Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hat bei der WM in Südafrika die Schiedsrichter in die Pflicht genommen und vehement mehr Schutz für seinen Superstar Lionel Messi gefordert. "Zu jeder Zeit, wenn Messi den Ball hat, gehen die Gegner auf ihn los und fallen über ihn her. Gebt diesen Typen die Gelbe oder Rote Kare, damit das aufhört", sagte Maradona nach dem 2:0 des zweimaligen Weltmeisters im letzten WM-Gruppenspiel gegen Otto Rehhagels Griechen.

Weltfußballer Messi selbst war von der Behandlung der Hellenen in Polokwane ebenfalls wenig angetan. "Sie haben dreckig gespielt", äußerte der Weltfußballer. Vor allem Messis Sonderbewacher Sokratis Papastathopoulos konnte sich teilweise nur mit Fouls helfen, die Schiedsrichter Rawschan Irmatow (Usbekistan) nicht immer geahndet hatte.

Argentinien sicherte sich durch den Sieg gegen Griechenland Platz eins in der Gruppe B. Die Gauchos treffen im Achtelfinale am Sonntag (20:30 Uhr) im Soccer-City-Stadion von Johannesburg auf Mexiko.++++

++++Kein Mitleid, stattdessen jede Menge Hohn und Spott: In Irland ist das Ausscheiden der französischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika mit Genugtuung aufgenommen worden. "Ich bin sehr froh, dass es dieses Ende genommen hat. Sie sind einfach auf dem falschen Weg dorthin gekommen", sagte Ex-Nationalspieler Liam Brady.

"Sie waren richtig, richtig schlecht", ergänzte der Assistenztrainer der Iren. Auch die irische Presse kommentierte das Vorrunden-Aus der "Bleus" mit Schadenfreude. "Lächerliche Franzosen erleiden Bruchlandung und verbrennen", titelte die "Irish Times". "Trauriger Domenech beklagt geplatzten Traum", lautete die Schlagzeile der Tageszeitung "The Examiner".

Die "Equipe Tricolore" hatte sich erst über den Umweg der Play-offs für die WM qualifiziert. Vor dem entscheidenden Treffer beim 1:1 im Rückspiel gegen Irland hatte Thierry Henry damals die Hand zur Hilfe genommen.++++

++++Der italienische Reformminister Umberto Bossi hat im Land des viermaligen Fußball-Weltmeisters für einen Eklat gesorgt. Der Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord hatte vor dem entscheidenden WM-Vorrundenspiel am Donnerstag in Johannesburg gegen die Slowakei erklärt: "Ich bin sicher, sie werden das Match gegen die Slowakei kaufen. Im nächsten Jahr werden einige slowakische Fußballer in unseren Vereinen spielen."

Die Worte Bossis, dessen norditalienische Föderalismus-Partei in den vergangenen Jahren auf die Abspaltung Oberitaliens vom Rest des Landes gedrängt hatte, lösten einen Sturm der Entrüstung aus.

"Bossi hat diesmal übertrieben, seine Worte sind beleidigend", hieß es vonseiten des Fußballverbandes.

Der zu Bossis Partei gehörende Minister Roberto Calderoli hatte vor Beginn der WM mit seinem Appell an den Verband für Aufregung gesorgt, weil er eine Kürzung der Gehälter der Stars der italienischen Nationalmannschaft gefordert hatte. Die Spieler der "Azzurri" forderte er auf, freiwillig auf die Prämien für die WM in Südafrika zu verzichten.

Angesichts der Sparmaßnahmen, die im Land zur Eindämmung der hohen Staatsverschuldung notwendig seien, sollte die "Squadra Azzurra" ein gutes Beispiel geben, hatte der Minister seinen Vorstoß begründet.++++

++++Ein Australier hat seine heimischen vier Wände für die Dauer der Fußball-WM mit einem riesigen Ball getauscht - und bekommt dafür auch noch Geld. "Meine Freunde waren ganz schön neidisch, als ich ausgewählt wurde", sagte der 23 Jahre alte Adam Santarossa, der im Hafen von Melbourne in einem WM-Ball mit sechs Metern Durchmesser wohnt. Die Ausstattung: Eine Playstation, ein Etagenbett und ein gut gefüllter Kühlschrank.

Für seinen Umzug erhält Santarossa umgerechnet 2.100 Euro von WM-Sponsor adidas. "Am Anfang war es etwas komisch, weil ständig Menschen durch die Fenster schauen. Aber inzwischen ist meine einzige Sorge, meinen Internet-Blog rechtzeitig fertig zu stellen", sagt der Fußball-Fan.++++

++++Ein Restaurant im US-Bundesstaat Arizona hat mit einem ungewöhnlichen WM-Gericht schlechten Geschmack bewiesen und einen Proteststurm ausgelöst: Das Il Vinaio in Mesa setzte einen Löwen-Burger auf die Speisekarte und erntete prompt eine Bombendrohung und 250 Protest-Emails von Tierschützern. "Wir dachten, dass passend zur WM in Afrika unsere abenteuerlustigen Kunden daran interessiert wären", sagte Restaurant-Besitzer Cameron Selogie.

Das Fleisch für die Burger stammt laut Selogie von einer Freiland-Farm in Illinois, die mit dem US-Landwirtschaftsministerium zusammenarbeitet. Der Burger soll 21 US-Dollar kosten und mit selbstgemachten Pommes Frites sowie geröstetem Mais serviert werden.++++