Hamburg - Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man bei Borussia Mönchengladbach nach dem überraschenden 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 wieder ganz fest an den Klassenerhalt glaubt.

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Der Weg ans rettende Ufer ist noch weit. Das Wasser steht den "Fohlen" auch weiterhin bis zum Hals. Doch das erste Spiel unter dem neuen Trainer Lucien Favre wurde gewonnen und so geht man mit neuem Selbstbewusstsein an die kommenden Aufgaben.

Kellerduell

Nächster Prüfstein ist das Gastspiel beim VfL Wolfsburg. Ein echtes Kellerduell, haben die Niedersachsen, die selbst seit zwei Partien von einem neuen Coach betreut werden, doch nur einen Sieg aus den vergangenen 13 Begegnungen holen können und ihre vergangenen vier Spiele verloren.

Da wundert es nicht, dass die "Fohlen" ausgerechnet gegen die "Wölfe" fette Beute wittern. "Das ist einer unserer direkten Konkurrenten, demnach ist es ganz wichtig, dort zu punkten", erklärte Favre. Und Sportchef Max Eberl ergänzte: "Wir müssen jetzt dranbleiben und nachlegen. Wir müssen eine Serie hinlegen."

Viele Umstellungen

Gegen Schalke überraschte Favre mit einigen Umstellungen, die allesamt Früchte getragen haben. Mohamadou Idrissou rückte vom linken Flügel, auf dem er zuletzt oft fehl am Platz wirkte, in die Spitze. Hinter ihm stürmte der wiedergenesene Marco Reus. Juan Arango, der unter Michael Frontzeck keine Rolle mehr gespielt hatte, feierte ebenso sein Comeback wie Torhüter Logan Bailly.

Idrissou spielte auf seiner neuen Position wie befreit auf. Er war mit 118 Aktionen der seines Teams. Seine im Vergleich zu den Vorwochen stark. Er brachte 22 von 35 Zuspielen an. Eine Woche zuvor waren es .

Idrissou stark im Sturm

In seiner Rolle als Angreifer aufs Tor und traf dabei ein Mal . Das Interessante an Idrissous Führungstreffer zum 2:1? Das Tor ging über vier Stationen. Bailly, Dante, Arango und Idrissou: Alle vier spielten noch vor einer Woche entweder keine Rolle oder auf einer anderen Position.

Idrissou bereitete weiterhin zwei Schüsse vor und . Einzig an den Ballverlusten muss er noch arbeiten. Gegen Schalke waren es . Eine Woche zuvor leistete er sich .

Reus mit Galavorstellung

Hinter Idrissou agierte Reus, der mit der zweitbeschäftigteste Spieler auf Seiten der Borussia war. (bei zwölf Fehlpässen) und er bereitete vier Torschüsse vor, drei davon .

Drei Mal suchte er selbst den Abschluss. Dabei und traf kurz davor nach Vorbereitung von Arango und Idrissou auch noch .

Gladbach ungewohnt offensiv

Insgesamt suchten die Gladbacher des Strafraums den Abschluss. war dies nur zwei Mal der Fall. Die zehn Schüsse gingen aufs Konto von Idrissou (vier), Reus und Patrick Herrmann (je drei).

Reus überzeugte zudem zwölf Mal durch , inklusive acht Ballgewinnen.

Arango mit gelungenem Comeback

Ebenfalls präsentierte sich auf dem linken Flügel Arango. Er nutzte seine Chance bei Favre. Arango hatte acht Ballgewinne und ihm gelangen fünf Tacklings. Auch als Passgeber machte er eine gute Figur und brachte an. Drei davon dienten als und Arango bereitete den Siegtreffer vor.

Dante kehrte nach überstandender Sperre in die Viererabwehrkette zurück. Als linker Innenverteidiger brachte er an den Mann und hatte unglaubliche und insgesamt 18 erfolgreiche Abwehraktionen. Auch Rückkehrer Bailly überzeugte. Er musste (und konnte) nur einen Torschuss abwehren und zeichnete sich durch elf Ballgewinne aus. Nur ein einziges Mal musste er dabei eingreifen.

Aber auch Spieler, die schon vor Favres Amtsantritt gesetzt waren, wussten gegen Schalke zu überzeugen. So brachte Herrmann auf dem rechten Flügel an und bereitete einen Treffer vor. Und Havard Nordtveit, der vor einer Woche noch Dante in der Innenverteidigung ersetzen musste, hatte sechs gelungene Tacklings und acht Ballgewinne .

Favre scheint die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben. Nun wird sich zeigen, ob Gladbach an die Fabelleistung vom Schalke-Spiel anknüpfen kann.