Hamburg - Gleich auf sechs Positionen hatte Lucien Favre seine Mannschaft gegenüber dem 0:1 am Donnerstag in der Europa League  beim FC Sevilla verändert. Das Ergebnis blieb das Gleiche.

Neun Mal waren die Fohlen in der aktuellen Spielzeit auf europäischer Ebene aktiv, neun Mal konnten sie das folgende Bundesliga-Spiel nicht gewinnen (sieben Remis, zwei Niederlagen). Dabei hatten die Rheinländer im Sonntgasspiel beim Hamburger SV die Chance, sich von den direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Ränge abzusetzen. Die hatten in ihren Samstagsspielen Punkte gelassen. Den Fohlen ging es beim 1:1 gegen den eine Woche beim 0:8-Debakel in München schwer angeknockten Hamburger SV nicht besser. Der Tabellen-Dritte kam über einen Punkt nicht hinaus (Spielbericht).

"Können HSV und Paderborn nicht an die Wand spielen"

Trotzdem will Max Eberl nichts von zwei verschenkten Punkten wissen. "Wir können den HSV oder Mannschaften wie Paderborn und Mainz (die kommenden Gegner; die Red.) nicht an die Wand spielen. Dafür ist die Bundesliga zu stark", stellte Gladbachs Sportdirektor nach der Partie klar und gewann dem späten Ausgleich durch Branimir Hrgota in der Nachspielzeit eine durchaus positive Seite für das Rückspiel am Donnerstag ab: "Die Art und Weise wie wir heute besonders nach dem Rückstand gespielt und uns den Ausgleich erkämpft haben, wird uns einen Push geben für eine schöne Pokalnacht."

Frage: Herr Eberl, 1:1 beim Hamburger SV. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Max Eberl: Der Punkt entspricht dem Spielverlauf. Auch wenn der Zeitpunkt zu dem der Ausgleich fiel, natürlich sehr glücklich war, es ist ein gerechtes Unentschieden. Besonders beeindruckend war der Kampfgeist der Mannschaft. Sie hat bis zum Schluss alles gegeben. Es gab Zeiten in der Vergangenheit, da hätten wir so ein Spiel verloren.

Frage: Die Tabellennachbarn im Kampf um die Champions-League-Plätze haben Punkte liegenlassen. Hat der VfL hier heute nicht zwei Punkte verloren und die Chance verpasst, sich abzusetzen?

Eberl (lacht): Auf die Frage habe ich gewartet. Wir können den HSV oder Mannschaften wie Paderborn und Mainz (die kommenden Gegner; die Red.) nicht an die Wand spielen. Dafür ist die Bundesliga zu stark. Egal gegen wen wir spielen, es steht immer eine gute Mannschaft auf der anderen Seite. Da entscheiden manchmal Kleinigkeiten, geben Verletzungen oder die Tagesform den Ausschlag.

"Jede Serie geht zu Ende"

Frage: Aber es war bei neun Europa-League-Spielen das neunte folgende Liga-Spiel, das Mönchengladbach nicht gewinnen konnte. Sind die Reisestrapazen und vielen Spiele ein Nachteil?

Eberl: Natürlich hatten wir das Europacup-Spiel von Donnerstag noch in Knochen. Aber andererseits wollen wir doch alle international spielen. Das macht doch Spaß. Und wir haben den Kader ja auch so aufgestellt, dass wir rotieren können. Außerdem geht jede Serie mal zu Ende.

Frage: Was dürfen die Fans nach dem 0:1 in Sevilla im Rückspiel am Donnerstag erwarten?

Eberl: Die Art und Weise wie wir heute besonders nach dem Rückstand gespielt und uns den Ausgleich erkämpft haben, wird uns einen Push geben für eine schöne Pokalnacht. Wenn  wir das erste Tor machen, beginnt ja alles von vorn. Und zu Hause sind wir mit den Zuschauern im Rücken ein Mann mehr.

Aufgezeichnet von Jürgen Blöhs