Stuttgart - Die letzten Wochen verletzt, in Stuttgart aber wieder voll auf der Höhe: Marc Stendera. Im Interview spricht der Frankfurter Ideengeber nach dem 4:1-Auswärtssieg von Eintracht Frankfurt über den VfB Stuttgart über die Hitze, über die Taktik seiner Eintracht und die Schwächen des Gegners.

bundesliga.de: "Marc Stendera, über 30 Grad auf dem Platz in Stuttgart – das war heute im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Partie …"

Marc Stendera: "In der Tat. Die Sonne hat ganz schön runter gebrannt. Das war vor allem in der ersten Halbzeit nicht so angenehm. Das war ganz schön hart. Aber wir haben über das ganze Spiel dennoch einhundert Prozent gegeben und deshalb am Ende auch verdient gewonnen."

"Hatten gute Gelegenheiten zum Kontern"

bundesliga.de: "Sie waren zuletzt verletzt und wurden in Stuttgart dann auch in der 79. Spielminute vom Platz genommen. War es dann auch Zeit für die Auswechslung?"

Stendera: "Ja, das war sehr anstrengend heute und ich konnte die letzten beiden Wochen ja auch kaum trainieren. Ein wenig laufen und nur wenige Trainingseinheiten helfen nicht wirklich, um dann auch im Ernstfall im Spiel zu funktionieren. Am Ende war ich ziemlich platt, weil ich auch alles gegeben hatte. Auf der Bank sitzen zudem genügend andere Spieler, die dann noch einmal alles reinwerfen, um das Spiel auch wirklich zu gewinnen."

bundesliga.de: "Es sah lange nicht so aus, als könnte die Eintracht tatsächlich siegen. Der VfB Stuttgart war zumindest in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft."

Stendera: "Wir haben relativ früh das 1:0 erzielt, und hatten gute Gelegenheiten zum Kontern. Dann aber haben wir den Faden verloren und der VfB hat den Druck erhöht und verdientermaßen den Ausgleich erzielt. Unser 2:1 kurz vor der Halbzeit war natürlich extrem wichtig und sicher ein Genickschlag für die Stuttgarter. In der Pause haben wir uns vorgenommen, das 3:1 zu erzielen. Das hat geklappt und deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen."

"Die Mannschaft hat mir sehr geholfen"

bundesliga.de: "Wie bewerten Sie Ihre eigene Leistung?"

Stendera: "Das war eine ordentliche Leistung. Die Mannschaft hat mir sehr geholfen und hat mich sehr gut in das Spiel eingebunden. Wenn die Mannschaft gut spielt, sieht auch jeder Einzelne besser aus."

bundesliga.de: "Was sagen Sie zur Leistung der Stuttgarter, die defensiv doch auch anfällig wirkten."

Stendera: "Der VfB spielt ein sehr aggressives Pressing, das sie auch über die 90 Minuten durchziehen wollen. Wir wussten aber auch, dass Lücken entstehen werden, die haben wir eiskalt ausgenutzt."

bundesliga.de: "Die Stuttgarter haben der Eintracht viele Freiräume gelassen …"

Stendera: "Richtig. Ich kann mich nur schwer daran erinnern, so viel Platz gehabt zu haben oder so oft in einer Eins-zu-Eins-Situation gewesen zu sein. Das ist mir und letztlich auch uns natürlich zu Gute gekommen."

Das Interview führte Jens Fischer