Zusammenfassung

  • Mit sechs Treffern ist Winter-Neuzugang Mario Gomez bereits Top-Torjäger in Stuttgart

  • Dank des VfB-Stürmers haben sich die Schwaben aus dem Abstiegskampf verabschiedet und schielen Richtung Europapokal

  • Gomez darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme an der WM im Sommer machen

Köln – 17 Punkte aus sieben Spielen: Seit Tayfun Korkut den Trainerposten beim VfB Stuttgart übernommen hat, konnte kein Bundesliga-Team mehr Punkte sammeln als der Zweitliga-Meister des Vorjahres. Großen Anteil daran hat Top-Torjäger Mario Gomez, der im Winter vom VfL Wolfsburg in seine schwäbische Heimat zurückkehrte: Sechs Treffer konnte der Nationalstürmer bereits im VfB-Dress erzielen, auch beim 2:1-Sieg in Freiburg am vergangenen Wochenende war der 32-Jährige doppelt erfolgreich.

"Ich bin nach Stuttgart gekommen, um zu helfen, dass wir nicht absteigen. Und jetzt sind wir auf einem guten Weg. Das ist das, was für mich zählt", erklärte Gomez nach dem hart erkämpften Triumph im baden-württembergischen Duell dem "Südwestrundfunk", der für den VfB ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt darstellte. Abermals hatte der Routinier im Stuttgarter Sturm auf Reisen zugeschlagen: Nach seinem zweiten Doppelpack in Serie auf fremdem Platz (bereits in Köln war Gomez Zweifach-Torschütze) steht er bei einem halben Dutzend Toren im VfB-Dress – allesamt auswärts. Eine Statistik, die dem Angreifer keine Bauchschmerzen bereitet: "Am Ende des Tages bin ich Stürmer – und wir Stürmer spielen, um Tore zu schießen. Aber wann die Tore fallen, wo und wie, ist mir eigentlich völlig egal. Ob ich jetzt noch vier Tore auswärts schieße und keines zuhause, ist mir vollkommen wurscht."

"Ich bin nach Stuttgart gekommen, um zu helfen, dass wir nicht absteigen. Und jetzt sind wir auf einem guten Weg." Mario Gomez

Schon jetzt hat sich die Rückholaktion für den VfB komplett ausgezahlt: Gomez war in der Rückrunde an sieben der zwölf VfB-Tore direkt beteiligt– er ist bereits der alleinige Topscorer des VfB in dieser Bundesliga-Saison, auch seine sechs Treffer toppt kein Stuttgarter. Und seine Erfolgsquote schlägt sich auch tabellarisch für die Schwaben nieder: In der Rückrundentabelle ist der VfB die Nummer drei der Bundesliga, nur der FC Bayern holte 2018 mehr Punkte (25) als Stuttgart mit Gomez (20).

Video: Gomez trifft doppelt beim VfB-Sieg in Freiburg

Und der Mittelstürmer tritt dabei in historische Fußstapfen:  In Freiburg zog Gomez mit seinen Treffern Nummer 68 und 69 für den VfB in der ewigen Torschützenliste der Schwaben mit Fredi Bobic gleich und jagt nun Jürgen Klinsmann, der mit 79 Toren auf Rang fünf liegt. Nach den Doppelpacks in Freiburg und Köln (erst der dritte VfB-Spieler, dem das gelang) kann der 32-Jährige beim kommenden Auswärtsspiel in Dortmund einen Bundesliga-Rekord einstellen: Bislang trafen nur Robert Lewandowski (2016/17), Gerd Müller (1971/72) und Rainer Schönwälder (1963/64) in drei Auswärtsspielen in Folge doppelt.

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Lob von und für Trainer Korkut

Seine aktuelle Form hat dem robusten Angreifer die Anerkennung seines Trainers eingebracht: "Mario ist für uns enorm wichtig und hat einen Lauf. Seine Stärke ist der Strafraum. Wichtig ist, dass wir ihn da immer wieder in Szene setzen und dass er dann die Tore macht", unterstreicht VfB-Trainer Tayfun Korkut. Für Gomez ist der Deutsch-Türke dagegen ein wichtiger Grund für den aktuellen Aufschwung beim VfB. „Es ist Wahnsinn, dass wir in diesen Spielen mit dem Trainer so viele Punkte gesammelt haben. Das ist sicherlich ein ganz großer Verdienst von ihm. Diese Ruhe und Gelassenheit, die er vom ersten Tag an auf die Mannschaft ausgestrahlt hat, die haben wir mittlerweile auf dem Platz. Das ist das A und O im Abstiegskampf“, lobt der ehemalige Münchener.

Auch durch seine Zweikampfstärke ist Gomez ein wichtiger Baustein beim VfB Stuttgart © imago / Eibner

Doch aus dem Abstiegskampf hat sich Stuttgart auch dank seines treffsicheren Rückkehrers Stück für Stück entfernt – mit 37 Punkten könnte sich der VfB sogar erlauben Richtung Europapokal zu schielen. Gomez lassen diese Aussichten allerdings völlig kalt: "Lassen Sie uns bei den 40 Punkten bleiben, die geben mehr Ruhe. Wir haben jetzt einen Superlauf, und wir haben jetzt nicht vor das Fußballspielen einzustellen. Wir werden versuchen, unsere Serie auszubauen und wenn wir das tun, werden wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben", betont der 32-Jährige, der nicht nur dank seiner Tore wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückgekehrt ist.

Mario Gomez darf sich weiter Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme im Sommer machen © imago / DeFodi

Gomez steht im Kader der DFB-Elf für die Testspiele gegen Spanien und Brasilien – und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme im Sommer machen. "Wenn wir und ich genau so weitermachen, dann bringe ich mich in eine gute Position", stellt er allerdings keine Forderungen. Seine Qualitäten als Torjäger sind Bundestrainer Joachim Löw wohlbekannt. "Zu wissen, wo im Sechzehner der Ball hinkommt, ist meine absolute Stärke. Wichtig ist, dass er sieht, ob ich fit bin, die Energie und das Selbstbewusstsein habe. Im Moment habe ich das zu 100 Prozent", sagt der Stuttgarter. 100 Prozent, die derzeit den VfB ins Glück und aus dem Abstiegskampf geschossen haben.

Thomas Reinscheid