"Man kann durchaus sagen, dass man nichts zu verlieren hat, wenn man nach München fährt", sagt Marcel Risse - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Thomas Niedermueller
"Man kann durchaus sagen, dass man nichts zu verlieren hat, wenn man nach München fährt", sagt Marcel Risse - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Thomas Niedermueller
Bundesliga

"Wir sind uns unserer Qualität bewusst"

Köln - Platz sechs bei 14 Punkten nach neun Spielen: Der 1. FC Köln ist stark in die neue Saison gestartet. Jetzt aber müssen die Kölner zum FC Bayern München, dem besten Saisonstarter der Bundesliga-Historie (zur Vorschau). Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht der gebürtige Domstädter und Offensiv-Rechtsaußen des FC, Marcel Risse, über die bevorstehende Partie beim Rekordmeister, über Trainer Peter Stöger und über sein ganz besonderes Verhältnis zum "Geißbock"-Club.

"Wollen uns mehr Chancen erarbeiten"

bundesliga.de: Herr Risse, etwas mehr als ein Viertel der Saison ist gespielt, und der FC steht auf einem hervorragenden sechsten Platz (zur Tabelle). Für Sie und Ihre Kollegen folgerichtig oder doch etwas überraschend?

Marcel Risse: Nein. Überrascht sind wir nicht. Zwar konnte keiner ahnen, dass wir mit 14 Punkten nach neun Spieltagen starten würden. Wir wussten und wissen aber, dass wir in eine sehr gute Qualität und eine starke Truppe beisammen haben.

bundesliga.de: Im Vergleich zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison zeigt sich, dass der FC fast doppelt so viele Tore erzielt, aber auch bekommen hat. Das ist wohl der etwas offensiveren Spielweise geschuldet, die Ihnen als offensivem Spieler entgegenkommen müsste...

Risse: Letztlich ist entscheidend, dass man einen Treffer mehr erzielt als der Gegner (schmunzelt). Es war ganz sicher nicht unser Anspruch, mehr Tore zu kassieren als in der vergangenen Saison. Deshalb arbeiten wir sehr intensiv daran, wieder ähnlich kompakt aufzutreten wie in der vergangenen Saison. Gleichzeitig ist es aber unser Ziel, mehr Torchancen herauszuarbeiten. Ich glaube, dass uns das bisher sehr gut gelungen ist. Nicht zuletzt, weil wir sehr gute Offensiv-Qualität dazu bekommen haben.

- © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Alex Grimm

"Selbst der FC Bayern wird Punkte liegen lassen"

bundesliga.de: Wie groß bewerten Sie die Chance, dass das aktuell ausgeglichene Torverhältnis am Samstag in München nicht allzu weit ins Negative kippt?

Risse: Wir werden alles daran setzen, dass unser Torverhältnis überhaupt nicht ins Negative kippt! Unser Trainer hat sicher wieder ein paar taktische Ideen, die wir im Training noch einstudieren werden.

bundesliga.de: In der Tat hat Peter Stöger angekündigt "uns etwas zurecht zu basteln". Selbst wenn Sie bereits mehr wüssten, würden Sie es den Lesern aber wohl kaum verraten?

Risse: Sicher nicht, denn dann wäre es ja keine Überraschung mehr. Und es würde wohl richtig Ärger für mich geben (lacht).

bundesliga.de: Ist der FC Bayern, noch dazu in der heimischen Allianz Arena, ein undankbarer, weil kaum zu schlagender Gegner, oder doch eine dankbare Aufgabe, weil man dort kaum etwas zu verlieren hat?

Risse: Man kann durchaus sagen, dass man nichts zu verlieren hat, wenn man nach München fährt, noch dazu, wenn der FC Bayern in einer Form ist, die mit neun Siegen in Folge zu einem neuen Startrekord geführt hat. Aber wir wissen auch, dass irgendwann die Zeit und die Spiele kommen werden, in denen selbst die Münchner den einen oder anderen Punkt liegen lassen. Erwischt man selbst dann einen sehr guten Tag, ist es möglich, auch aus München etwas mitzunehmen.

"Stöger findet nahezu immer die richtigen Worte"

- © gettyimages / Volkmann

"Jeder sollte seinen Traum träumen dürfen"

bundesliga.de: Apropos "große Liebe": Die scheint auch der FC für Sie zu sein, immerhin haben Sie bis 2019 verlängert. Können Sie sich vorstellen, dass diese Liebe bis zum Karriereende hält?

Risse: Im heutigen Fußball-Geschäft sind solche Aussagen sehr schwierig. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab - nicht nur vom Spieler, sondern auch vom Club. Fakt ist, dass ich bisher zweieinhalb tolle Jahre beim FC hatte und sehr hoffe, dass es erst einmal bis 2019 so weitergeht.

- © gettyimages / Grombkowski