeld an diese Möglichkeit gedacht?

Philipp: Ich habe schon die ganze Woche davon geträumt. Das ist ja meine Heimatstadt, und wenn ich hier ein Tor schieße, so wie ich es jetzt gemacht habe, dann... Ich weiß gar nicht, meine Gefühlslage ist wirklich unbeschreiblich.

Frage: Dafür war Ihr Jubel aber noch relativ dezent, oder?

Philipp: Ja, meine Mitspieler kamen alle schon angerannt und ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Ich war selber völlig überfordert.

"Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel"

Frage: Also haben Sie sich in Ihren Träumen nicht gleich noch ausgemalt, wie Sie jubeln würden?

Philipp: Nein, gar nicht. Die Mannschaftskollegen haben mich alle geherzt. Das war super!

Frage: Zum Spiel - war die Mannschaft wegen der vielen Verletzten vielleicht nochmal besonders motiviert?

Philipp: Nein, da ist eigentlich jedes Bundesligaspiel gleich, nur der Gegner ändert sich. Aber eine Extra-Motiviation braucht man da nicht. Wir wissen, dass wir die Punkte brauchen. Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. So sind wir da reingegangen. Man hat ja gesehen, wie wir gefightet haben. So hatte Hertha keine echte Chance gegen uns.

"Etwas Schöneres hätte ich mir nicht vorstellen können"

Frage: War der Sieg und Ihr Tor gegen Ihren Ex-Klub eine besondere Genugtuung für Sie?

Philipp: Natürlich ist das was Besonderes. Ich bin hier groß geworden, ich habe hier meine ersten Schritte gemacht. Also etwas Schöneres hätte ich mir heute wirklich nicht vorstellen können.

Frage: Waren auch alte Freunde auf der Tribüne?

Philipp: Ja, es waren alte Freunde da, mit denen ich in der Hertha-Jugend noch zusammengespielt habe. Meine ganze Familie, die ganze Verwandtschaft - alle waren da.

"15 Karten waren drin, 50 sollte ich organisieren"

Fragen: Haben Sie für die alle vorher Karten besorgt?

Philipp (lacht): Nein, das habe ich nicht geschafft - so viele hatte ich leider nicht. 50 sollte ich organisieren, 15 waren es dann.

Frage: Aber Sie müssen jetzt trotzdem mit der Mannschaft zurückfahren, oder dürfen Sie noch in Berlin feiern?

Philipp: Klar muss ich zurück. Morgen geht es doch weiter mit dem Training. Ich freue mich gemeinsam mit der Mannschaft. Aber in sechs Tagen ist gegen die TSG Hoffenheim das nächste Spiel. Darauf müssen wir uns vorbereiten.

Aufgezeichnet von Andre Anchuelo