München - Javier Martinez "brennt" auf seinen Einstand, doch ob der spanische "Feuerwehrmann" schon am Sonntag erstmals Brände im defensiven Mittelfeld von Bayern München löschen darf, ist offen. Martinez stand erst drei Mal mit seinen neuen Mannschaftskollegen auf dem Trainingsplatz.

Ob das für einen Einsatz im Südgipfel gegen den VfB Stuttgart (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) - übrigens am 24. Geburtstag von Martinez - reicht, wird Bayern-Trainer Jupp Heynckes kurzfristig entscheiden. Sein Kollege Bruno Labbadia indes geht davon aus, dass Martinez nur vier Tage nach seiner Verpflichtung von Athletic Bilbao spielen wird, wie er sagte.

Lob von den neuen Kollegen - Sammer fordert Konzentration



Angst jagt Rekordmann Martinez den wackeren Schwaben aber nicht ein. "Wir fahren da mutig hin, um zu punkten. Wir werden uns nicht hinten reinstellen", sagte Labbadia. Außerdem sei es angesichts der großen Namen im Bayern-Kader "fast egal, wer da aufläuft". Egal? Die erstmals 71.000 Zuschauer in der erweiterten Münchner Allianz Arena werden das anders beurteilen. Alle wollen Martinez sehen. Was kann der? Wie spielt der? Wie klappt das Zusammenspiel mit den anderen Stars? Wer muss für ihn weichen?

Bei seinen neuen Kollegen war der erste Eindruck von Martinez positiv. Als "offen" beschrieb ihn Torhüter Manuel Neuer. Kapitän Philipp Lahm schwärmte nach den ersten Einheiten, Martinez sei ein "technisch sehr, sehr guter Spieler", der "sehr sauber" spiele. Es sei wichtig, betonte Lahm, "dass er seine Leistung bringt". Neuer hofft derweil, "dass er uns so schnell wie möglich weiterhilft".

Ob das schon am Sonntag der Fall sein wird, ist für Matthias Sammer gar nicht so wichtig. Dem Sport-Vorstand geht der Trubel um den Neuen ohnehin zu weit, er forderte volle Konzentration auf den Gegner. "Ich halte sie auch aufgrund der Auftakt-Niederlage für gefährlich", sagte er mit Blick auf das unglückliche 0:1 des VfB am 1. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg, "Wir sollten das Schärfen der Sinne keinesfalls vernachlässigen", sagte Sammer.

VfB mit Rückenwind



Zumal Stuttgart nicht an die Isar fährt, "um Schadensbegrenzung zu betreiben", wie Torwart Sven Ulreich betonte: "Wir müssen Gas geben, damit wir nicht mit null Punkten starten, und wollen dort gewinnen." Spielführer Serdar Tasci meinte, das Weiterkommen in der Europa League gebe den Schwaben Rückenwind. Und auch Sportdirektor Fredi Bobic, der als Spieler und Funktionär in 29 Spielen gegen die Bayern noch nicht gewonnen hat, ist zuversichtlich, "weil Moral und Mentalität in der Mannschaft derzeit stimmen".

Der VfB geht das Vorhaben, nach sechs Pflichtspielniederlagen gegen die Bayern wieder dreifach zu punkten, ohne Zdravko Kuzmanovic an. Der Mittelfeldspieler fällt wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel aus. Die Münchner müssen unter anderem weiter auf den ehemaligen Stuttgarter Mario Gomez verzichten.



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