Zusammenfassung

  • Mario Gomez glänzt gegen Hoffenheim mit einem Doppelpack

  • Der Stuttgarter Stürmer trifft damit erstmals seit seiner Rückkehr zu Hause

  • Der VfB hat vor dem 34. Spieltag noch Chancen auf die Europa League

Stuttgart - Endlich. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim erzielte Mario Gomez seine ersten beiden Heimtreffer nach der Rückkehr zum VfB Stuttgart. Kein Wunder, dass danach alle voll des Lobes waren. Nur der Hauptdarsteller blieb bescheiden.

>>>Alle Infos zum Spiel #VFBTSG im Matchcenter

Als das Fass mit guten Nachrichten und positiven Emotionen bereits am überlaufen war, setzte Mario Gomez am Samstagabend doch noch einen obendrauf: "Ich habe viel weniger Schmerzen als direkt nach dem Abpfiff", sagte der Matchwinner den so lange auf ihn wartenden Journalisten. Kurz vor dem Abpfiff habe er von einem Hoffenheimer einen Schlag abbekommen, jetzt aber sei soweit alles wieder gut.

Zum Glück werden sich viele Fans des VfB Stuttgart sagen, denn: Gomez ist – spätestens nach seinen beiden Treffern gegen Hoffenheim – einer der Hauptverantwortlichen des erstaunlichen und bemerkenswerten Stuttgarter Aufschwungs.

Transfercoup der Winterpause

Es war der Transfercoup der Winterpause: Mario Gomez kehrt nach achteinhalb Jahren zurück zum VfB. Seitdem leistet der erfahrene und bullige Angreifer im Schwabenland Erstaunliches – sowohl auf als auch abseits des Platzes. Acht Treffer hat er erzielt, den Gegnern zumeist Angst und Schrecken eingejagt, seine eigenen Mitspielern Stärke eingeimpft und dafür gesorgt, dass die Stuttgarter relativ zügig mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hatten. Für ihn das Sahnehäubchen: Die beiden Tore gegen starke, aber glücklose Hoffenheimer waren nach der Rückkehr seine ersten vor heimischem Publikum.

Video: Stuttgart in der Taktik-Analyse

Gomez schwerster Job scheint derzeit, bei aller Euphorie auf dem Boden zu bleiben. Das aber gelingt gut. "Unsere Rückrunde ist nicht selbstverständlich. Für eine Mannschaft, wie wir sie haben, ist das brutal", so Gomez. "Wir sind charakterlich eine super Truppe. Sportlich gibt es sicher bessere Mannschaften.“ Tabellenplatz acht sei das Ergebnis von Zusammenhalt, es mache einfach Spaß derzeit.

"Ich brauche meine Mitspieler wie kaum ein anderer Stürmer" Mario Gomez

Ihm wichtig:  Er sei nicht der alleinige Verantwortliche für den Erfolg der Schwaben. "Ich brauche meine Mitspieler wie kaum ein anderer Stürmer. Die Jungs haben die ganze Rückrunde auch einmal einen Schritt mehr gemacht für mich.“ Auch die Verteidiger oder der Torwart hätten es verdient, gefeiert zu werden. Ohne sie wäre der Aufschwung nicht möglich gewesen.

Klar ist aber auch: Gomez Kollegen wissen genau, was sie an ihrem Goalgetter haben. Egal, wen man am Samstag fragte, ob Kapitän Christian Gentner, Sturm-Partner Daniel Ginczek oder Erik Thommy: Sie alle sind voll des Lobes, sie schätzen Gomez als Teamleader und Führungsfigur. Auch Sportdirektor Michael Reschke, der sich nach dem Sieg gegen Hoffenheim überglücklich zeigte, weiß genau, was er an Gomez hat: "Er war seit seiner Rückkehr unglaublich belebend, es war beeindruckend, was er insgesamt abgeliefert hat.“ Die beiden Treffer gegen Hoffenheim seien "kaltschnäuzig" gewesen. "Gomez ist für die Mannschaft und den gesamten Club ein brutaler Gewinn", so Reschke weiter.

© gettyimages / Thomas Kienzle

Europa League weiterhin drin

Logisch, dass sich nun automatisch die Frage nach Gomez Teilnahme bei der Weltmeisterschaft stellt. Natürlich fand man am Samstag niemanden in Stuttgart, der das dem 32-Jährigen nicht gönnen würde oder es wohl auch für richtig hält. Gomez selbst blieb auf Nachfrage defensiv. Sehr gerne wäre er dabei, aber die Entscheidung falle alleine Bundestrainer Joachim Löw. "Ich warte auf die Nominierung und hoffe, dass ich dabei bin. Wenn nicht, dann nicht".

Einen klitzekleinen Wehrmutstropfen gab es für den VfB und Gomez am Ende aber doch noch. Auch die drei Punkte gegen Hoffenheim hievten sie nicht weiter in Richtung Europa League, die anderen Ergebnisse machten das unmöglich. Nun muss man wohl am letzten Spieltag in München gewinnen, ein Ding der Unmöglichkeit? "In der Bundesliga ist alles möglich", sagte Gomez dazu. Mit ihm derzeit auf jeden Fall.    

Jens Fischer