Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kann den von ihm trainierten israelischen Erstligisten Maccabi Netanya jederzeit verlassen, wenn er seine Sicherheit aufgrund des militärischen Konflikts im Gazastreifen gefährdet sieht.

Dies wurde dem Trainer von Clubchef Daniel Jammer zugesichert.

"Kein Grund zur Flucht"

"Lothar und ich sind so verblieben, dass ich ihm jederzeit freistelle zu gehen, sollte der Moment kommen, an dem er und seine Gattin sich nicht mehr wohlfühlen. Wenn jemand mental mit der Situation nicht umgehen kann, soll er sich eine Auszeit nehmen", sagte der Frankfurter Geschäftsmann Jammer der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag-Ausgabe).

Matthäus selbst sieht derzeit keinen Anlass für einen Abschied. "Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, hier die Flucht zu ergreifen", erklärte der 150-malige Nationalspieler: "Ich habe schon mehrere Anrufe von Freunden aus Deutschland erhalten. Doch die Wahrheit ist, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Denn rein geografisch sind wir weit von der Gefahrensituation entfernt."

Spielbetrieb ausgesetzt

Trotz der räumlichen Distanz von rund 120 km zum Gazastreifen will sich Matthäus aber alle Optionen offenhalten. "Sollte sich die Situation dahingehend verändern, dass wir in Gefahr sind, werden wir das Land natürlich verlassen. Aber wie gesagt, es gibt derzeit dazu überhaupt keinen Anlass. Wir fühlen uns zum jetzigen Zeitpunkt absolut sicher", meinte der Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 1990, der trotz der angespannten Situation in Israel täglich mit dem Team trainiert.

Allerdings hat der israelische Verband IFA den nationalen Ligabetrieb aufgrund des Konflikts ausgesetzt. Alle für das kommende Wochenende angesetzten Spiele wurden abgesagt, darunter das Duell zwischen Netanya und Maccabi Tel Aviv. Jammer begrüßte diese Entscheidung: "In Zeiten, in denen Familien ihre Kinder verlieren, ist der Sport bedeutungslos."