Dortmund - Die 0:1-Niederlage gegen PAOK Saloniki im letzten Gruppenspiel der Europa League schmerzt Borussia Dortmund nicht so sehr, schließlich war man schon vorher für die nächste Runde qualifiziert. Entsprechend entspannt ging Kapitän Mats Hummels nach der Partie auch mit dem Ergebnis um und sprach im Interview über Gründe für die Niederlage, sein Fazit der Gruppenphase und seinen Wunschgegner für die Zwischenrunde.

Frage: Mats Hummels, wie groß ist die Enttäuschung, dass die Gruppenphase der Europa League mit einer Heimniederlage endet?

Mats Hummels: Das Ergebnis ist eher zweitrangig. Aber mit der Art und Weise dieser Niederlage sind wir natürlich nicht zufrieden. Die erste Halbzeit war viel zu pomadig. Da haben wir uns im Ballbesitzfußball und im Klein-Klein ein bisschen verirrt. Wir haben zu wenige Torchancen herausgespielt. Am Ende des Tages haben wir zwar auch nur eine zugelassen. Aber wie so oft hat der Gegner mit seiner ersten Chance gleich getroffen.

Frage: Mit der zweiten Halbzeit waren Sie zufrieden?

Hummels: Die zweite Halbzeit war besser. Auch noch nicht gut, aber deutlich besser. Wir hatten große Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt. Da gab es dann gewisse Parallelen zu der Niederlage in Krasnodar.

"Wir werden definitiv eine Schippe draufpacken"

Frage: Was bleibt bei Ihnen nach dieser Gruppenphase und den sechs Spielen unterm Strich stehen?

Hummels: Weite Reisen, weitergekommen. Trotzdem alles in allem noch ausbaufähig, was wir gespielt haben. Ich bin aber sicher, dass wir definitiv eine Schippe draufpacken werden, sobald es jetzt in die K.o.-Phase geht. Ich hoffe, dass wir einen sehr attraktiven Gegner bekommen. Und dann werden wir und die Zuschauer noch mit einem ganz anderen Gefühl ins Stadion gehen.

Frage: Wie groß ist die Enttäuschung, dass es nicht mit dem Gruppensieg geklappt hat?

Hummels: Das haben wir in Krasnodar verspielt. Wir hatten dort und jetzt gegen Saloniki zwei ähnliche Spiele. Wir hatten mehr Aluminium-Treffer als der Gegner Torschüsse, zumindest gegen PAOK. Solche Spiele gibt es manchmal. Natürlich sind wir damit nicht einverstanden und wollen auch nicht, dass sie vorkommen. Aber keine Mannschaft der Welt kann sich davor schützen.

"Werden es gegen Frankfurt besser machen"

Frage: Was bedeutet dieses Spiel jetzt mit Blick auf die letzten drei Partien in diesem Jahr – zweimal in der Bundesliga und dazu noch ein Pokalauftritt?

Hummels: Natürlich müssen wir da besser auftreten, das ist klar. Wir werden aber auch höchstwahrscheinlich nicht noch einmal in solch einer Formation auflaufen. Das war doch etwas durcheinander gewürfelt. Da greifen dann nicht die Automatismen, wenn man noch nicht so zusammengespielt hat - womit man die erste Halbzeit zumindest ein bisschen erklären kann. Aber wir wissen, dass wir es deutlich besser können. Und ich bin sicher, dass wir das am Sonntag gegen Frankfurt auch von der ersten Minute an zeigen werden.

Frage: In der Europa League warten in der nächsten Runde klangvolle Namen von Manchester United über den FC Sevilla bis zum FC Liverpool mit Ex-Trainer Jürgen Klopp. Wer darf es denn sein?

Hummels: Ich will jetzt einen Kracher! Ich sage es ganz ehrlich, das ist mir deutlich lieber, als irgendetwas anderes. Sollen sie uns die beste Mannschaft zulosen, die möglich ist. Ich glaube, das ist in unser aller Sinn. Dann kann so ein Wettbewerb auch in der dritten Runde mal ganz schnell zur gefühlten Champions League werden.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte