Es tut sich was in Ingolstadt. Der FCI hat einen Klassestart in die 2. Bundesliga hingelegt und steht nach vier Spieltagen auf Platz 2 der Tabelle. Noch zwei Remis zum Auftakt trumpfte die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl zuletzt zweimal groß auf. Im Interview mit bundesliga.de spricht Ingolstadts Kapitän Marvin Matip über den Start, seine Ziele in Ingolstadt und die Perspektiven des Vereins.

bundesliga.de: Marvin Matip, wieviel Spaß macht es im Moment, in Ingolstadt Fußball zu spielen?

Marvin Matip: Auf dem Platz sehr viel. Wir haben jetzt in den letzten beiden Spielen das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Und wenn man die Spiele dann gewinnt, macht es doppelt Spaß.

bundesliga.de: Man hat den Eindruck, dass der FCI den Schwung der Rückrunde in die neue Saison mitgenommen hat?

Matip: Definitiv. Die Mannschaft hat immer mehr verinnerlicht, wie der Trainer Fußball spielen will, und gesehen, dass sie damit auch punkten kann. Wir setzen jetzt die Vorgaben sehr gut um, angefangen damit, dass alle defensiv mitarbeiten. Wir pressen den Gegner früh, laufen ihn früh an und versuchen ihn, nie in Ruhe zu lassen. Die Jungs vorne erleichtern der Defensive so die Arbeit. In den letzten beiden Spielen haben wir nur sehr wenig zugelassen.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie die Entwicklung in Ingolstadt in den letzten Monaten?

Matip: Die Punkteausbeute war schon in der vergangenen Saison unter dem Coach gut. Wir haben das System angenommen. Jetzt sind wieder neue Spieler dazugekommen, die ihre Zeit brauchen, dieses System zu verinnerlichen. Wir sind aber noch nicht am Ende der Reise. Wir wollen in jedem Spiel für den Gegner sehr unangenehm sein. Das ist uns schon gut gelungen. Aber wir müssen uns immer wieder aufs Neue beweisen.

bundesliga.de: Die Ansätze sind vielversprechend. Auch die Heimmisere scheint behoben zu sein. Wo liegen die Ursachen dafür?

Matip: Wir können den Saisonstart gut einschätzen und wissen auch, dass wir die Tabelle noch nicht so ernst nehmen müssen. Aber wir haben es gegen eine sehr gute Zweiliga-Mannschaft wie Fürth geschafft, den Gegner  eine ganze Halbzeit komplett vom Tor wegzuhalten und selbst Chancen zu kreieren. Das ist uns in der Vergangenheit gerade zuhause nicht so gelungen. In dem Bereich sind wir einen kleinen Schritt weiter. Ob es dann am nächsten Spieltag auch gegen Aalen, eine Mannschaft, die taktisch sehr gut defensiv verteidigt, klappt, müssen wir abwarten. Ich bin aber optimistisch, was diese Saison angeht, weil wir uns in kleinen Schritten immer mehr verbessern.

bundesliga.de: Sie spielen Ihre fünfte Saison in Ingolstadt, sportlich ging es in dieser Zeit immer etwas weiter nach oben. Wie sehen die Ziele für diese Saison aus?

Matip: Die Grundziele haben sich nicht geändert. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, den wir im letzten Jahr um ein Tor verpasst haben. Es geht darum, sich spielerisch weiterzuentwickeln, um dann in der kommenden Saison einen Fußball zu spielen, mit dem wir höhere Ziele anstreben können. Wir wollen wie gesagt unangenehm sein, sehr gut verteidigen und vorne unsere Nadelstiche setzen. Wir wollen einen besseren Fußball spielen.

bundesliga.de: Sie haben Ihren Vertrag in Ingolstadt verlänger. Sehen Sie auf weite Sicht auch die Perspektive Bundesliga?

Matip: Definitiv. Ich habe bis 2017 verlängert. Mein großes Ziel ist es, noch einmal in der Bundesliga anzugreifen. Dafür habe ich mir genau den richtigen Verein ausgesucht. In der Vergangenheit wurden Entwicklungen in Aussicht gestellt. Das neue Funktionsgebäude steht. Ich habe gesehen, dass die Ziele nicht nur angekündigt sondern auch angegangen wurden. Deswegen glaube ich fest daran, dass hier viel möglich ist, wenn wir in dieser Saison eine ruhiges Jahr ohne Abstiegssorgen spielen und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Dann könnte Ingolstadt auch für andere Spieler interessant werden, mit denen wir dann eine Mannschaft aufbauen könnten, die vielleicht einmal in die Bundesliga aufsteigen kann. Aber das ist alles Zukunftsmusik. Wir wollen in dieser Saison so weitermachen, wie wir in den ersten vier Spielen gepunktet haben. Wir wissen auch, dass wir gegen Darmstadt sehr viel Glück hatten. Wir können den Start gut einordnen und freuen uns auf die nächsten Spiele.

bundesliga.de: Welche Rolle hat bei Ihrer Vertragsverlängerung der von Ihnen bereits angesprochene Trainer Ralph Hasenhüttl gespielt?

Matip: Eine sehr große. Ich habe ein sehr vertrauensvolle Verhältnis zu ihm. Er bindet mich in seine Entscheidungen ein. Er ist ein sehr kommunikativer, Typ der unserer Mannschaft sehr gut tut. Ich fühle mich sehr wohl unter ihm. Auch bei der Art, wie wir Fußball spielen, liegen wir auf einer Wellenlänge.

bundesliga.de: Abschlussfrage: Wie sehr verfolgen Sie noch Ihren Ex-Verein, den 1. FC Köln?

Matip: Einer meiner besten Freunde, der Thomas Kessler, spielt immer noch da. Ich drücke dem FC an jedem Wochenende die Daumen. Der FC ist sehr gut in die Saison gestartet. Ich hoffe, dass der FC ein ruhiges Jahr erlebt. Für mich ist es ohnehin unfassbar für mich, dass das Umfeld derzeit so ruhig ist. Sie haben eine gute Truppe, die in Ruhe arbeiten und auch auf Rückschläge vorbereitet sein muss.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski