Der FC Schalke 04 ist ein Verein, bei dem echte Typen einfach dazugehören wie die alten Zechen zu Gelsenkirchen. Der Club lebt davon, die leidenschaftlichen Fans ebenso. Und dann gibt es da noch Manuel Neuer. Der Torhüter ist nicht nur ein Typ, laut seinem Trainer Felix Magath ist er auch das Gesicht des FC Schalke.

Und wieso auch nicht. Unweit vom Vereinsgelände geboren, drehte sich Neuers Leben auf Schalke um Schalke, kaum dass er den Windeln entschlüpft war. Mit zwei Jahren hat er den ersten Fußball von seinen Eltern geschenkt bekommen. Bereits als Vierjähriger stand er erstmals im Tor im Nachwuchsbereich der "Knappen". Ihm liegt königsblau einfach im Blut.

Lehmann als Vorbild

Am 30. Oktober 1992 war Neuer erstmals im Parkstadion bei einem Spiel der Schalker und erlebte einen wahren Krimi. Erst in der 84. Minute gelang Mike Büskens gegen Bayer Uerdingen der 1:1-Ausgleichstreffer.

Doch damals hatte Neuer keine Augen für den Mann, der viele Jahre später zwei Mal auf Interimsbasis sein Cheftrainer sein sollte. Der kleine Manuel war ein großer Fan vom noch größeren Jens - Jens Lehmann nämlich.

Ein moderner Keeper

Und um den zu sehen, nahm er einiges in Kauf. "Ich war lange vor dem Anpfiff dort, weil ich Jens Lehmann beim Aufwärmen zuschauen wollte", erinnerte sich Neuer an seine Jugendzeit, die er am Samstagnachmittag meist in der Nordkurve des Parkstadions verbracht hat.

Lehmann war schon immer das Vorbild Neuers. Nach Lehmanns Spiel hat auch Neuer sein Spiel orientiert. Mit seinen weiten und präzisen Abwürfen macht Neuer das Spiel der Schalker schnell. "Ich mache das Spiel sehr schnell und habe auch mit dem Ball am Fuß keine Probleme", so seine Selbsteinschätzung.

Durchbruch 2006

Neuer strahlt eine unglaubliche Ruhe zwischen den Pfosten aus, kann aber auch mal wie sein Idol ordentlich Dampf ablassen. Da sollte man sich von dem jungenhaften Gesichtsausdruck des Keepers der "Königsblauen" nicht täuschen lassen.

Neuer hat einfach alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich ein Trainer von einem Torhüter - einem modern spielenden Torhüter - wünscht. Seine ersten Bewährungschancen erhielt der "ewige Schalker" in der Hinrunde der Saison 2006/07 unter Ex-Trainer Mirko Slomka.

Auf Neuer ist Verlass

Neuer überzeugte so sehr, dass er noch vor der Winterpause zur festen Nummer eins im Schalker Tor ernannt wurde. Doch nicht nur auf Vereinsebene ist er eine echte Verstärkung. Auch in der Nationalmannschaft hat er erste Erfahrungen sammeln dürfen.

Die WM 2010 in Südafrika ist durchaus ein realistisches Ziel für Neuer. Dass er auch mit dem Adler auf der Brust ein guter Rückhalt sein kann, hat er nicht zuletzt bei der U-21-Europameisterschaft bewiesen. Dort adelte ihn Coach Horst Hrubesch: "Bei Manu hast du nie das Gefühl, dass etwas passieren kann."

Ein beruhigender Gedanke.

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