Eintracht Frankfurt hat mit dem zweiten Heimsieg in Folge einen guten Saisonstart hingelegt. Gegen Leverkusen siegte man auch dank des Treffers von Marco Fabian, der von vielen schon als Fehleinkauf abgestempelt worden war.

Nach dem Spiel hatten und sein Dolmetscher Stéphane Gödde einen regelrechten Interviewmarathon zu absolvieren. Der Offensivmann hatte den 2:1-Endstand für seine Frankfurter erzielt (79.), nachdem Alex Meier vorgelegt hatte (53.). Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Javier Chicharito Hernandez (60.) hatte so mit nur noch statistischen Wert. Ein enorm wichtiger Sieg für die Hessen, die sich nur kurz daran erinnerten, dass sie eine Woche zuvor beim 0:1 in Darmstadt unnötigerweise Zähler liegenlassen hatten. "Sonst hätten wir jetzt zumindest sieben Punkte“, sagte Keeper Lukas Hradecky, der dennoch von einem "guten Saisonstart“ sprach. (Stimmen zum Spiel)

Kritik motivierte Fabian zusätzlich

Fast ein wenig schüchtern wirkte hingegen Fabiàn, als er da von Mikrofon zu Mikrofon geschoben wurde. Und doch waren dem muskulösen Mexikaner Stolz und Genugtuung anzumerken, als er sein Tor kommentierte. „Man muss immer 100 Prozent hart arbeiten, immer Gewehr bei Fuß stehen und sich direkt auf das nächste Spiel fokussieren“, sagte Fabiàn, der natürlich mitbekommen hatte, dass er in der vergangenen Saison (kein Treffer in elf Spielen) von manchen Beobachtern schon als Fehleinkauf abgeschrieben worden war. Doch das, so versicherte er, habe ihn nur zusätzlich motiviert. „Das Wichtigste ist Geduld. Ich habe nie aufgehört zu arbeiten. Wenn der Trainer mich braucht, stehe ich sofort bereit.“

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Mexikaner kurbelte das Spiel an

Tatsächlich überzeugte Marco Jhonfai Fabián de la Mora gegen Leverkusen nicht nur aufgrund seines Tores. Immer wieder trieb er den Ball schnell nach vorne, kurbelte das Spiel meist aus der Zentrale an, rochierte aber auch immer wieder auf die linke Außenbahn und erwies sich auch im Spiel gegen den Ball als so wertvoll wie das Trainer Niko Kovac von seinen Offensivspielern erwartet.

Hübner freut sich über Tor des Mexikaners

"Wir haben hier immer gesagt, dass er ein sehr guter Fußballer ist, der nur seine Eingewöhnungszeit braucht", sagte Sportdirektor Bruno Hübner. "Dass er sich mit einem Tor belohnt hat, freut mich besonders für ihn.“ Letztlich gewann die Eintracht, weil Meier und Fabiàn ihre Torchancen besser nutzten als die Rheinländer, deren Trainer Roger Schmidt dann auch leicht angesäuert die "größere Effizienz der Frankfurter" lobte.

Historisch: Zwei Mexikaner treffen in einem Spiel

Dabei dürfte er auch an den schillernden Angreifer in seinen eigenen Reihen gedacht haben. Schließlich trafen am Samstag um ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte gleich zwei Mexikaner in einem Spiel. Denn auch Chicharito trug sich in die Torschützenlisten ein – mit einem sehenswerten Tor, bei dem er Eintracht-Keeper Hradecky zuerst elegant aussteigen ließ und dann abgezockt einschob. Doch nicht nur aufgrund der Niederlage war die Laune bei Chicharito nicht ganz so gut wie bei Fabiàn, der im Interview mit bundesliga.de gesagt hatte, er sei mit dem Leverkusener Landsmann so gut befreundet, dass er "wie ein Bruder“ für ihn sei.

Video: Marco Fabian und Chicharito im Skype-Chat

Doch in einem Punkt schien Fabiàn seinen Bruder dann doch nicht so gut zu kennen, wie Hradecky verriet. „Sowohl unsere Videoanalysen als auch die Tipps von Marco haben ergeben, dass Chicharito in die rechte Ecke schießt.“ Doch das sollte sich als Fehleinschätzung erweisen, „das Erbschen“ schaute sich den Keeper aus, tat das allerdings so genau, dass er den Ball an den Pfosten nagelte – den im linken Eck des Tores.

Christoph Ruf