Hamburg - Nicht einmal der erste Sieg in der Rückrunde konnte Michael Skibbe den Job als Trainer von Eintracht Frankfurt retten. Stattdessen holten die Hessen einen der großen Namen der deutschen Trainergilde an den Main: Christoph Daum.

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Unter dem 57-Jährigen gelang den Frankfurtern in Daums Debüt immerhin ein 1:1-Unentschieden beim VfL Wolfsburg. Es war der erste Punktgewinn in der Fremde für die "Adler" seit zwei Monaten. Gegen den SV Werder Bremen wollen die Hessen an diesem Wochenende nun nachlegen.

Drei Änderungen bei Debüt

Doch was macht Daum anders als sein Vorgänger? Zu Beginn scheinbar nicht sehr viel. Sowohl in Skibbes letztem Spiel als Eintracht-Coach als auch in Daums Einstand auf der Frankfurter Bank spielte die Eintracht in einem 4-2-3-1-System.

Innerhalb dieses Systems nahm Daum jedoch drei Umstellungen vor - allesamt im Mittelfeld. Auf dem linken Flügel schenkte der Trainer Halil Altintop das Vertrauen und setzte Ioannis Amanatidis auf die Bank. Auf dem rechten Flügel agierte der wiedergenesene Patrick Ochs anstelle von Martin Fenin. Im defensiven Mittelfeld ersetzte Sebastian Rode den kurzfristig ausgefallenen Pirmin Schwegler.

Ochs eine Verstärkung auf rechts

Ochs, den Daum zu seinem Kapitän ernannt hat, feierte eine gelungene Rückkehr in die Startelf der Eintracht. Er brachte an, trat zwei Flanken, brachte sich ein und hatte bei 50 Aktionen .

Zum Vergleich: Vorgänger Fenin spielte zuletzt gegen St. Pauli (sechs erfolgreich), hatte und leistete sich in 45 Minuten Einsatzzeit . Aber weder Ochs noch Fenin brachte einen Torschuss zustande. Daum muss zudem gegen Bremen auf Ochs verzichten. Der Kapitän holte sich in Wolfsburg die fünfte Gelbe Karte ab.

Altintop mit Aufwärtstrend

Auf der linken Seite durfte Altintop sein Können unter Beweis stellen. Er spielte . Zwar bereitete er keinen Schuss vor, suchte aber selbst . 14 Mal brachte er sich defensiv ein - inklusive neun Ballgewinnen. fanden in der eigenen Hälfte statt.

Auch das war eine Steigerung im Vergleich zu seinem Vorgänger. Amanatidis brachte an, hatte nur , aber bewies immerhin auch . Der kurzfristig in die Startaufstellung gerückte Rode konnte sich in seinen 77 Minuten Einsatzeit . Vor allem in Halbzeit eins (zwölf Abwehraktionen) wusste er zu überzeugen.

Defensive gefordert

Defensiv war auch das Schlagwort der Eintracht im ersten Spiel unter der Leitung von Daum. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Nur St. Pauli und der kommende Gegner von der Weser (je 19 Gegentore) kassierten in der Rückrunde mehr Gegentreffer als die Frankfurter (17), die zudem die schwächste Offensive des Jahres 2011 stellen (vier Treffer).

In den vergangenen beiden Spielen und kassierte Frankfurt jeweils kurz vor Ende der ersten Halbzeit ein Gegentor durch einen ruhenden Ball. Beim VfL stand Frankfurt zwar oft unter Druck, wusste sich aber zu wehren. Allein in der ersten Halbzeit hatte die Eintracht im eigenen Strafraum.

Verbesserungen in der Defensive

In der Verteidigung vertraute Daum auf dasselbe Quartett wie sein Vorgänger. Ein Aufschwung war zu erkennen. Georgios Tzavellas - bei zwölf Fehlpässen. Eine Woche zuvor waren es . Zudem hatte er nach .

Rechts wirbelte Sebastian Jung, der mit 100 Aktionen der aktivste Spieler seines Teams war. fanden ihr Ziel bei . Eine Woche zuvor waren es ebenfalls , allerdings fanden .

In der Innenverteidigung spielte Marco Russ zwar wesentlich (20) als (52), konnte sich aber so häufig defensiv auszeichnen (21 Mal). Maik Franz hatte (nach ), verminderte aber seine Fehlpassrate ( statt zuvor ).

Zu viele Torschüsse erlaubt

Und im zentralen Mittelfeld agierte Alexander Meier als Störfaktor des Wolfsburger Aufbauspiels. 20 Mal konnte er sich durch . Wolfsburgs gefährlichsten Spieler konnten die Hessen zwar nie ganz ausschalten, doch zumeist nahmen sie Diego die Spielfreude. Oft waren mehrere Spieler zugleich zur Stelle. Diego schlug 16 Flanken, davon .

Doch noch ist nicht alles Gold was glänzt. Wolfsburg hatte gegen die Eintracht , von denen zum Glück für die Eintracht "nur" gingen. kam der VfL aus 16 Metern oder weniger zum Abschluss. Sechs Mal gingen Schüsse aus diesen Distanzen aufs Tor.