Rom - Für die Treffer in einer über weite Strecken sehr einseitigen Partie sorgten seine Teamkollegen. Dennoch bewies Torhüter Manuel Neuer bei der 7:1-Gala des FC Bayern in Rom wieder einmal eindrucksvoll, dass er zu den weltbesten seines Fachs zählt.

Kurz nach der frühen Führung verhinderte er mit einer Glanztat den Ausgleich. Wer weiß, wie die Partie sonst verlaufen wäre. Und im weiteren Spielverlauf, vor allem im zweiten Durchgang, ließ er die Angreifer der Roma mit einigen weiteren starken Paraden verzweifeln. Nach dem Spiel zeigte sich Neuer deshalb auch bestens aufgelegt und analysierte die Partie im Olympiastadion sowie den bisherigen Saisonverlauf beim Rekordmeister.

Frage: Herr Neuer, fühlten Sie sich während der Partie ein wenig an das WM-Halbfinale erinnert, als Deutschland Brasilien ebenfalls mit 7:1 entzauberte?

Neuer: Das waren beides tolle Spiele. Aber ich habe nicht an Brasilien, sondern einfach nur an den schönen Abend gedacht, den wir in Rom erleben durften.

"Wir dürfen uns nie zu sicher sein"

Frage: Nach 813 Pflichtspiel-Minuten ohne Gegentreffer mussten Sie wieder hinter sich greifen. Ist das ein Wermutstropfen?

Neuer: Das gehört in so einem überlegen geführten Spiel leider dazu. Das war mit der Nationalmannschaft gegen Brasilien auch der Fall. Dass sich die Römer vor ihren Fans auch noch einmal wehren wollen, war auch klar. Aber an so einem Tag sollte man glaube ich nichts kritisieren.

Frage: Wer oder was kann die Bayern schlagen?

Neuer: Wir dürfen uns nie zu sicher sein. Auch wenn wir jetzt ein sehr großes Selbstbewusstsein haben. Aber wenn wir so früh treffen und dann so konsequent nachlegen, dann wir es für jedes Team sehr schwierig gegen uns.

Frage: Geht es denn so erfolgreich weiter?

Neuer: Für die nächsten Partien müssen wir uns alles wieder hart erarbeiten. Wir dürfen aber stolz und zufrieden sein, auf das, was wir momentan leisten.

Frage: Sind Sie überrascht, dass es schon so früh in der Saison so gut läuft?

Neuer: Wir hatten zu Beginn sicherlich eine schwierige Phase, weil wir auch personelle Probleme hatten. Aber jetzt kehren nach und nach die verletzten Spieler zurück. Darüber sind wir froh, weil wir jetzt wieder rotieren können.

Frage: Am Sonntag steht das Bundesliga-Topspiel beim Verfolger Borussia Mönchengladbach an. Wäre ein Sieg bei derzeit vier Punkten Vorsprung ein großer Schritt in Richtung Meisterschaft?

Neuer: Es ist erst der 9. Spieltag. Da kann noch viel passieren. Gladbach hat eine sehr gute Mannschaft, spielt international auch auf hohem Niveau. Trainer Lucien Favre ist dazu taktisch sehr gewieft. Von daher sollten wir auf der Hut sein.

Aus Rom berichtet Michael Reis

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