Hamburg - Borussia Dortmund mag vielleicht Meister werden, doch die Schwarz-Gelben sind zumindest nicht unbesiegbar. Dies ist die große Erkenntnis des 26. Spieltags der Saison 2010/11. Erstmals in der Rückrunde hat Dortmund wieder ein Spiel verloren.

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Mit 0:1 unterlag der BVB bei 1899 Hoffenheim. Nach dem Sieg von Bayer Leverkusen im Verfolgerduell gegen den 1. FSV Mainz 05 beträgt Dortmunds Vorsprung auf die "Werkself" somit "nur noch" neun Punkte.

Optisch überlegen - mehr auch nicht

Trainer Jürgen Klopp vertraute in Sinsheim derselben Startelf wie eine Woche zuvor beim 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln. Mir dabei waren also auch Lucas Barrios, der die Tage zuvor mit Wadenproblemen zu kämpfen hatte, und Santana, der den verletzten Mats Hummels in der Innenverteidigung vertrat.

Und der BVB begann auch gewohnt dominant. Zumindest, . 129 Pässe spielten die Borussen allein in der gegnerischen Hälfte in Durchgang eins, 89 davon kamen an. (vier erfolgreich) und fünf Torschussvorlagen.

Schüsse ohne Zielgenauigkeit

Hoffenheim hatte hingegen beinahe nur halb so häufig den Ball in des Gegners Hälfte. auf der BVB-Seite (55 Mal erfolgreich). vier Flanken (eine erfolgreich) und zwei Torschussvorlagen. Drei Mal suchte der Gastgeber in Halbzeit eins .

Der auf den Kasten von Tom Starke. Allerdings musste der Hoffenheimer Keeper kein einziges Mal eingreifen. Insgesamt kam Dortmund . Doch nur drei der Schüsse gingen auch aufs Tor - zwei davon erst .

Weidenfeller verärgert

Eine unglaublich magere Ausbeute bedenkt man, dass Dortmund seine hat und 20 Mal zum Flanken kam (sechs Mal erfolgreich) sowie acht Torschussvorlagen herausspielte.

Die mangelnde Hungrigkeit vorm Tor beklagte anschließend auch Torhüter Roman Weidenfeller. "Ich habe immer davor gewarnt, dass man die Pflichtspiele nicht so angeht wie Trainingsspiele. Heute sind wir dafür bestraft worden", ärgerte sich der BVB-Keeper.

Bender-Aus änderte nicht viel

Die Verletzung von Sven Bender tat dem BVB sicherlich weh, jedoch hatte sie wenig Einfluss auf den Spielverlauf. Bender selbst erwischte nämlich auch nicht seinen besten Tag. Bis zu seiner Auswechslung unmittelbar vor der Halbzeit hatte er nur angebracht. Fünf Mal glänzte er mit Abwehraktionen. Dem gegenüber standen aber auch , sieben davon in des Gegners Hälfte.

Noch in der Vorwoche hatte er zum selben Zeitpunkt angebracht gehabt. Dazu kamen vier Defensivaktionen und nur verlor er den Ball. Weiterhin hatte Bender gegen Köln den gehabt.

Wechsel ohne Wirkung

Auch die Einwechselspieler von Klopp konnten nicht viel ausrichten. Antonio da Silva ersetzte Bender. Zwar brachte er an. Doch abseits von konnte er keinerlei offensive Akzente, wie man sie von seinem Vorgänger kennt, setzen.

Jakub Blaszczykowski, der in der 62. Minute für Robert Lewandowski kam, . Dabei hatte er in der gegnerischen Hälfte nur drei positive Momente (alles angebrachte Pässe). Er hatte keinen Torschuss, keine Torschussvorlage und auch keine Flanke. Mohamed Zidan, der in der 77. Minute für Kevin Großkreutz ins Spiel kam, brachte nur zwei von sieben Pässen an. Vier Mal versuchte er sich als Flankengeber - .

Hoffenheim mit vielen Umstellungen

Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli hatte erneut einige Umstellungen vorgenommen gehabt. Statt dem zuletzt meist erfolglosen 4-3-3-System setzte der Coach diesmal auf eine 4-1-4-1-Aufstellung. Dabei kehrten Vedad Ibisevic (statt GYlfi Sigurdsson) und Isaac Vorsah (statt Matthias Jaissle) in die Anfangsformation zurück. Und Winter-Neuzugang Edson Braafheid spielte von Beginn an auf der linken Abwehrseite (statt Andreas Ibertsberger).

Ibisevic spielte ganz vorn, hinter ihm gab es eine Art Viererkette. Dabei rückte Sejad Salihovic wieder auf den linken Flügel (in Gladbach noch zentral). David Alaba tauschte den Platz mit Salihovic, Boris Vukcevic spielte zentral rechts und Ryan Babel bemannte den rechten Flügel.

Zwei wichtige Unterschiede

Wie schon bei den Wechselspielen zuvor brachten selbige keine entscheidenden Vorteile oder Veränderungen im Vergleich zum vorherigen Hoffenheimer Spiel. Doch zwei Fakten fielen auf: Salihovic hatte - das waren drei mehr als eine Woche zuvor. Alle drei schlug er nach der Pause.

Und Ibisevic hatte vor einer Woche offensichtlich viel Zeit zum Nachdenken auf der Ersatzbank. Der Stürmer, der in Mönchengladbach Sigurdsson den Vortritt lassen musste, erzielte nicht nur , sondern hatte gleich . Bei seinem vergangenen Einsatz gegen Mainz gab er keinen einzigen Schuss ab.

Entscheidung im Strafraum

Am Ende lässt sich das Spiel auf die Aktionen der beiden Teams im gegnerischen Sechzehner reduzieren. Dortmund war 21 Mal im Hoffenheimer Strafraum am Ball. Darunter waren (vier erfolgreich) und acht Schüsse, von denen .

Hoffenheim auf der anderen Seite war nur elf Mal - also etwa halb so oft - im Dortmunder Strafraum am Ball. Dazu gehörten und . Von denen gingen aber drei aufs Tor und einer traf ins Schwarze. Weniger ist manchmal mehr...