Köln -  Die Champions League ruft. Max Kruse hat soeben dazu beigetragen, dass seinem jetzigen Verein Borussia Mönchengladbach die Qualifikation für die Champions League kaum noch zu nehmen ist. Dennoch zieht es den Angreifer nach Wolfsburg, Kruse will den direkten Weg nach oben nehmen. Nicht immer ging es in seiner Karriere so voran.

Am Rande des Spiels des VfL Wolfsburg beim SC Paderborn verkündete Wölfe-Manager Klaus Allofs, dass Kruse einen Vertrag bis 2019 in Wolfsburg unterzeichnet hat. Den Wölfen - und damit auch Kruse - ist die direkte Champions-League-Qualifikation nicht mehr zu nehmen. Kruse macht damit den nächsten Schritt in seiner Karriere, die lange Zeit nicht sehr geradlinig verlief.

Fehlende Konstanz bremst Kruse aus

Nachdem er bei Werder Bremen als 19-Jähriger die Chance bekam, in der Bundesliga zu spielen, musste er zunächst lernen mit Rückschlägen umzugehen. Nach seinem Debüt in Werders Profimannschaft folgte trotz einer Torbeteiligung kein weiterer Einsatz. Nach anderthalb Spielzeiten in der Reserve der Bremer entschied sich Kruse, beim FC St. Pauli neu anzufangen. Dort war er zwar Stammspieler, der richtige Durchbruch wollte ihm aber auch dort nicht sofort gelingen.

"Ich hatte viele Jahre, in denen ich eine gute Halbserie gespielt habe", sagte Kruse in einem Interview mit dem Magazin "11 Freunde". Gefehlt hat aber die Konstanz. Die kam erst, als er zum SC Freiburg ging und dort in den Sturm gestellt wurde. "Für mich war es Glück, dass ich die Chance in Freiburg bekommen habe und dort mit der Mannschaft eine sehr gute Saison gespielt habe", sagt Kruse. Diese Saison reichte, um Borussia Mönchengladbach auf sich aufmerksam zu machen.

Die Fohlen profitierten von einer Ausstiegsklausel und schnappten sich den Hobby-Pokerspieler. Unter Lucien Favre legte Kruse noch eine Schippe drauf. In seinen 64 Bundesliga-Spielen für die Borussia traf er 23 Mal. Und weil er wieder eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat, schlug nun der VfL Wolfsburg zu. Mit 27 Jahren ist Max Kruse dort, wo er sein will. "Jeder will in der Champions League spielen", sagte er Ende April im Interview mit bundesliga.de.

Zu lange auf sein Talent verlassen

Warum er länger gebraucht hat, um sich endgültig durchzusetzen, hat der selbstkritische Angreifer schon vor zwei Jahren erkannt. "Mir ist klar geworden, dass ich mich zu lange auf meine Begabung verlassen habe", sagte er damals gegenüber "11 Freunde".  Er begann härter zu arbeiten, in der Sommerpause zu trainieren und darauf zu achten, dass er sich in seinem Körper wohl fühlt. Mit Christian Streich und Lucien Favre hatte er zudem zur richtigen Zeit die richtigen Trainer. Sie förderten und forderten ihn. Wölfe-Coach Dieter Hecking wird diese Arbeit nun weiterführen.

"Max hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und zählte in seinen Teams immer zu den Leistungsträgern", sagt Hecking auf der Homepage des VfL Wolfsburg. "Nach den sehr guten Gesprächen mit Klaus Allofs und Dieter Hecking war für mich klar, dass ich zum VfL wechseln möchte, da die Spielweise zu mir passt und der Kader über eine große Qualität verfügt", wird Kruse dort zitiert. In Wolfsburg erwartet ihn ein noch härterer Konkurrenzkampf, als bei seinen bisherigen Stationen.

Aber das wird ihn nicht beeindrucken. "Fußball ist ein Tagesgeschäft und man muss sich jeden Tag neu beweisen", sagt Kruse. Seitdem er dieser Prämisse folgt, geht es für ihn steil bergauf. Was ihm bisher noch fehlt, sind Titel. Wenn sein Weg so weitergeht wie in den letzten Jahren, sollten aber auch die nur noch eine Frage der Zeit sein.

Sebastian Stenzel