München - Nach der Niederlage bei Hannover 96 Anfang März und der Entscheidung, dass Louis van Gaal den FC Bayern München zum Saisonende verlassen würde, lief es eigentlich wieder beim Rekordmeister - zumindest in der Bundesliga. Der FCB holte drei Siege aus den nächsten drei Spielen, auch wenn es gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach denkbar knapp war.

Doch das magere 1:1 beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende und den erneuten Verlust von Tabellenplatz 3 setzte das Trainerkarussell bei den Münchnern erneut in Bewegung. Van Gaal musste vorzeitig gehen, sein Co-Trainer Andries Jonker wird die Mannschaft bis Saisonende führen.

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Der Niederländer hat mit Bayer Leverkusen am Sonntag aber eine schwere Aufgabe bei seinem Debüt als FCB-Chefcoach vor sich. bundesliga.de verrät, wo Jonker die Hebel ansetzen muss, damit Bayern gegen die beste Rückrundenmannschaft der aktuellen Bundesliga-Saison bestehen kann.

Wenig Ballkontakte gegen Nürnberg

Besonders auffällig im Spiel in Nürnberg war die äußerst geringe Anzahl von Ballkontakten unter den Bayern-Spielern. Zwar lassen die darauf schließen, dass die Partie häufig unterbrochen war, doch FCB-Kapitän Philipp Lahm hatte mit lediglich 68 Ballkontakten bereits den Bestwert seiner Mannschaft inne.

Insbesondere Bastian Schweinsteiger blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten. 100 Ballkontakte oder mehr sind für den Mittelfeldakteur keine Seltenheit, gegen Nürnberg kam er nur auf 54. Selbst Keeper Thomas Kraft hatte mit 63 mehr Ballkontakte. Schweinsteiger sollte also an den letzten furiosen Heimspielerfolg anknüpfen, beim am 12. März kam er auf 102 Kontakte. Zudem hielten die Bayern in dem Spiel den Ball vom eigenen Tor fern, Kraft berührte den Ball lediglich 37 Mal.

Butts Bilanz ist etwas besser

Gegen Bayer könnte Jörg Butt aber wieder Kraft im Bayern-Tor ablösen. Kraft, dem gegen Nürnberg der Fehlpass unterlief, der zum Ausgleich führte, klagte unter der Woche über Rückenschmerzen. Zudem steht mit Butt ein routinierter Keeper zur Verfügung, der sich die gesamte Hinrunde in sehr guter Verfassung präsentierte.

In den 17 Hinrundenspielen musste Butt 20 Mal hinter sich greifen, in sechs Spielen blieb der 36-Jährige ganz ohne Gegentor. Kraft spielte dagegen bei seinen zwölf Auftritten nur drei Mal zu Null, beim 3:1-Sieg in Mainz blieb er zwar zunächst auch ohne Gegentor, musste aber verletzungsbedingt zur Halbzeit ausgewechselt werden. Im Umkehrschluss kassierte der FCB also mit Kraft im Tor alle 74 Minuten ein Gegentor, mit Butt nur alle 75 Minuten.

Mit Ribery in der Startelf

Im Vergleich zum Hinspiel gegen Bayer wird Jonker wohl zwei weitere Positionen diesmal in der Offensive neu besetzen. Zwar fehlt Arjen Robben, der im Hinspiel verletzungsbedingt pausierte, durch seine Rote Karte nun auch im Rückspiel, doch Franck Ribery wurde beim 1:1 im November lediglich für die letzten 30 Minuten eingewechselt. Toni Kroos ersetzte den Franzosen damals auf Linksaußen. Doch Kroos konnte kaum überzeugen. Der Nationalspieler gewann nur 31 Prozent seiner Zweikämpfe, im Schnitt sind es sonst 47 Prozent.

Die wichtigste Änderung betrifft aber Schweinsteiger. Van Gaal hatte den 26-Jährigen im Hinspiel als "Zehner" hinter den Spitzen eingesetzt, Jonker wird wohl mit Schweinsteiger auf der "Sechs" planen. Zumal der Nationalspieler trotz der offensiveren Position abgab.

Aktuell muss der Rekordmeister aber erst einmal hoffen, dass Schweinsteiger am Sonntag fit auf dem Platz stehen kann. Der Nationalspieler zog sich am Donnerstag im Training eine schmerzhafte Bänderzerrung im rechten Sprunggelenk zu und musste die Übungseinheit abbrechen - Einsatz fraglich.

Neue Innenverteidigung

In der Innenverteidigung wird es im Vergleich zum Spiel in Nürnberg eine Änderung geben müssen, den Holger Badstuber fällt aufgrund seiner fünften Gelben Karte aus. Im Hinspiel in Leverkusen standen noch Daniel van Buyten und Breno zusammen im Mittelblock, Jonker könnte dagegen auf Luiz Gustavo setzen, der gegen Nürnberg defensiv eine gute Leistung zeigte. Nur leistete sich der Brasilianer, ansonsten klärte er einige Angriffsversuche der Franken.

Die zweite Position in der Innenverteidigung ist aber noch offen, gleich mehrere Spieler können sich nich dafür empfehlen. Ohnehin bietet ein Trainerwechsel ja für jeden Spieler die Möglichkeit, nochmal anzugreifen. Der Druck auf die Mannschaft ist allerdings groß, denn ein Remis wie im Hinspiel könnte im Kampf um Platz 3 zu wenig sein.

Jessica Pulter