Zusammenfassung

  • Mit 17 Toren ist Marco Reus jetzt Dortmunds Rekordtorschütze in der Champions League.

  • Der Kapitän lobt die offensive Spielweise von Coach Lucien Favre.

  • Den jungen Wilden im BVB-Dress traut er noch sehr viel zu für die Zukunft.

Köln - Borussia Dortmund hat seine Siegesserie mit dem 3:0-Erfolg über Monaco auch in der Champions League fortgesetzt – und Marco Reus schreibt weiter Geschichte. Sein Tor war bereits der 17. Treffer für die Borussia in der Champions League. So gut war vor ihm nur Robert Lewandowski. Nach der Partie sprach der Kapitän über den Sieg und die historische Marke, die jungen Wilden des BVB und das Dortmunder Erfolgsgeheimnis.

Frage: Marco Reus, nach einer eher ausgeglichenen ersten Halbzeit hat der BVB in der zweiten Hälfte wieder aufgedreht und am Ende einen klaren Sieg über Monaco gefeiert. War Geduld dieses Mal das, was es gebraucht hat?

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Marco Reus: Ja, absolut. Monaco hat es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht, hat phasenweise den Ball gut laufen lassen. Wir hatten etwas Probleme, Torchancen zu kreieren. Aber wir sind nicht nervös geworden. Wir hatten einen guten Matchplan, wollten geduldig spielen und haben schon darauf spekuliert, dass bei Monaco hinten heraus die Kräfte etwas nachlassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser von hinten heraus gespielt und hatten so auch mehr Räume.

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Frage: Und egal, wer im Moment beim BVB von der Bank kommt – er trifft.

Reus: Es ist schon echt gut, was die Jungs vorne machen. Jacob Bruun Larsen kommt rein und macht direkt das wichtige 1:0. Momentan ist es wirklich brutal. Wir hoffen, dass wir das mitnehmen können. Aber es ist auch harte Arbeit. Und momentan haben wir ein gutes Gefühl auf dem Feld. Wir spielen mit viel Vertrauen, das zeichnet uns zurzeit aus.

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Frage: Auch die Youngster drücken dem BVB-Spiel zurzeit ihren Stempel auf. Wieviel Spaß macht Ihnen das Dortmunder Projekt "Jugend forscht"?

Reus: Tatsächlich ist es momentan eine gewisse Euphorie, was die Jungs betrifft. Sie geben uns extrem viel Input, helfen der Mannschaft extrem und glänzen noch dabei. 

"Wir werden sicher nicht jeden Gegner an die Wand spielen. Aber die Art und Weise, wie wir vor allem in den letzten zwei, drei Spielen aufgetreten sind, die stimmt mich schon sehr positiv. Wir wissen, dass wir immer ein Tor machen können."

Frage: Sind Sie manchmal selbst überrascht, dass es gerade bei den jungen Spielern wie Bruun Larsen oder Jadon Sancho so gut läuft?

Reus: Dass in vielen Spielern enormes Potenzial steckt, ist klar. Aber das A und O ist, dass wir einen Plan haben. Die Jungs wissen genau, was sie defensiv zu tun haben. Und offensiv haben wir alle Freiheiten. Das gibt uns der Trainer immer mit. Natürlich haben wir gewisse Lösungen, die wir auch trainieren. Aber im Spiel entscheidest du einfach instinktiv. Wenn du dann so Straßenfußballer wie Jadon und Jacob hast, dann macht das echt Spaß. Wir können froh sein, dass wir diese Spieler haben und dass es so gut läuft. Aber am Samstag gegen Augsburg wird es noch einmal ein ganz anderes Spiel. Da müssen wir vor der Länderspielpause noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

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Frage: Der BVB ist in der Bundesliga noch unbesiegt, hat beide Spiele in der Champions League gewonnen. Hätten Sie damit gerechnet?

Reus: Ich weiß, was unser Trainer kann und was für eine Philosophie er hat. Für mich kommt es daher nicht allzu überraschend. Wir werden sicher nicht jeden Gegner an die Wand spielen. Aber die Art und Weise, wie wir vor allem in den letzten zwei, drei Spielen aufgetreten sind, die stimmt mich schon sehr positiv. Wir wissen, dass wir immer ein Tor machen können. Trotzdem bleibt noch eine Menge zu tun. Monaco hatte auch zwei, drei sehr gute Kontermöglichkeiten. Wenn sie das besser ausspielen, kann es für uns richtig gefährlich werden. Wir haben zurzeit das Momentum auf unserer Seite. Aber dafür müssen wir auch weiter hart arbeiten.

"Wir haben zurzeit das Momentum auf unserer Seite. Aber dafür müssen wir auch weiter hart arbeiten."

Frage: Sie persönlich sind nach Ihrem Treffer jetzt gemeinsam mit Robert Lewandowski bester Dortmunder Torschütze in der Champions League. Bedeutet Ihnen das etwas?

Reus: Das habe ich auch erst nach dem Spiel erfahren. Es ist natürlich eine schöne Sache für mich, aber wichtig war der Sieg. 17 Tore sind eine schöne Zahl, aber es geht immer weiter.

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Frage: Es hätten sogar schon 18 Tore sein können. Warum haben Sie den Elfmeter an Paco Alcácer abgetreten? Wollten Sie nicht schießen?

Reus: Doch, natürlich! Aber ich hatte bei Paco das Gefühl, dass er gut drauf ist und habe ihm den Ball instinktiv überlassen. Leider hat er ihn nicht reingemacht. Aber dann hat er ja trotzdem noch das 2:0 erzielt. Und in der Situation war es deutlich schwieriger als beim Elfmeter. Seine Klasse ist unbestritten, aber er braucht noch Zeit. Wenn er erstmal die richtige Fitness hat, können wir noch mehr erwarten.

Auch gegen Leverkusen macht Marco Reus ein überragendes Spiel und ein Tor
Auch gegen Leverkusen macht Marco Reus ein überragendes Spiel und ein Tor © gettyimages / Maja Hitij

Frage: Der Trainer versucht immer mal wieder zu rotieren, Sie selbst haben aber bisher fast immer durchgespielt. Wie geht es Ihnen körperlich?

Reus: Sehr gut! (lacht) Jetzt kann ich das letzte Spiel vor der Pause am Samstag auch noch machen, bevor es zur Nationalmannschaft geht.

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Frage: In Dortmund spielen Sie in der Rolle hinter der Spitze groß auf, in der Nationalmannschaft mussten Sie zuletzt ganz vorne ran. Werden Sie das Gespräch mit dem Bundestrainer suchen?

Reus: Keine Ahnung, vielleicht schon. Das ist ja eine komplett andere Mannschaft. Sicher werden wir Gespräche führen. Aber wie die dann ausfallen, das kann ich nicht sagen. Dass ich mich in der Rolle im offensiven Mittelfeld wohler fühle, das sieht man ja. Ich bin halt kein Mittelstürmer. Beim BVB ist auch klar, dass Paco Alcácer und Maximilian Philipp unsere beiden Mittelstürmer sind und ich mich gerne dahinter aufhalte.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte