Zusammenfassung

  • Der Österreicher wird bis Sommer 2019 vom FC Bayern ausgeliehen.

  • Friedl hat schon Erfahrungen in der Champions League gesammelt.

  • Als Verteidiger ist er bei Werder gleich eine Alternative.

Köln. Mit Marco Friedl wechselt ein talentierter junger Spieler vom FC Bayern München zum SV Werder Bremen. Der 19-jährige Österreicher kommt auf Leihbasis und wird bis zum Sommer 2019 in Bremen bleiben. Friedl könnte am Samstagabend im Heimspiel gegen Hertha BSC schon im Kader stehen. Sein Ziel ist es mit Werder den Klassenerhalt zu sichern und Spielpraxis auf allerhöchstem Niveau zu sammeln.

Bayerns David Alaba wird über den Wechsel von Marco Friedl wahrscheinlich schon etwas traurig sein. "Er ist wie ein kleiner Bruder für mich", hatte der Österreicher mal gesagt. Friedl ist ebenfalls Österreicher und hat für sein Heimatland in allen U-Nationalmannschaften gespielt. Aktuell spielt er für die U21 seines Heimatlandes. Friedl wechselte 2008 als Zehnjähriger zum FC Bayern und durchlief dort alle Jugendmannschaften. Im vergangenen Sommer stand er mit der A-Jugend des Rekordmeisters im Finale um die Deutsche Meisterschaft und unterlag knapp Borussia Dortmund.

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Entdecker Pep – Debüt in der Champions League

Bereits Bayerns damaliger Trainer Pep Guardiola sah das große Talent des Österreichers und nahm ihn sogar mit ins Wintertrainingslager nach Katar. Seitdem war Friedl auf dem Radar der Profimannschaft. 2017 unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag bei den Bayern, der noch bis 2021 läuft. Kurioserweise debütierte Friedl zunächst in der Champions League bevor er zum ersten Mal in der Bundesliga auflief. Aufgrund einiger Verletzungen diverser Bayern-Spieler schenkte Trainer Jupp Heynckes ihm das Vertrauen, und der 1,87 Metergroße Friedl spielte am 22. November beim Bayern-Sieg in Anderlecht von Beginn an. Sein erstes Bundesliga-Spiel absolvierte er dann drei Tage später bei Münchens Niederlage in Mönchengladbach. Er wurde zur Pause für James Rodriguez eingewechselt.

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"Marco ist ein junger, talentierter Spieler. Wir trauen ihm kurzfristig die Bundesliga zu." Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen)

Friedl freut sich auf Junuzovic und Co.

"Ich hatte beim FC Bayern tolle zehn Jahre, dafür bin ich sehr dankbar. Nun freue ich mich auf eine neue Herausforderung in Bremen. Gerade in Österreich ist Werder durch Spieler wie Zlatko Junuzovic, Florian Kainz, Marco Arnautovic oder auch Andreas Herzog bekannt", sagt Marco Friedl auf der Bayern-Homepage. Auch Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamdzic hatte lobende Worte für den 19-Jährigen übrig. "Marco hat sich in den letzten Monaten bei uns hervorragend entwickelt. Wir hoffen, dass er nun bei Werder Bremen den nächsten Schritt machen und dort zum Stammspieler werden kann."

Technisch stark und mit guter Übersicht - Marco Friedl soll Werder weiter bringen
Technisch stark und mit guter Übersicht - Marco Friedl soll Werder weiter bringen © gettyimages / Sebastian Widmann/Bongarts

Jetzt also der Wechsel von der Isar an die Weser. "Marco ist ein junger, talentierter Spieler, wir trauen ihm kurzfristig die Bundesliga zu. Er wird sofort bei uns mittrainieren, im Kader stehen und eine Option für das Wochenende sein", sagte Trainer Florian Kohfeldt. Friedl soll bei den Bremern auf der Linksverteidiger-Position oder in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Seine Ziele in Bremen hat Friedl auch schon fest im Kopf: "Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln, noch besser spielen und vor allem möchte ich der Mannschaft helfen. Ich möchte, dass wir in der Rückrunde so viele Spiele wie möglich gewinnen und die Saison bestmöglich abschließen", sagte Friedl in seinem ersten Interview als Werder-Spieler.  "Ich weiß, dass die Mannschaft sehr viel Potenzial hat und nicht auf den Tabellenplatz gehört, auf dem sie aktuell steht. Ich bin davon überzeugt, dass wir noch einiges erreichen können in der Rückrunde." 

Alexander Barklage