Zusammenfassung

  • Höger: "Ein Traum geht in Erfüllung"

  • Erfahrung in Champions und Europa League

  • Ein vielseitig einsetzbarer Spieler

Köln – Für Marco Höger geht ein Traum in Erfüllung - der echte kölsche Jung spielt künftig für den 1. FC Köln, den Club, für den der 26-Jährige seit seiner Kindheit schwärmt. Rund ums Geißbockheim ist die Freude groß, mit dem Defensivmann wollen die Kölner noch stabiler werden.

Auf diesen Moment hatte sich Marco Höger lange gefreut und hart darauf hin gearbeitet. Am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison wurde der Mittelfeldspieler beim 4:1-Sieg des FC Schalke 04 in Hoffenheim in der 85. Minute eingewechselt. Nur fünf Minuten Spielzeit, aber für ihn ganz wichtige fünf Minuten. "Ich wollte mich unbedingt auf dem Platz aus Schalke verabschieden", sagt Höger über den besonderen Augenblick. Acht Monate hat er zuvor nicht spielen können, nachdem er sich im September 2015 einen Teilriss des Kreuzbandes zugezogen hat. Jetzt ist er wieder da und sagt nach fünf Jahren auf Schalke auf dem Rasen tschüss. Für ihn auch eine Frage der Ehre.

Aggressivität und Flexibilität

In Köln will er nun neu angreifen und die durch die schlimme Verletzung verkorkste vergangene Saison vergessen machen. FC-Coach Peter Stöger ist davon überzeugt, mit Höger den richtigen Mann geholt zu haben: "Marco hat seine Qualitäten, wie Aggressivität gegen den Ball und sicheres Passspiel, in vielen Spielen nachgewiesen. Beim FC Schalke 04 hat er auf mehreren Positionen agiert, das zeigt seine Flexibilität und sein taktisches Verständnis."

Beim Effzeh soll der Rechtsfuß die ohnehin schon starke Defensive noch weiter verbessern. Die Position ist dabei noch nicht festgelegt. Schließlich ist Höger hinten praktisch überall einsetzbar, spielte auf Schalke und zuvor bei Alemannia Aachen auf der "Sechs" im defensiven Mittelfeld, aber auch auf der rechten Seite in Mittelfeld und Abwehr. "Bis zur Acht ist alles möglich", sagt Stöger über die möglichen Einsatzbereiche seines Zugangs.

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Durchbruch am Tivoli

"Es war ein Kindheitstraum von mir, für den 1. FC Köln zu spielen", sagt Höger. Klar, schließlich ist er in Köln geboren und entsprechend mit dem FC aufgewachsen. Schon als Kind nahmen ihn sein Vater und sein Großvater mit zu den Spielen, häufig auch zum Training der Profis am Geißbockheim. Selbst spielte Höger, der in Bergisch-Gladbach lebte, indes in der Jugend von Bayer 04 Leverkusen, später bei Alemannia Aachen. Am Tivoli schaffte er 2009 auch seinen Durchbruch im Profifußball. In seiner zweiten Saison bei der Alemannia gelangen ihm sieben Tore und acht Vorlagen in der 2. Bundesliga. Es folgte der Wechsel zum FC Schalke, wo er sich gleich durchsetzte und 27 Bundesliga-Spiele in seiner ersten Saison bestritt.

Höger wurde in Gelsenkirchen zum Stammspieler - allerdings durch Verletzungen immer wieder ausgebremst. Ein Riss der Syndesmose kostete ihn in der Saison 2012/13 die halbe Hinrunde, ein Kreuzbandriss im Jahr drauf legte ihn fast sieben Monate lahm. Doch Höger kämpfte sich immer wieder zurück und sicherte sich seinen Stammplatz auf Schalke.

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"Ein robuster, laufstarker Spieler"

Das will er nun auch in Köln schaffen und seinen zweiten Kreuzbandriss aus der abgelaufenen Saison hinter sich lassen. Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke ist überzeugt, dass dem 26-Jährigen das gelingen wird. "Marco ist ein robuster, laufstarker Spieler mit der entsprechenden Zweikampfhärte und hat in den vergangenen Jahren auch auf internationaler Bühne überzeugt." Immerhin 88 Bundesliga-Spiele (7 Tore) stehen in Högers Vita, dazu 17 Spiele in der Champions und 13 in der Europa League.

Vor allem seine Ballsicherheit und Passgenauigkeit dürften dem Kölner Spiel gut tun. Mit seiner Ruhe am Ball kann er das Aufbauspiel der Geißböcke lenken, gleichzeitig hinten für Sicherheit sorgen. Ganze 38 Tore waren dem Effzeh 2015/16 gelungen, nur drei Clubs trafen noch seltener. Hier will Stöger in der kommenden Spielzeit ansetzen, der FC soll torgefährlicher werden. Gleichzeitig aber nicht seine defensive Stabilität verlieren, immerhin kassierten nur die drei Topplatzierten Teams aus München, Dortmund und Leverkusen weniger Gegentore als Köln.

Haus in Müngersdorf

Nach dem Abgang von Yannick Gerhardt zum VfL Wolfsburg kommt auf Höger sicherllich noch mehr Verantwortung im Kölner Mittelfeld zu. Drücken wird er sich davor nicht. Im Gegenteil, Höger freut sich schon auf seine Auftritte in der Domstadt. "Es war immer mein Traum, einmal für Köln zu spielen. Jetzt wird er Wirklichkeit. Ich freue mich, wenn ich das erste Mal mit der Hymne im Stadion einlaufe. Das ist für einen Kölner etwas ganz Besonderes", sagt er. Die Atmosphäre rund um die Kölner Arena kennt Höger indes schon länger - seit Januar wohnt er in einem Haus in Müngersdorf, unmittelbar neben dem Stadion.

Tobias Schild