Hamburg - Genau im richtigen Moment und genau gegen den richtigen Gegner hat der FC St. Pauli am 20. Spieltag endlich seine Talfahrt stoppen können. Im Duell zweier Abstiegskandidaten gegen den 1. FC Köln siegten die Hamburger mit 3:0 und feierten den ersten "Dreier" seit Anfang Dezember.

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Für die Kölner war es nach einem ansehnlichen Start in die Rückrunde, bei dem vier Punkte aus den ersten beiden Spielen des neuen Jahres - inklusive des 3:0-Erfolgs gegen Werder Bremen vor einer Woche - geholt wurden, ein Rückschlag.

Novakovic ohne Torschuss

Beide Mannschaften agierten im 4-2-3-1-System mit nur einer echten Spitze. Doch die Leistungsnachweise könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Milivoje Novakovic war Kölns einziger Stürmer, konnte aber fast keine Akzente setzen. Lediglich in Minute 15 wäre er beinahe zum Abschluss und eventuell zur Kölner Führung gekommen. Doch Thomas Kessler rettete in höchster Not.

Ansonsten hatte Novakovic acht Fehlpässe bei 20 Versuchen. Er verlor den Ball zwölf Mal nach Tackling und leistete sich drei Foulspiele. Der Slowene kam der Hamburger an den Ball.

Asamoah wirbelte

Ganz anders sein Pendant auf Seiten St. Paulis. Gerald Asamoah, der zum zweiten Mal in Folge den verletzten Marius Ebbers ersetzte, wirbelte in der gegnerischen Hälfte wie ein Derwisch. Asamoah spielte 30 Pässe - . Er hatte vier Torschussvorlagen, schlug eine erfolgreiche Flanke und bereitete einen Treffer vor. und sieben Mal eroberte er einen Ball.

Damit knüpfte der Ex-Schalker an seine an. Schon da stand er für Ebbers in der Startelf und überzeugte. Asamoah hatte 14 von 18 Pässen angebracht, bereitete zwei Schüsse und ein Tor vor und traf bei seinem einzigen eigenen Schuss auch noch ins Schwarze.

Takyi traf doppelt

Dies überließ Asamoah gegen die Kölner seinem Kollegen Charles Takyi, der hinter ihm agierte. Takyi traf zum ersten Mal in der Bundesliga - und das gleich doppelt. In der 30. Minute (nach Ablage von Asamoah) das 1:0. war er nach einem Schuss Asamoahs per Abstauber zur Stelle.

Takyi glänzte aber nicht nur als Vollstrecker. Mit 123 Aktionen war er der aktivste Spieler auf dem Rasen. Er brachte zwei Drittel seiner Pässe an (34 von 51), die meisten .

Podolski blass

Er probierte sich - fünf davon Eckbälle (wenngleich ohne Erfolg) - und bereitete einen Torschuss vor. Zwei Tore bei zwei Schüssen machen eine hundertprozentige Chancenausbeute. Zudem hatte er .

Und Takyis Gegenüber? Podolski war bemüht, aber wie alle seine Mitspieler fand auch er keine Ideen. Ein einziges Mal schoss er aufs Hamburger Tor - aus . Er brachte an, blieb aber ansonsten blass: keine Torschussvorlagen, keine Ballgewinne. Podolski kam wie auch Novakovic kein einziges Mal im Strafraum an den Ball.

Als Team hatte Köln . So lässt es sich in der Bundesliga nur schwer gewinnen. St. Pauli suchte hingegen den Abschluss. Allein von innerhalb des Kölner Sechzehners.

Debütant mit solidem Debüt

Kölns Neuzugang Tomoaki Makino kam bei seinem Bundesliga-Debüt kaum zum Durchatmen. Er ersetzte den gesperrten Pedro Geromel in der Innenverteidigung. Und an ihm lag es nicht, dass der FC so klar verlor. und nur sieben Mal verlor er den Ball (alles Fehlpässe). Dennoch brachte er auch und nur ein Mal griff er zu unfairen Mitteln.

Auch die Einwechslungen zu Beginn der zweiten Hälfte gaben den Kölnern nicht mehr Sicherheit oder Spielwitz. Miso Brecko kam für Andrézinho auf der rechten Abwehrseite und Mato Jajalo spielte statt Slawomir Peszko auf dem rechten Flügel.

Einwechslungen ohne Wirkung

Brecko hatte vier gelungene Tacklings und brachte 15 von 22 Pässen an. Jedoch überquerte er nur sechs Mal . Andrézinho hatte immerhin 13 Aktionen gehabt. Auch er spielte nur 15 erfolgreiche Pässe (bei zehn Fehlpässen).

Und weiter vorn? Da brachte der Wechsel auch keine Impulse. Peszko hatte . Er spielte nur 16 Pässe (zehn erfolgreich), schlug eine erfolglose Flanke, suchte nie den Abschluss und eroberte keinen einzigen Ball. Sein Nachfolger Jajalo brachte an (15 von 20). Doch auch er kam nicht zum Abschluss, schlug keine Flanke und hatte keinen Ballgewinn.