Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl spricht im Interview mit borussia.de über den Rückrundenstart, die aktuelle Lage in der Bundesliga und das bevorstehende Derby gegen den 1. FC Köln.

Frage: Borussia hat in der zurückliegenden Englischen Woche sechs von neun möglichen Punkten geholt. Wie bewertest du diesen Rückrundenstart?

Max Eberl: Wenn man bedenkt, dass wir in den ersten drei Rückrundenspielen zweimal auswärts ran mussten, kann man mit der Ausbeute von sechs Punkten sehr zufrieden sein und entsprechend von einem guten Start in die Rückrunde sprechen. Nichtsdestotrotz hat man natürlich immer das jüngste Spiel im Kopf – und nachdem wir die ersten beiden Begegnungen in Stuttgart und gegen Freiburg für uns entschieden haben, hätten wir natürlich gerne am Freitag auf Schalke nachgelegt.

Frage: Woran hat es in deinen Augen gelegen, dass das Spiel dort knapp mit 0:1 verloren gegangen ist?

Max Eberl: Die Erklärung ist relativ einfach: Ihre frühe Führung hat den Schalkern sehr in die Karten gespielt, weil sie danach ihr Spiel durchziehen konnten. Sie haben sich weit in die eigene Hälfte zurückgezogen und extrem gut verteidigt. Leider sind uns keine Lösungen eingefallen, um ihre kompakte Defensive in Verlegenheit zu bringen. Wir hatten viel Ballbesitz und haben alles versucht, um Lücken zu schaffen. Unter dem Strich ist uns das aber zu selten gelungen, weshalb wir es nicht geschafft haben, zumindest noch den Ausgleich zu erzielen.

"Nach der Winterpause sind Resultate wichtig"

Frage: Zwei Tore erzielt, nur einen Gegentreffer kassiert. Kann man aus diesen Zahlen ableiten, dass Borussia derzeit defensiv sehr gut steht, offensiv aber noch Luft nach oben hat?

Max Eberl: Das ist mir etwas zu einfach gedacht. Gerade nach der Winterpause ist es erst einmal wichtig, gute Resultate zu erzielen. In der gesamten Liga fallen momentan generell nicht so viele Tore. Auch das Spiel am Freitag hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, eine gute Defensive zu stellen. Wir haben schon gezeigt, dass wir besser Fußball spielen können, aber was hätte es genutzt, wenn wir dreimal gut gespielt, aber nur zwei Punkte geholt hätten? Dann hätten alle von einem Fehlstart gesprochen.

"ich schaue nicht auf das große Ganze"

Frage: Im Rennen um die internationalen Plätze geht es weiter sehr eng zu. Platz drei und Rang sechs trennen gerade einmal zwei Punkte. Der Siebte folgt dagegen schon mit einem Abstand von sechs Zählern. Wie schätzt du die aktuelle Ausgangslage ein?

Max Eberl: Die ersten drei Rückrundenspiele haben das Tabellenbild oben etwas entzerrt und unten weiter verdichtet. Der Abstiegskampf ist noch enger geworden, selbst auf einem einstelligen Tabellenplatz gehört man momentan zu dem Kreis, der nicht frei von Sorgen ist. Mit den sechs Punkten aus den ersten drei Rückrundenpartien haben wir es geschafft, uns im oberen Tabellendrittel festzubeißen. Trotzdem sind erst 20 Spieltage um, deswegen schaue ich gar nicht auf das große Ganze. Man muss Woche für Woche punkten, um erfolgreich zu sein. Wenn man dann ein paar Spieltage vor dem Ende weiter oben dabei ist, kann man seine Ziele klarer formulieren. Aktuell gilt für uns nur, gegen den 1. FC Köln wieder zu punkten.

Frage: Nach fast drei Jahren Wartezeit kommt es am Samstag im BORUSSIA-PARK wieder zum Derby gegen den 1. FC Köln. Wie groß ist deine Vorfreude?

Max Eberl: Ich habe mich im vergangenen Frühjahr sehr gefreut, dass der FC wieder aufgestiegen ist, weil wir nun wieder das Derby spielen können. Ich lebe inzwischen mehr als 16 Jahre am Niederrhein und weiß um die Brisanz dieses Duells. Das ist definitiv kein Spiel wie jedes andere, sondern bleibt immer etwas Besonderes. Im Hinspiel war die Vorfreude zeitlich etwas eingeschränkt, weil wir donnerstagabends zuvor noch in der Europa League gespielt haben. Diesmal haben wir eine normale Bundesligawoche vor uns und können uns einige Tage auf ein Derby mit viel Einsatz, Leidenschaft, Herz und einer tollen Atmosphäre freuen.

"Die Kölner verteidigen unheimlich gut"

Frage: Der FC holte schon 16 Punkte in der Fremde und ist damit nach dem FC Bayern München das zweitbeste Auswärtsteam der Liga. Was macht diese Mannschaft vor allem auswärts gefährlich?

Max Eberl: Ihr Start in die Rückrunde mit drei Spielen ohne Gegentreffer zeigt, dass die Kölner unheimlich gut verteidigen. Zuhause tun sie sich etwas schwerer, weil dort auch die gegnerischen Teams abwarten können. Auswärts ist es andersherum, da müssen ihre Gegner das Spiel machen, während die Kölner sich aufs Kontern verlegen können. Diese Qualität nutzen sie auswärts eiskalt aus. Beim jüngsten 2:0-Sieg in Hamburg standen sie defensiv sehr stabil und haben vorne drei Chancen zu zwei Toren genutzt, da sind sie sehr effektiv.

Frage: In den Medien wird derzeit spekuliert, dass dass Thorgan Hazard im Sommer endgültig zum VfL wechselt. Wie ist der aktuelle Stand bei dieser Personalie?

Max Eberl: Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen mit dem FC Chelsea. Fakt ist, dass Thorgan gerne hier bleiben würde, Fakt ist ebenso, dass Chelsea signalisiert hat, dass sie sich vorstellen können, ihn abzugeben, und Fakt ist auch, dass wir sehr interessiert daran sind, Thorgan zu verpflichten. Das alles sind drei positive Zeichen, die wir nun versuchen in einen Einklang zu bringen und am Ende natürlich möglichst in einem Vertrag enden zu lassen.