Marco Reus steht vor seinem 350. Bundesliga-Spiel - © /
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Marco Reus feiert besonderes Jubiläum

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Wenn Marco Reus am Wochenende beim Spiel gegen den FC Augsburg (Sonntag, 15:30 Uhr) den Rasen des Signal Iduna Parks betritt, dann wird es für ihn nicht nur das erste Pflichtspiel im Jahr 2023 sein. Reus wird aller Voraussicht nach auch sein 350. Bundesliga-Spiel absolvieren. Zeit, seine bisherige Karriere in der Bundesliga zu beleuchten.

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Der inzwischen 33-jährige ist dort, wo er immer hinwollte: "Dortmund ist meine Heimat, der BVB ist mein Verein. Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, in Schwarz und Gelb aufzulaufen", erklärte er einst. Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus, dass dieser Traum auch wahr werden würde.

Marco Reus wurde zwar in Dortmund geboren und verbrachte einige Jahre in der Jugend seines Heimatclubs, doch in der U17 war vorerst Schluss für ihn beim BVB. Nach Ansicht seines damaligen Trainers sei er „zu klein und schmächtig“ gewesen, erklärte er im Interview mit "SPOX".

Marco Reus feiert im August 2009 zusammen mit Oliver Neuville seinen ersten Bundesliga-Treffer - imago sportfotodienst/imago sportfotodienst

Vom BVB über Ahlen in die Bundesliga

So musste Reus Umwege in Kauf nehmen, um seinen Traum zu verwirklichen. Dieser führte ihn zuerst zu Rot Weiss Ahlen, wo er von 2006 bis 2009 spielte und mit dem Club 2008 in die 2. Bundesliga aufstieg. Reus hielt mit Ahlen die Klasse, wurde am Ende der Saison 08/09 Tabellenzehnter und empfahl sich für höhere Aufgaben. Die Bundesliga klopfte an.

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Im Sommer 2009 sicherte sich Borussia Mönchengladbach die Dienste des damals 19-Jährigen und der frühere Sportchef Max Eberl präsentierte der Bundesliga einen jungen Spieler, „der sich noch weiter entwickeln wird und von dem wir uns viel versprechen“. Er sollte Recht behalten.

Seine Bundesliga-Premiere feierte Reus direkt am ersten Spieltag der Saison 09/10, als er beim 3:3 gegen den VfL Bochum rund 20 Minuten vor dem Ende eingewechselt wurde. Wenige Wochen später feierte Reus auch seine Tor-Premiere: Er erzielte mit einem für ihn unnachahmlichen Sololauf das 2:0 gegen Mainz 05. Satte 33 Einsätze standen am Ende seiner ersten Bundesliga-Saison zu Buche. Reus hatte sich innerhalb kürzester Zeit zum Stammspieler entwickelt, steuerte acht Treffer und vier Vorlagen bei.

Als BVB-Kapitän feierte Marco Reus 2021 den Gewinn des DFB-Pokals - TimGroothuis via TEAM2sportphoto/Groothuis/Witters/Pool/Witters

Erfolge mit den Fohlen, Traumerfüllung mit dem BVB

Obwohl Reus in der Folgesaison noch bessere Zahlen lieferte (zehn Treffer, neun Vorlagen), steckte die Fohlenelf tief im Abstiegskampf und konnte sich erst dank einer dramatischen Siegesserie kurz vor Saisonende auf den Relegationsplatz retten. In der Relegation sorgte Reus mit seinem Treffer gegen den VfL Bochum dafür, dass Gladbach in der Bundesliga blieb und fortan eine Erfolgsgeschichte schreiben sollte.

Macht's Haller nun Haaland, Aubameyang und Alcacer nach?

Eine, an der Reus im ersten Jahr einen großen Anteil hatte. Mit phänomenalen 18 Treffern und zwölf Torvorlagen trug er entscheidend dazu bei, dass die Fohlen am Saisonende den vierten Tabellenplatz feiern durften. Nach Saisonende wurde er als Spieler der Saison ausgezeichnet (13/14 und 18/19 erneut).

Für Reus war es Zeit seine Träume zu verwirklichen: Nach drei Jahren am Niederrhein (36 Tore in 97 Spielen) wechselte er im Sommer 2012 zu seinem Jugendverein Borussia Dortmund, der gerade seine zweite Meisterschaft feierte. Unter der Leitung von Jürgen Klopp blieb Reus auf höchstem Niveau. Er erzielte gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel für den BVB (gegen Werder Bremen) einen Treffer. Wie so oft war es das so wichtige 1:0. Ganze 60 seiner Bundesliga-Tore bedeuteten das 1:0 für seinen Club – Reus ist ein Experte für diese Situationen.

Erfolgreichster aktiver Torjäger der Bundesliga

Insgesamt stehen bei Marco Reus bisher 146 Bundesliga-Treffer (kein aktiver Spieler in der Liga hat mehr) in 14 Bundesliga-Saisons zu Buche. 110 davon erzielte er für den BVB (252 Spiele). Mit fünf weiteren Toren kann er mit Club-Legende Lothar Emmerich gleichziehen. Im Jahr 2012 wurde er erstmalig zu Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet (2019 wurde ihm diese Ehre erneut zuteil), Nationalspieler war er da bereits seit über einem Jahr.

Borussia Dortmund bereit für den Neustart

Die Liste an persönlichen Erfolgen ist lang. Dann kam auch endlich der langersehnte große Titel dazu: Nach drei Final-Niederlagen in Folge (2014 und 2016 gegen die Bayern, 2015 gegen Wolfsburg) feierte der BVB 2017 den Sieg des DFB-Pokals. Diesen gewann der BVB mit Reus als Kapitän im Mai 2021 erneut.

Auch aktuell ist Reus weiterhin ein zentraler Baustein des Dortmunder Spiels, war in seinen letzten 20 Bundesliga-Spielen an 17 Treffern beteiligt. Mit zwei weiteren Toren kann er Thomas Allofs auf Platz 16 der ewigen Torschützenliste der Bundesliga einholen. Und der BVB ist auch noch im DFB-Pokal dabei. Das sind ziemlich gute Aussichten für einen Dortmunder, der in jungen Jahren den Durchbruch nicht schaffte und über Umwege einer der besten deutschen Fußballer seiner Zeit wurde.