Hannover - Zum 300. Mal stand Manuel Neuer in der Bundesliga zwischen den Pfosten (für Schalke 04 und den FC Bayern München). 23 Torhüter haben dies vor ihm geschafft, doch keiner mit so beeindruckenden Werten.

Es läuft die achte Minute des Spiels Hannover 96 gegen den FC Bayern München in der HDI Arena. Gerade noch mit den Fingerspitzen lenkt Manuel Neuer einen Kopfball von Leon Andreasen aus kurzer Distanz an die Latte und verhindert damit einen frühen Rückstand der Gäste.

Es soll an diesem Nachmittag die einzige Gelegenheit für den Nationaltorwart bleiben, sein Können unter Beweis zu stellen. Zwanzig Minuten nach der Glanzparade trifft Thomas Müller vom Elfmeterpunkt zum 1:0-Endstand für den Rekordmeister. Wenig beschäftigt, aber immer voll da, wenn er gebraucht wird, das zeichnet Neuer aus - auch in seinem Jubiläumsspiel in Hannover.

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Historische 0,79 Gegentreffer pro Spiel

In Hannover stand für den Weltmeister zum 143. Mal die Null. Von allen Torhütern, die über 100 Mal in der Bundesliga zwischen den Pfosten standen, ist der zweimalige Fußballer des Jahres der einzige, der im Schnitt weniger als einmal pro Spiel den Ball aus dem Netz holen musste - exakt 0,79 Treffer pro Spiel hat Neuer zugelassen. Also nur alle 113 Minuten dürfen sich Bayern-Gegner über eine Treffer freuen.

Schon auf Schalke glänzte der zweimalige Welttorhüter mit einem Ausnahmewert von unter 1,0. 154 Gegentreffer in 156 Spielen bedeuten 0,99 Gegentore pro Spiel. Mit den weltklasse Vorderleuten konnte Neuer beim FC Bayern diesen Wert noch einmal erheblich verbessern. Bei nur 84 Gegentoren in 144 Partien braucht es also fast zwei Spiele, um Neuer zu überwinden, exakt 0,58 Treffer lassen die Bayern pro Spiel zu - ganze acht in der Vorrunde der aktuellen Saison.

Neuer vor drei Ex-Bayern

"Es macht einfach Spaß, hinter so einer Abwehr zu spielen", lobt Neuer seine Vorderleute. Von der Extraklasse der Vorderleute profitierten auch die nach Neuer besten Keeper der Liga-Geschichte. Mit 1,04 Gegentreffern pro Spiel belegt Oliver Kahn Rang zwei in der Liste der Torhüter mit den wenigsten Gegentoren pro Spiel, gefolgt von Raimond Aumann und Jean-Marie Pfaff (beide 1,06), die ebenfalls das Bayern-Gehäuse hüteten.

Auf Platz fünf folgt mit Marc-Andre ter Stegen der erste Nicht-Bayern-Keeper. Der Keeper des FC Barcelona wurde in seinen 108 Spielen für Borussia Mönchengladbach 117 Mal überwunden.

PlatzNameSpieleGegentoreGegentore/SpielZu-Null-Quote
1.Manuel Neuer3002380,7947,7 Prozent
2.Oliver Kahn5575821,0436,6 Prozent
3.Raimond Aumann2162291,0637,5 Prozent
4.Jean-Marie Pfaff1561661,0636,5 Prozent
5.Marc-André ter Stegen1081171,0833,2 Prozent

Diese Zahlen lassen keine Zweifel: Manuel Neuer, der auch in der Champions League (0,92 Gegentreffer pro Spiel) und im DFB-Pokal (0,55) durchschnittlich weniger als einen Treffer pro Spiel kassiert, ist der beste Torwart der Bundesliga-Geschichte.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs