Hamburg - Nun trägt er sie wieder, die grüne Krawatte. Felix Magath ist zurück beim VfL Wolfsburg. Die Euphorie der Meistersaison ist längst verflogen. Doch zumindest hofft man beim VfL auf den nötigen Schwung, der nötig ist, um den Klassenerhalt zu sichern.

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Gleich in Spiel eins unter Magath wirkte Wolfsburg am vergangenen Sonntag im Spiel beim ebenfalls abstiegsbedrohten VfB Stuttgart wesentlich aggressiver und willensstärker. Nur an der Durchschlagskraft haperte es noch immer. Und so kann man wohl davon reden, dass der VfL zwei Punkte verschenkt und nicht einen gewonnen hat.

Magath bleibt System treu

Doch der Reihe nach. Magath ließ Wolfsburg im selben 4-4-1-1-System auflaufen, wie es sein Vorgänger Pierre Littbarski getan hat. Denn schon an den drei vergangenen Spieltagen vor Magaths Comeback war das die Formation der "Wölfe". Zuletzt spielte Wolfsburg am 22. Spieltag - Littbarskis Debüt als Chef an der Seitenlinie - mit mehr als einer Spitze auf.

Ganz fremd ist Magath diese Form der Aufstellung ja auch nicht. Bei seinem letzten Bundesliga-Spiel als Schalke-Coach ließ er die "Königsblauen" ebenso auflaufen. Am 23. Spieltag stellte Magath bei Schalke zuletzt zwei Stürmer auf.

Grafite wie ausgewechselt

In der Meistersaison 2008/09 ließ Magath seine "Wölfe" ganz anders auf die Konkurrenz los. So spielte Wolfsburg am letzten Spieltag gegen Bremen mit einem 4-3-3-System und siegte 5:1. Mit dieser Formation spielte der VfL seinerzeit ab dem 23. Spieltag durchgängig und holte 30 Punkte und schoss 35:13 Tore. Ob er sich daran erinnert und bis zum 28. Spieltag wieder auf dieses System umschult, bleibt abzuwarten.

Doch schon jetzt waren Veränderungen deutlich zu sehen. Allen voran bei Grafite. Er erzielte seit dem 12. Spieltag. Er hatte , die für große Gefahr sorgten. Zudem hatte er eine Torschussvorlage. Insgesamt war Grafite am Ball. Bei seinem letzten Einsatz von Beginn an am 22. Spieltag waren es (zwei Schüsse).

Diego aggressiv und souverän

Auch Diego zeigte neuen Elan. bereitete der Brasilianer vor. Zudem brachte er an. Vor einer Woche waren es gespielte Pässe. Seine (drei von drei).

Zudem störte Diego viel früher das Aufbauspiel des Gegners. 14 Mal griff er ein. Das waren zwar "nur" drei gute Abwehraktionen mehr als in der Vorwoche, doch es waren vorm gegnerischen Tor als am (null).

Riether kein guter Verteidiger

Auch Sascha Riether machte im rechten Mittelfeld eine wesentlich bessere Figur als noch eine Woche zuvor als Innenverteidiger. Er brachte an, schlug drei Flanken, bereitete zwei Schüsse vor und hatte immerhin noch . Eine Woche zuvor brachte er aus der Verteidigung heraus an und griff nur ein.

Da machte Rückkehrer Arne Friedrich ein deutlich besseres Spiel. Der Nationalspieler 39 Mal sein Ziel. , elf Mal davon als klärende Aktion. Friedrich war auch ein Grund für das bessere Stellungsspiel der "Wölfe" gegen Stuttgart.

Frühes Stören verbesserte Abwehrleistung

Der vorm eigenen Strafraum. Vor allem die Lücke in der Zentrale, die , wurde geschlossen. Es gab mehr klärende Aktionen im Sechzehner ( und nur ). So kam es, dass neun der 16 Stuttgarter Schüsse aus einer abgegeben wurden.

Doch nicht alles lief wie gewünscht bei Magaths Rückkehr nach Wolfsburg. Makoto Hasebe, der im linken zentralen Mittelfeld agierte, war kein Aktivposten. Zwar fanden bis zu seiner Auswechslung ihr Ziel. Doch der Japaner war an beteiligt – einer misslungenen Flanke und einem Kopfball, der am Tor vorbeiging.

Weniger Flanken, aber bessere Quote

Auch Josué, der erstmals seit dem 21. Spieltag wieder auflief, konnte noch nicht an alte Zeiten anknüpfen. Der Brasilianer an, ohne ein einziges Mal direkt an einer gefährlichen Aktion beteiligt gewesen zu sein.

Auch über die Flügel besteht noch Steigerungsbedarf. Vor einer Woche gegen Nürnberg schlugen die Niedersachsen , zehn davon erfolgreich. Sie hatten . In Stuttgart waren es hingegen nur und . Allerdings war die Erfolgsquote höher, kamen doch wieder zehn Flanken an.