Hamburg - Alle Welt spricht von Borussia Dortmund. Schnell wird dabei die Mannschaft vergessen, die den "Schwarz-Gelben" derzeit am dichtesten auf den Fersen ist: Bayer Leverkusen. Mit 39 Punkten ist die "Werkself" fast genauso stark wie vor einem Jahr.

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Dabei mussten die Leverkusener einen Großteil der Saison auf den Mann verzichten, der sie endgültig in die Bundesliga-Elite katapultieren sollte: Michael Ballack. 15 Spiele lang musste Bayer auf den Nationalspieler verzichten.

Hinten sicherer mit Ballack

Doch Ballack ist zurück! Am vergangenen Wochenende stand er zum ersten Mal seit dem 1. Spieltag für die kompletten 90 Minuten auf dem Feld. Mit Ballack gewann Bayer bei fünf Einsätzen des Mittelfeldstars zwei Mal zu Null. Ohne ihn blieb die Mannschaft von Jupp Heynckes bei allem Erfolg nur drei Mal ohne Gegentor.

Mit Ballack gelang das im Spitzenspiel des 20. Spieltags gegen Hannover (2:0). Ballack war endlich wieder von Beginn an dabei und spielte vor der Viererkette zentral rechts im 4-2-3-1-System von Heynckes. Und der Nationalspieler brillierte.

Ballverteiler gegen Hannover

Ballack hatte nicht nur die auf dem Rasen (143), er hielt sich perfekt an die taktische Ausrichtung, die der Trainer in dieser Saison bereits neun Mal vorgegeben hat. Ballack hielt sich im rechten Mittelfeld auf, setzte Akzente nach vorn, stand aber auch sicher in der Rückwärtsbewegung.

Er brachte (bei 19 Fehlpässen) und bereitete einen Torschuss vor. Zurückhaltend offensiv schlug er nur eine Flanke und hatte zwei Torschüsse. , inklusive elf Ballgewinnen. Allerdings schlug Ballack mit fünf Fouls auch eine etwas härtere Gangart an.

Comeback in Gladbach

Durch sein dominantes Auftreten hielt er zum Beispiel Renato Augusto den Rücken frei. Der Brasilianer konnte sich auf dem rechten Flügel vor Ballack frei entfalten und an. Weiterhin hatte er , die alle aufs Tor gingen.

Eine Woche zuvor feierte Ballack nach 15 Spieltagen Zwangspause sein Comeback in Mönchengladbach. Er wurde in der 56. Minute für Sidney Sam eingewechselt. Auch da spielte er zentral rechts und hatte immerhin .

Stark nach der Einwechslung

Dabei brachte er an den Mann und bereitete einen Torschuss vor. Was beim Comeback noch fehlten, waren der Zug zum Tor (kein Torschuss) und das (nur ein Ballgewinn, sieben Tacklings mit Ballverlust).

Allerdings war er schon da wesentlich präsenter als sein Vorgänger. Sam trat in in Aktion. Er spielte nur 21 Pässe (16 erfolgreich) und hatte . Mit Ballacks Hereinnahme rückte Augusto, der zu finden war, fest auf den . Dabei verbesserte sich vor allem seine defensive Spielweise. Hatte er vor Ballacks Einwechslung nur zwei Ballgewinne vorzuweisen, so kamen an Ballacks Seite dazu.

Neue Position

Dennoch haben sich Ballacks Rolle und seine Position verändert. Schließlich agierte Leverkusen an den ersten drei Spieltagen der Saison immer im 4-4-2-System. Dabei spielte Ballack zentral links im Mittelfeld.

So auch , als Leverkusen Spitzenreiter Dortmund eine von nur zwei Niederlagen zufügen konnte. Ballack fungierte als Ballverteiler, brachte an. Zudem in der Rückwärtsbewegung.

Noch wenig Offensivdrang

Eines fällt aber bislang auf. Der für seinen Torriecher bekannte Mittelfeldregisseur konnte sich im gegnerischen Strafraum bislang wenig entfalten. In seinen fünf Saisoneinsätzen kam Ballack bislang erst vier Mal im Sechzehner an den Ball.

An den ersten drei Spieltagen trat Ballack nicht ein einziges Mal im gegnerischen Strafraum in Aktion und hatte lediglich einen Torschuss. Am 3. Spieltag, dem Tag seiner Verletzung, trat er , der gehalten werden konnte.

Gute Ansätze gegen Hannover

Bei seiner Rückkehr aufs Spielfeld vor zwei Wochen kam Ballack zwar nicht zum Abschluss, war jedoch erstmals in dieser Saison im Sechzehner am Ball. In der 64. Minute spielte er , dessen Schuss aus rund 20 Metern am Tor vorbeiging.

Und am 20. Spieltag trat er endlich und erstmalig in dieser Spielzeit wieder häufiger offensiv in Erscheinung. Ballack hatte , von denen er einen aus rund 13 Metern abgab. Zudem war er aktiv - wenngleich ohne Fortüne. Er schlug einen Flanke, die keinen Abnehmer fand, und leistete sich ein Foulspiel. Dennoch ist der Nationalspieler wieder auf dem richtigen Weg.