Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Nelson Mandela wird die Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft in Südafrika besuchen. Wie sein Enkel der Nachrichtenagentur "AFP" bestätigte, wird der bereits 91 Jahre alte Friedensnobelpreisträger allerdings nur für eine Viertelstunde im Stadion Soccer City in Johannesburg anwesend sein.

Der ehemalige Staatspräsident von Südafrika tritt seit 2004 kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Nach der Eröffnungsfeier bestreiten Südafrika und Mexiko das Eröffnungsspiel. ++++

++++ Englands Stürmerstar Wayne Rooney sorgt drei Tage vor Beginn der WM für Negativ-Schlagzeilen: Der Angreifer von Manchester United soll beim 3:0-Erfolg der Three Lions am Montag gegen den südafrikanischen Fußball-Erstligisten Platinum Stars Schiedsrichter Jeff Selogilwe auf das Übelste beschimpft haben.

"Rooney hat mich auf dem Platz beleidigt. Bei der WM wäre er mit Sicherheit vom Platz geflogen. Er muss lernen, sein Temperament in den Griff zu kriegen", sagte der südafrikanische Referee.

Wegen der Verbal-Attacke hatte Rooney kurz nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit von Selogilwe Gelb gesehen. Offenbar sah Rooney nur deshalb nicht die Rote Karte, weil Schiedsrichter Selogilwe den 24-Jährigen so gerne spielen sieht: "Er ist mein Lieblingsspieler. Aber auf dem Platz foult er die Gegner und beleidigt immerzu die Schiedsrichter."

Da es sich um ein inoffizielles Testspiel und nicht um ein Länderspiel handelte, hätte ein Platzverweis wohl keine Konsequenzen für den Starstürmer gehabt. Bei der WM 2006 in Deutschland war Rooney in Gelsenkirchen bei der Viertelfinal-Pleite gegen Portugal wegen eines groben Fouls an Chelsea-Profi Ricardo Carvalho vom Platz geflogen. ++++

++++ Kein Anschluss unter dieser Nummer: Die deutschen Nationalspieler mussten bei der Ankunft in Südafrika erst einmal auf Anrufe mit den Handys bei den Kollegen verzichten. Im noblen Mannschaftsquartier Velmore Grande nahe Pretoria gab es zunächst keinen Empfang für Inlands-Gespräche. Fieberhaft arbeiteten Techniker am Montag und Dienstag an einer Behebung des Problems.

"Wir haben extra für Südafrika neue Handys bekommen. Ich konnte zwar mit meiner Freundin in Berlin telefonieren, aber untereinander ging gar nicht", erzählte Abwehrspieler Arne Friedrich.

Trotz der Handy-Problematik machte Friedrich einen Tag nach der Ankunft deutlich, "dass der erste Eindruck sehr positiv ist. Daran ändere auch die Tatsache nichts, "dasss bei einigen die Duschen kalt waren". Das Hotel sei dennoch "hervorragend. Das Essen ist super, wir haben super Bedingungen. Ich glaube nicht, dass da Lagerkoller aufkommen wird", führte der Berliner weiter aus. Die DFB-Auswahl sei in Südafrika zudem herzlich begrüßt worden, "jetzt liegt es an uns, diese Herzlichkeit zurückzugeben". ++++

++++ Bundesliga-Profi Eric-Maxim Choupo-Moting darf bei der WM auf einen Stammplatz neben Superstar Samuel Eto'o in der Nationalmannschaft von Kamerun hoffen. "Ich habe großes Vertrauen ins Zusammenspiel zwischen Eric und Samuel. Beide sind intelligente Spieler, die sich auf dem Platz sofort verstehen. Das sehe ich in jedem Training", sagte Nationaltrainer Paul Le Guen über die Angreifer vom 1. FC Nürnberg und von Champions-League-Sieger Inter Mailand. ++++

++++ Der frühere südafrikanische Nationalspieler Quinton Fortune hat Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira für die Nicht-Berücksichtigung von Stürmerstar Benni McCarthy und seiner Person im WM-Kader scharf kritisiert. "Mir ist das Herz gebrochen, ich war echt schockiert. Wie konnten die nur meinen 'Bruder' nicht in den Kader berufen? Ich würde einen einbeinigen Benni mitnehmen", sagte der 33-Jährige der südafrikanischen Tageszeitung The Star.

Fortune, nach einem Intermezzo beim englischen Zweitligisten Doncaster Rovers derzeit vereinslos, findet McCarthys Ausbootung "ungerecht. Ich will keinem Spieler im Aufgebot Unrecht tun, aber keiner von denen hat das, was Benni hat. Er hat das Talent und die Erfahrung, die wir brauchen, um bei der WM gut abzuschneiden. Auch außer Form ist er noch der beste Spieler, den wir haben."

