Hannover - Nach fünf sieglosen Spielen erlöste Youngster Marc Stendera die Frankfurter Eintracht mit seinen beiden Treffer beim 2:1-Sieg bei Hannover 96. Der U19-Europameister von 2014 drehte für die Hessen nach 0:1-Rückstand die Partie.

Frage: Herr Stendera, wie wichtig war der Sieg nach fünf Partien ohne dreifachen Punktgewinn?

Marc Stendera: Ganz wichtig. Ich glaube, wir haben heute super als Mannschaft zusammengespielt. Jeder hat sich für den Anderen den Arsch aufgerissen und um jeden Zentimeter gekämpft. Jeder Spieler ist jedem Ball hinterher gelaufen, dann sieht man auch, dass man durch Kampf solche Spiele entscheiden kann.

Frage: Haben Sie schon einmal zwei Tore in einem Spiel gemacht?

Stendera: Nein, in meiner langen Karriere noch nicht (lacht), (5 Tore in 44 BL-Spielen, Ann. d. Redaktion)

"Ich stand halt zweimal richtig"

Frage: Ihre beiden Treffer fielen exakt nach dem gleichen Strickmuster. Flanke Djakpa und Kopfballablage von Alex Meier und Stefan Aigner. Haben Sie solche Situationen im Training geübt?

Stendera: Nein. Das war eher Zufall. Ich habe mich mit nach vorne eingeschaltet, dass ist das was der Trainer von uns Sechsern auch gefordert hat. Wir sollen auch mal mitgehen und ich stand halt zweimal richtig und hatte dann die Schusschancen, die ich dann genutzt habe.

Frage: Sie haben ihre Gegenspieler bei den Toren jeweils schön hergespielt. Können Sie die beiden Szenen nochmal beschreiben?

Stendera: Ich habe zweimal den Ball bekommen, zweimal habe ich einen Hacken geschlagen, zweimal nicht nachgedacht und dann waren die Bälle drin. So einfach.

Frage: Kurz vor Schluss wurden Sie ausgewechselt. Haben Sie sich verletzt?

Stendera: Nein. Ich war einfach platt. Ich habe alles gegeben, wenn dann der Akku platt ist, sollte man aus rausgehen. Es sind genügend gute Jungs auf der Bank, die auch Gas geben und den Sieg mitnehmen wollten.

"Ganz normal, dass man verunsichert ist"

Frage: In der ersten Halbzeit hat die Eintracht extrem defensiv gespielt, dass war für die eigentlich offensivstarke Mannschaft doch sehr ungewöhnlich, oder?

Stendera: Wenn du lange Zeit nicht punktest und viele Tore kassierst und etwas Unruhe da ist, ist es ganz normal, dass man verunsichert ist. Daher wollten wir erst einmal sicher stehen. Dass es dann schwer ist nach vorne zu kontern, ist klar. Wir wussten aber, dass wir unsere Chancen bekommen, die müssen wir dann reinmachen und das haben wir gemacht.

Frage: Am Freitagabend gastiert dann der FC Bayern in der Commerzbank Arena. Freuen sich nach dem Sieg besonders auf das Heimspiel?

Stendera: Ich mache wir noch keine Gedanken über die Bayern. Wir haben erst einmal ein Pokalspiel am Dienstagabend in Aue, was schwer genug wird. Darauf sollten wir jetzt schauen. Über Bayern brauchen wir nicht reden, dass das ein schweres Spiel, weiß jeder. Da sollten wir mit Spaß heran gehen und uns nicht so viele Gedanken machen.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage in Hannover