Wolfsburg - Max Kruse war mit seinem Dreierpack gegen die TSG Hoffenheim der absolute Matchwinner. Zum ersten Mal in seiner Profikarriere schoss er drei Tore in einem Spiel, zudem waren es die ersten Bundesliga-Treffer im Trikot des VfL Wolfsburg. "Das war nur der Anfang, sicherlich kein schlechter", sagte er im Interview nach dem Spiel, stellte aber sofort klar: "Wenn ich damit schon zufrieden wäre, wäre ich hier an der falschen Stelle."

Frage: Herr Kruse, Ihr erster Dreierpack und Ihre ersten Bundesliga-Tore für den VfL Wolfsburg. Viel besser hätte es nicht laufen können...

Max Kruse: Das stimmt. Ich habe den Ball dreimal gut aufgelegt bekommen und dann auch immer ganz gut getroffen. Es ist ein schönes Gefühl, aber nur ein Anfang. Drei Tore habe ich überhaupt noch nie geschossen, deswegen ist das für mich sicher nicht normal.

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"Kann auch mit drei Treffern gut leben"

Frage: Wie analysieren Sie dieses Spiel?

Kruse: Wenn man schon 2:0 führt, dann muss man es auch über die Zeit bringen. Anfang der zweiten Halbzeit bekommen wir den Ausgleich. Das war ärgerlich und ein schlechter Zeitpunkt. Dennoch hat man gesehen, dass die Mannschaft gewillt war dieses Spiel unbedingt zu gewinnen. Insgesamt gesehen haben wir über 90 Minuten eine sehr engagierte und leidenschaftliche Leistung auf den Platz gebracht.

Frage: Unter der Woche haben Sie bereits für die Nationalmannschaft das wichtige 2:1 gegen Georgien geschossen, jetzt haben Sie den VfL fast im Alleingang zurück in die Erfolgsspur geführt. Läuft im Moment so richtig gut bei Ihnen. Am Ende vergeben Sie noch die riesengroße Chance zum 5:2. Wären vier Tore heute zu viele gewesen?

Kruse (schmunzelt): Das sind zwei sehr schöne Momente in nur einer Woche für mich, darüber freue ich mich riesig. Am Ende kann ich aber auch mit drei Treffern sehr gut leben.

"Ein Anfang, sicherlich kein schlechter"

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Frage: Sie haben auf einer etwas veränderten Position gespielt. Das scheint richtig gut funktioniert zu haben. Was hat Dieter Hecking Ihnen unter der Woche gesagt und war das auch die Konsequenz aus der leichten Kritik, die zuletzt aufkam?

Kruse: Wir hatten ein kurzes Einzelgespräch, in dem er mir meine neue Rolle erklärt hat. Ich soll noch weiter vorne spielen, quasi als zweite Spitze neben Bas Dost. Das hat sehr gut funktioniert. Meine Leistungen waren aber auch in den letzten Wochen schon nicht schlecht und man kann nicht sagen, dass ich nicht mein Bestes gegeben habe.

Frage: Sind Sie jetzt so richtig in Wolfsburg angekommen und hat Ihnen dieses Tor für die DFB-Elf noch mal einen extra Schub gegeben?

Kruse: Natürlich ist es schön, mit so einem Tor im Rücken nach Wolfsburg zurückzukommen. Trotzdem läuft es dann auch nicht von alleine im Verein. Wie bereits gesagt, habe ich auch in den letzten Wochen schon ordentliche Leistungen gebracht, auch wenn das dann noch nicht in Toren geendet ist. Der Trainer und ich haben zusammengesessen und gemeinsam erarbeitet, wie ich noch ein bisschen torgefährlicher werden kann. Das war ein Anfang, sicherlich kein schlechter. Wenn ich damit schon zufrieden wäre, wäre ich hier an der falschen Stelle. Wir haben jetzt ein paar englische Wochen vor der Brust. Es geht sofort weiter.

"Alles entgegensetzen und Lösungen finden"

Frage: Sie sagen es: Nächste Woche steht erst das Champions-League-Spiel gegen Eindhoven und dann das Bundesliga-Match gegen Darmstadt an. Welcher ist der gefährlichere Gegner?

Kruse: Das ist schwer zu sagen. Darmstadt präsentiert sich zur Zeit sehr gefestigt, aber auch PSV ist nicht umsonst in die Champions League eingezogen. Es werden zwei ganz verschiedene Spiele. Jedes wird für sich eine ganz schwere Aufgabe. Wir konzentrieren uns jetzt natürlich erstmal auf Eindhoven, versuchen das Spiel erfolgreich zu bestreiten, um eine gute Ausgangsposition in der Königsklasse zu haben. Dann fahren wir nach Darmstadt, wo der Gegner sicherlich nicht so offen steht und versucht mitzuspielen. Das müssen wir einkalkulieren und wenn es so kommt, müssen wir alles entgegensetzen und Lösungen finden.

Aufgezeichnet von Dennis-Julian Gottschlich