Zusammenfassung

  • Marco Reus glänzt gegen Nürnberg als Vorbereiter und Vollstrecker
  • Der Dortmunder erzielt seinen 100. Pflichtspieltreffer für den BVB
  • Reus: "Unser Pressing hat gut funktioniert"

Dortmund - Mit zwei Toren, einer Vorlage und einer bärenstarken Leistung hat Marco Reus den Borussia Dortmund zum 7:0-Erfolg über Nürnberg und damit zum höchsten Sieg seit 32 Jahren geführt. Dabei feierte der Nationalspieler gleich zwei historische Marken: Er wurde zum 100. Mal in seiner Bundesliga-Karriere ausgewechselt – und hatte zuvor seinen 100. Pflichtspieltreffer für die Borussia erzielt. Über sein Torjubiläum, die Gründe für den Kantersieg und die nächste Aufgabe bei Bayer Leverkusen sprach der Dortmunder Kapitän nach der Partie im Interview.

Frage: Marco Reus, Sie haben gegen Nürnberg Ihr 100. Pflichtspieltor für den BVB erzielt. Was bedeutet Ihnen diese Marke?

Marco Reus: Das bedeutet mir sehr viel. Es ist eine große Ehre für mich. Es hat lange gedauert, aber ich hoffe natürlich, dass es nicht das letzte Tor war, das ich für den BVB geschossen habe. Ich hoffe, es geht direkt so weiter.

Frage: Ab wann hatten Sie den Eindruck, dass es gegen den 1. FC Nürnberg eher eine leichte Aufgabe wird?

Reus: Leicht würde ich nicht unterschreiben. Allerdings hatte man das Gefühl, dass Nürnberg sehr passiv war. Sie standen teilweise mit zehn Mann hinten, haben mit einer Fünferkette verteidigt und waren nicht sehr aggressiv. Wir sind gut ins Spiel gekommen, konnten unser Passspiel sicher aufziehen und sind früh zu unseren Torchancen gekommen. Für uns war es dann wichtig, dass Christian Pulisic und Jacob Bruun Larsen das frühe Tor wunderbar gemacht haben. Danach haben wir uns phasenweise in einen Rausch gespielt und haben endlich viele Torchance kreiert, die wir dann auch zu Toren verwertet haben.

"Wenn der Gegner ein bisschen nachlässt und Jadon kommt dann ins Spiel, dann ist er jedes Mal eine Waffe für uns" Marco Reus

Frage: Warum hat es offensiv deutlich besser geklappt als in den vergangenen Spielen?

Reus: Wir haben immer gesagt, dass wir mit dem neuen Trainer und der neuen Philosophie ein bisschen Zeit brauchen. Gegen Nürnberg war es schon richtig gut. Vor allem auch deshalb, weil Jacob und Christian nicht nur außen standen, sondern sich auch am Spielbetrieb in der Mitte beteiligt haben. So wurde es auch für Maximilian Philipp und mich einfacher. Wir konnten schneller und direkter spielen und so kommt man dann auch zu Torchancen.

Frage: Mit Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou standen zwei junge Spieler in der Startelf, die zuletzt nicht gespielt haben. Auch Jacob Bruun Larsen hat kaum Erfahrung. Waren Sie überrascht, wie mutig und selbstsicher sie aufgetreten sind?

Reus: Nein, eigentlich nicht. Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt, dass wir uns mehr zutrauen müssen, gerade auch über die Außenbahnen mal Eins-gegen-eins-Situationen suchen sollen. Das haben wir gut gemacht. Auch unser Pressing hat gut funktioniert – trotz der gegnerischen Fünferkette, gegen die wir in den vergangenen Spielen auch mal Probleme hatten, in die gefährlichen Räume zu kommen. Es war insgesamt auf jeden Fall ein Schritt nach vorne.

Video: Die ersten 100 Bundesliga-Tore von Marco Reus

Frage: Und Jadon Sancho ist ein zu guter Joker, um direkt in der Startelf zu stehen?

Reus: (lacht) Das ist schon der Wahnsinn momentan. Ich finde es einfach unheimlich wichtig, dass er jedes Mal so gut reinkommt. Wenn der Gegner ein bisschen nachlässt und Jadon kommt dann ins Spiel, dann ist er jedes Mal eine Waffe für uns. Wir sind froh, dass wir ihn in der Hinterhand haben und er immer noch mächtig für Dampf sorgt.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass die Mannschaft sich jetzt langsam gefunden hat?

Reus: Siege tun immer gut. Wir können immer darüber reden, dass wir spielerisch nicht so gut waren, aber nichts ist wichtiger, als Punkte zu holen. Das ist im Fußball nun mal so. Wir nehmen jeden Dreier mit. Und wenn er dreckig ist, dann ist er dreckig. Wir müssen Geduld haben, wir müssen Vertrauen haben in uns. Gegen Nürnberg hat sich das zum ersten Mal auch spielerisch ausgezahlt. Aber man muss auch ehrlich sagen, dass Nürnberg uns nicht an die Grenzen gebracht hat. Das wird am Samstag in Leverkusen hundertprozentig anders sein.

Frage: Mit welchem Gefühl geht es jetzt nach Leverkusen?

Reus: Wir wissen, dass wir immer noch eine Menge zu tun haben. Nürnberg hat uns wie gesagt nicht an die Grenzen gebracht. In Leverkusen ist es immer schwierig, das wissen wir. Sie haben die letzten beiden Spiele in der Liga gewonnen und sind im Aufwärtstrend. Das wird ein packendes Spiel.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte