Köln - Er ist ein waschechter Hamburger Jung. Maxi Beister gehört für die meisten Hamburger zum HSV wie das Fischbrötchen zum Hafen. Aber diese Zeit ist nun zu Ende. Der Mittelfeldmann und der Hamburger SV gehen fortan getrennte Wege. Bundesliga.de stellt Ihnen den 24-Jährigen auf seinem Weg nach Mainz einmal genauer vor.

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Maximilian Beisters letzte Monate bei den Hanseaten waren keine glanzvollen. Im Januar 2014 zieht er sich einen Riss des Kreuzbandes und einen Knorpel- und Meniskusschaden im Knie zu. Er fehlt die restliche Saison, ebenso wie die gesamte Hinrunde der Saison 2014/15. Nach knapp einem Jahr feiert er in einem Testspiel sein Comeback, wenig später kommt er auch in der Liga wieder zum Einsatz. Allerdings bleibt es bei lediglich vier Einsätzen als Einwechselspieler, insgesamt steht er nur knapp 70 Minuten auf dem Platz. Für den jungen Mann nicht zufriedenstellend.

Unternehmer mit eigenem Verein

Die Zwangspause und die damit verbundenen langen Monate ohne Fußball, nutzt Beister für neue Ideen. In seiner Heimatstadt gründet er zusammen mit seinem Vater und ehemaligen Jugend-Coach den Verein SC Lüneburg. "Die Grundidee ist, dass die Mannschaft, mit der ich früher beim VfL Lüneburg in der Jugend gespielt habe, sich noch einmal vereinigt", so Beister in einem Interview mit der dpa.

"Wir wollen einen leistungsorientierten Fußballverein aufbauen. Dabei möchten wir auch auf den Nachwuchs setzen. Wir hoffen, dass wir schon bald eine zweite Herren- und die erste Jugendmannschaft ins Leben rufen können." Der Profi fiebert bei Spielen an der Seitenlinie mit und hilft auch sonst wo Not am Mann ist. "Ich bin der Repräsentant, kümmere mich aber auch um organisatorische Dinge und bestimme den Spielerkader mit. Es macht Spaß, einen Club von klein auf aufzubauen. Daher versuche ich, alle meine Fähigkeiten und mein Netzwerk in den Club einzubringen." Ohne Fußball geht es bei Beister eben nicht.

Doch auch abseits des Fußballplatzes ist Maxi Beister voller Tatendrang. Zusammen mit zwei Freunden entwickelt er den "Snaxcup" und bringt diesen im Dezember 2014 auf den Markt. Der "Teller-Becher" ist eine Entwicklung, die jedem Fan den Stadionbesuch erleichtern soll. Das Konstrukt vereint den Cola-Becher mit der Curry-Wurst-Schale. Ein europaweites Patent ist beantragt.

Ein Neubeginn

Die Vertragsauflösung mit Beister überrascht. Viele hielten den Flügelflitzer für einen der Spieler, die in der kommenden Saison für frischen Wind sorgen sollten - auch weil der Vertrag bis 2016 unterzeichnet war. Doch der Hamburger SV hat andere Pläne und da die hohen Gehalts- und Ablöseforderungen kaum für Interesse auf dem Bietermarkt sorgten, entscheiden sich beide Parteien für eine Vertragsauflösung. Die Spekulationen beginnen: Kehrt der gebürtige Göttinger zu seinem ehemaligen Club Fortuna Düsseldorf zurück? Beister spielt ab 2010 für zwei Jahre bei dem Zweitligist um Spielerfahrung zu sammeln.

Doch nur wenige Stunden später gibt der 1. FSV Mainz die Verpflichtung des Mittelfeldmannes bekannt. Maxi Beister unterschreibt einen Dreijahresvertrag bei den Rheinhessen. Für den 24-jährigen bedeutet der Wechsel nach Mainz auch die Möglichkeit seine Verletzungen hinter sich zu lassen, in der Bundesliga anzugreifen und zu zeigen was er kann.

Judith Rönnau