Doha - Die Haare sind wieder dunkel, die Form bleibt aus seiner Sicht hoffentlich so, wie sie in der Hinrunde war. Für Mats Hummels kann das neue Jahr gerne so weitergehen, wie das alte aufhörte.

Der freie Vormittag in Doha kam Mats Hummels ganz gelegen. "Ich habe lange, lange, lange geschlafen", sagte er. Hummels hatte es auch nötig: "Ich hatte ein bisschen Probleme mit dem Schlaf die letzten Tage. Aber heute hat das wunderbar funktioniert."

Verschlafen wirkte der Fußball-Weltmeister aber keineswegs, als er am Nachmittag über sein gelungenes erstes Halbjahr seit der Rückkehr zum FC Bayern München sprach. Denn nach ein paar Anpassungswochen war Hummels hellwach und schnell eine Stütze des Rekordmeisters. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der 28-Jährige, "ich habe mich relativ schnell eingefunden, ich bin durchgehend gesund geblieben."

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23 von 25 Bayern-Pflichtspielen hat der Ex-Dortmunder absolviert, zwei Tore und zwei Vorlagen beigesteuert. Und Hummels ist guter Hoffnung, dass die intensive Trainingswoche in Katar ihm hilft, ab dem 20. Januar und der Begegnung beim SC Freiburg daran anzuschließen. "So ein Trainingslager bringt sehr viel für die Saison, bringt sehr viel Substanz", urteilte der Innenverteidiger. Der FC Bayern könne hier "eine sehr gute Basis legen".

Kurz vor Weihnachten hatte Hummels für Aufsehen gesorgt, als er beim Spitzenspiel gegen RB Leipzig plötzlich als "Blondie" auflief. "Das war eine Demütigung", sagte der Nationalspieler, der auf dem Oktoberfest beim Dosenwerfen eine Wette verloren hatte.

Rummenigge: "Das war ein toller Transfer"

Hummels musste einigen Spott über sich ergehen lassen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte allerdings, dass ihm "blond sehr gut gefällt". Er bezog dies hauptsächlich auf die Leistungen des Neuzugangs: "Das war ein toller Transfer, er hat da hinten für eine Stabilität gesorgt, die ihresgleichen sucht." Während Abwehrkollege Jerome Boateng verletzt immer wieder ausfiel, zeichnete sich Hummels aus. 

Die Haare sind inzwischen wieder dunkel, aber überrascht ist Hummels noch immer von der Aufmerksamkeit, die seine erzwungene Verwandlung hervorrief. "Ich fand es extrem, wie groß das gemacht wurde", sagte er.

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Ein wenig überraschend war vielleicht auch, wie rasch Hummels in der Bayern-Hierarchie einen prominenten Platz fand. In kurzer Zeit ist er zum "Außenminister" aufgestiegen, neben Kapitän Philipp Lahm, Manuel Neuer und Thomas Müller ist Hummels das Sprachrohr der Mannschaft.

"Weil ich beim FC Bayern zuletzt ein neues Gesicht war, habe ich nach Spielen viele Interviews geben müssen, und das hat wohl dazu beigetragen, dass ich dieses 'Amt' bekommen habe", sagte er der Welt am Sonntag über seine Rolle. Auch in Dortmund sei er schon mal "Klassensprecher" genannt worden. Ihm sei dies aber "wurscht", betonte Hummels, er sage ohnehin, "was ich für richtig halte".

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Nach seiner Ansicht kann sich der FC Bayern in der Meisterschaft nur noch selbst im Weg stehen: "Wenn wir unsere Aufgaben erfüllen, können nicht mehr so viele Mannschaften eingreifen." Und Hummels kann seinen ersten wichtigen Vereinstitel seit 2012 gewinnen. Schön wäre auch der Henkelpott in der Champions League: "Der fehlt halt noch."

SID