Innovative Spitznamen sind eher selten im Profisport. Gern werden einfach nur Vor- oder Nachnamen verniedlicht oder verändert. Marek Mintal muss also einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, wurde er doch das "Phantom" getauft.

Unauffällig aber unheimlich effektiv - so ist die Spielweise des Slowaken. Wie aus dem Nichts taucht er manchmal auf und schlägt eiskalt zu. Ein passender Spitzname also. Effektiv war er auch schon, als er noch in seiner Heimat spielte. Und unauffällig war er zu jener Zeit wohl nur außerhalb der Slowakei.

Lange Karriere in der Heimat

Sieben Jahre lang ging Mintal in seiner Heimat auf Torejagd. Fast 200 Liga-Spiele bestritt er in der ersten slowakischen Liga für MSK Zilina, jenen Verein, für den er auch schon in der Jugend gegen den Ball getreten hat. Dabei schoss er 76 Tore. Gleich in seiner Debütspielzeit 1996/97 traf er in neun Einsätzen drei Mal.

2002 und 2003 wurde Mintal mit 20 beziehungsweise 21 Treffern Torschützenkönig der slowakischen Liga und endlich interessierten sich auch ausländische Clubs für den Mittelfeldspieler mit dem großen Offensivpotenzial.

Wechsel zum "Club"

Mintal entschied sich schließlich für einen Wechsel zum 1. FC Nürnberg in die 2. Bundesliga. Die Umstellung auf den deutschen Profifußball fiel dem Slowaken sichtlich leicht. 18 Tore standen am Saisonende auf seinem Konto. Und mit den Franken konnte er den Aufstieg in die Bundesliga feiern.

Dort schlug der frisch gekürte slowakische Fußballer des Jahres ein wie ein Blitz. 24 Treffer als Bundesliga-Debütant: Mintal gewann die Torjägerkrone. So etwas gab es zuvor noch nie in der Bundesliga.

Auf Völlers Spuren

Doch damit nicht genug. Mintal war in drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten in drei verschiedenen Ligen bester Torschütze und erst der zweite Spieler nach Rudi Völler 1982, der erst in der 2. Bundesliga und anschließend in der Bundesliga die Torjägerkanone sein Eigen nennen durfte.

Nichts schien den Slowaken aufhalten zu können. Nichts bis auf eine Reihe von Verletzungen. Zwei Mal brach sich Mintal innerhalb der Saison 2005/06 den Mittelfuß. Im Herbst 2006 der nächste Rückschlag: Eine Metallschiene, die zur Stabilisierung des Fußes diente, saß nicht korrekt. Der Fuß war somit nicht richtig verheilt. Wieder eine lange Pause.

Der erste Titel

Nach seinem erneuten Comeback hatte Mintal sogleich Grund zur Freude. Beim 3:2-Sieg des "Clubs" gegen Stuttgart im Finale des DFB-Pokals schoss er ein Tor, ehe er angeschlagen ausgewechselt werden musste. Doch pünktlich zur Siegerehrung war er vom Arztbesuch wieder zurück.

Wie wohl er sich in Nürnberg fühlt, sollte sich in der Folgezeit beweisen. Trotz des Abstiegs blieb Mintal den Franken treu und führte sie erneut zurück in die Bundesliga.

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