Und die Nummer 2, da ist sich der ehemalige Profi von Atletico Madrid und Manchester United sicher, ist Fortune selbst. "Ich habe versucht, Kontakt mit dem Trainer aufzunehmen, aber das war nicht möglich. Da findet die größte Party bei mir zu Hause statt - und ich bin nicht dabei. Das kann ich nicht verstehen", sagte er. Der Defensivspezialist hat seit 2005 keine Länderspiele mehr für die "Bafana Bafana bestritten". ++++

++++ Vor dem WM-Auftaktspiel gegen Deutschland am Sonntag hat die australische Nationalmannschaft am Dienstag ihren Trainingsplatz gewechselt. Trainer Pim Verbeek war mit dem Rasen in Ruimsig im Westen Johannesburgs unzufrieden, dass er sich dazu entschloss, die Einheiten wieder im Roodeport Athletics Stadium anzusetzen. Dort hatten die Socceroos bereits zuvor einige Tage lang trainiert.

Verbeek beschrieb den alten Platz als "Acker", auf dem Rasenstücke lose herumfliegen. "Sie haben versucht, den Platz in einen vernünftigen Zustand zu versetzen, aber das ist misslungen", sagte der Niederländer. ++++

++++ Felix Magath wird während der WM nicht mehr Zeit vor dem TV verbringen als unbedingt nötig. "Ich bin keiner, der jedes Spiel am Fernseher verfolgen wird", sagte der Manager und Trainer des FC Schalke 04 in einem Interview mit dem Magazin Playboy. Selbstverständlich werde er die Spiele der deutschen Nationalmannschaft anschauen, die anderen Duell interessieren ihn aber nur am Rande.

"Eine Weltmeisterschaft ist nicht das, was mich als Trainer reizt. Ich möchte mit Spielern arbeiten, sie entwickeln. Ich möchte den Fußball leben", sagte der Coach, der Bayern München zweimal in Folge zum Double führte und den VfL Wolfsburg zur ersten Meisterschaft führte. Aus diesem Grund sei er auch nicht am Amt des Bundestrainers interessiert. "Diese paar Ereignisse im Jahr, das wäre mir zu wenig", meinte er. ++++

++++ Dichte Rauchschwaden im Township Daveyton haben am Montagabend das erste Training der neuseeländischen Nationalmannschaft im Norden von Johannesburg behindert. Trainer Ricki Herbert unterbrach die Einheit sofort und setzte die Übungen erst nach Konsultation der medizinischen Abteilung fort.

Ihr normales Programm konnten die "All Whites" nicht absolvieren, die Spieler atmeten teilweise durch ihre Trainingsshirts. Zahlreiche Township-Bewohner hatten anscheinend im Freien auf offenem Feuer gekocht. Bei der WM-Endrunde in Südafrika trifft Neuseeland auf Weltmeister Italien, Paraguay und die Slowakei. ++++

++++ Der Weg zum Titel bei der WM in Südafrika führt über die Auslandserfahrung der Nationalspieler. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität St. Gallen, die die Zusammensetzung aller Teams und deren Abschneiden bei der WM 2006 in Deutschland analysiert hat.

Demnach wirkt es sich positiv auf die Resultate eines Nationalteams aus, wenn möglichst viele Spieler in der Mannschaft lange Zeit bei ausländischen Vereinen gespielt haben. Allerdings sollten die Kicker nicht aus zu vielen verschiedenen Ligen kommen, da dies die sportliche Integration erschwert. ++++

++++ Bundesinnenminister Thomas de Maiziere traut der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Erreichen des WM-Halbfinals zu. "Die Nationalmannschaft kann es bis zum Halbfinale gut schaffen. Dann trifft sie nach meiner Rechnung auf Brasilien. Und dann ist alles offen. Ich fürchte, Brasilien wird Weltmeister. Und dann gewinnen wir das Spiel um Platz 3", sagte der CDU-Politiker in der N24-Sendung "Was erlauben Strunz". De Maiziere will im Falle eines Achtelfinal-Einzugs der deutschen Mannschaft nach Südafrika reisen. ++++

++++ Der mexikanische Staatspräsident Felipe Calderon wird Freitag Gast beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Südafrika und Mexiko im Soccer-City-Stadion von Johannesburg sein. In der 94.700 Zuschauer fassenden Arena trifft Calderon seinen südafrikanischen Amtskollegen Jacob Zuma. Sein Kommen hat auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon angekündigt. Calderon war in seiner Jugend ein begeisterter Amateurspieler und verfolgt häufig die Spiele von El Tri im Stadion im Nationaltrikot. ++++


Weitere Themen:

Die WM-Splitter vom 7. Juni