Nach dem 5:0-Kantersieg über den Wolfsberger AC und den Einzug in die Play Offs der Europa League war auch der Kapitän von Borussia Dortmund sichtlich entspannt und rundum zufrieden.

Ein Extralob verteilte Mats Hummels im Interview nach der Partie an den Dreifach-Torschützen Henrikh Mkhitaryan und die Fans, die für einen neuen Rekord sorgten. Außerdem blickte der Nationalverteidiger voraus auf die erste DFB-Pokalrunde und nahm seine Mannschaft für das Spiel in Chemnitz in die Pflicht.

Frage: Mats Hummels, der BVB ist mit einem ganz klaren Sieg in die nächste Runde eingezogen. Wie bewerten Sie den Erfolg?

Mats Hummels: Es war unser Ziel, weiterzukommen. Egal mit welchem Ergebnis, relevant war nur der Einzug in die Play Offs. Wir wussten vorher, dass wir nur an uns selbst scheitern können. Das haben wir vermieden, obwohl in der ersten Halbzeit noch Luft nach oben war. Wir haben uns gerade am Anfang mit unnötigen und zu einfachen Ballverlusten erst selbst ein bisschen die Sicherheit genommen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir es dann fantastisch gemacht. Viele Ballkontakte in unserer Hälfte hatte Wolfsberg nicht mehr und am Ende auch keinen einzigen Schuss auf unser Tor.

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"Letztlich auch ein paar schöne Tore geschossen"

Frage: Was hat Thomas Tuchel der Mannschaft in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben?

Hummels: Wir haben uns nach der Pause etwas anders positioniert. In der ersten Hälfte waren wir nicht so diszipliniert. Da hatten wir zu viele Spieler in Räumen, in denen wir uns keinen Raumgewinn erarbeiten konnten. Das haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gelöst. Da haben wir die Linien überspielt und sind unzählige Male in den Rücken der Abwehr und in den gegnerischen Strafraum gekommen. Und wir haben letztlich auch ein paar sehr schöne Tore geschossen.

Frage: Die Stimmung im Stadion war schon unglaublich, zumal die über 65.000 Zuschauer auch einen neuen Rekord für ein Qualifikationsspiel zur Europa League bedeuten. Macht das zusätzlich Lust auf die neue Saison?

Hummels: Das muss man wirklich hervorheben! Ein Qualifikationsspiel zu einem Wettbewerb, der nicht unbedingt unser großes Ziel war und in den wir uns gerade noch so hinein gerettet haben, vor fast ausverkauftem Haus mit so einer Atmosphäre - das ist etwas ganz Besonderes. Das können die Fans sich selbst sozusagen auf die Fahnen schreiben. Und wir wissen das wirklich sehr zu schätzen.

"Ich war von Anfang an ein großer Fan von Micki"

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Frage: Henrikh Mkhitaryan war nicht nur aufgrund seiner drei Treffer einer der auffälligsten Spieler. Wird ihm so ein Spiel gut tun, um sein großes Potenzial in der neuen Saison auch dauerhaft abrufen zu können?

Hummels: Ich war eigentlich von Anfang an ein großer Fan von Micki, und zwar vom Fußballer und vom Menschen. Ich war überrascht, dass seine erste Saison in Dortmund eher negativ beurteilt wurde. Ich fand sie schon schwer in Ordnung. In der letzten Spielzeit hatten wir dann alle unsere Probleme. Natürlich haben wir jetzt alle große Hoffnungen, dass er sein Können noch häufiger so abruft. Er ist ein Spieler, der ziemlich viel mitbringt. Er hat alles, was man braucht, um auf einem verdammt hohen Niveau zu agieren.

Frage: Der Trainer hat betont, dass er dem frühen Pflichtspielstart für den BVB auch Positives abgewinnen kann, weil man so Spiele hat, die man im Training oder in Tests nur schwer simulieren kann. Sehen Sie das ähnlich?

Hummels: Mir macht es Spaß! Ich spiele lieber, wenn es um etwas geht, wenn man sich keine Fehler erlauben kann und wenn Atmosphäre da ist. Man hat schon ein bisschen das Feeling, dass es richtig zur Sache geht. Ich glaube, uns kommen diese frühen Pflichtspiele durchaus entgegen. Wir konnten jetzt im Rückspiel auch zeigen, dass wir wieder einen Schritt weiter sind als noch eine Woche zuvor.

"Müssen konzentriert und konsequent auftreten"

Frage: Am Sonntag muss der BVB im DFB-Pokal beim Drittligisten in Chemnitz ran. Auf was für ein Spiel stellen Sie sich ein?

Hummels: Ich erwarte einen tiefstehenden Gegner, der sich in alles hinein wirft. Aber das ist auch ein Spiel, das man mit Ball dominieren muss. Wir dürfen dem Gegner gar nicht erst das Gefühl und die Hoffnung geben, dass er etwas reißen kann. Auf der anderen Seite hat Chemnitz auf jeden Fall die Qualität, das zu schaffen. Wir müssen von Anfang an konsequent und konzentriert auftreten. Wenn wir das gut umsetzen, bleiben wir von einer dieser Pokalüberraschungen verschont.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte