Köln - Borussia Mönchengladbach hat mit Reece Oxford den fünften neuen Spieler verpflichtet. Mit gerade einmal 18 Jahren ist er ein Mann für die Zukunft und reiht sich nahtlos in die Reihe der jungen, talentierten Neuzugänge ein, die die Gladbacher in den letzten Jahren immer wieder entdeckt und geformt haben. Sportdirektor Max Eberl hat ein Gespür für aufstrebende Talente.

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Vier der fünf neuen Spieler, die Borussia bislang im Sommer geholt hat, sind 20 Jahre oder jünger. Dass sich neben Oxford auch Denis Zakaria (20), Mickael Cuisance (17) und Julio Villalba (18) entschlossen haben, nach Mönchengladbach zu wechseln, kommt nicht von ungefähr. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass man sich als junger Spieler am Niederrhein entwickeln kann und eine Chance bekommt, sich gegen die erfahrenere Konkurrenz zu beweisen.

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Dabei sondieren die Gladbacher Verantwortlichen den Markt nicht nur national und auf europäischer Ebene. Im Winter 2017 etwa schlug Eberl in Paraguay zu und sicherte sich die Dienste des 18-jährigen Julio Villalba (Cerro Porteno). Der Stürmer blieb allerdings bis zum Ende der Saison an seinen Heimatverein ausgeliehen und schlüpft erst erst zur Spielzeit 2017/18 ins Borussia-Trikot.

Sie reihen sich ein in eine längere Liste von Transfers, die sich zuletzt bei den Fohlen weiterentwickeln konnten und teilweise zu absoluten Top-Spielern gereift sind. 2009 begann beispielsweise Marco Reus seine Bundesliga-Karriere bei der Borussia und reifte zu einem absoluten Bundesliga-Star.

Große Transfergewinne beim Weiterverkauf

Als Reus 2012 zu Borussia Dortmund wechselte, kam mit Granit Xhaka ein anderes vielversprechendes Talent nach Mönchengladbach. Der damals 19-jährige Mittelfeldspieler nutzte seine Chance und entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt der Fohlen-Elf, bevor er vier Jahre später schließlich in Richtung FC Arsenal weiterzog, und die Borussia - wie bei Reus - einen großen Transfergewinn einfahren konnte - der wiederum in neue Nachwuchsspieler investiert werden konnte.

Es folgten Akteure wie Thorgan Hazard, Nico Elvedi oder Andreas Christensen, die sich schnell zu wichtigen Bausteinen in der Mannschaft entwickelten. Innenverteidiger Christensen etwa war in der zurückliegenden Saison der zweikampfstärkste Spieler der Bundesliga (68 Prozent). In die Fußstapfen des zum FC Chelsea zurückgekehrten Dänen könnte nun Reece Oxford treten.

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Aber auch, wer es nicht die Startelf schafft, wird in Mönchengladbach nicht aussortiert. Ganz im Gegenteil. Die Talente werden mit Blick in die Zukunft verpflichtet und können sich Schritt für Schritt entwickeln. Ein gutes Beispiel ist Laszlo Benes. Der Slowake kam zur Saison 2016/17. Doch die Konkurrenz im Mittelfeld war zu groß für den damals 18-Jährigen, der sich über die zweite Mannschaft in der Regionalliga West weiterentwickelte und zum Ende der Spielzeit dann seine Einsatzzeiten bekam. Mit Mamadou Doucoure und Djibril Sow stehen zwei weitere Talente in Lauerstellung, die bereits seit einem Jahr zum Kader gehören.

Benes ist jetzt bereit für höhere Aufgaben und tritt die Nachfolge von Stratege Mahmoud Dahoud an, der zu Borussia Dortmund geht. Dahoud steht mit 21 Jahren ebenfalls erst am Anfang seiner Karriere, er kommt allerdings aus dem eigenen Nachwuchs, von dem ebenfalls immer wieder Spieler aufrücken und zu den Profis stoßen.

Pro- und Contra bei Leihgeschäften

Gladbach leiht Oxford von West Ham United aus. Auch das ist typisch für die Transferpolitik der Borussia. Auch Hazard und Christensen kamen einst auf Leihbasis an den Niederrhein. Das hat den Vorteil, dass der Spieler, wenn er sich nicht behaupten kann, nicht an den Verein gebunden ist und der Verein nur ein geringes Risiko mit der Verpflichtung eingeht. Es bedeutet aber auch, dass Eberl seine Jungstars nur für eine kurze Zeit zur Verfügung stehen und sie, wenn sie sich gerade richtig in die Mannschaft eingefunden haben, eventuell wieder abgeben muss. Das ist der Nachteil. Bei Hazard fand Mönchengladbach vor zwei Jahren eine Lösung und verpflichtete ihn fest vom FC Chelsea.

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Man darf also gespannt sein, welches hochveranlagte Talent der Fohlen als nächstes den Durchbruch in der Bundesliga schafft und in die Fußstapfen von Reus, Xhaka oder Dahouzd tritt.

Kristina Jäger

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