München - Eigentlich steht die SpVgg Greuther Fürth schon seit Monaten als Absteiger aus der Bundesliga fest - eigentlich. Zuletzt machte der Tabellenletzte aber mit guten Leistungen auf sich aufmerksam und trotzte Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV jeweils ein Unentschieden ab. Einer der Gründe für den Aufwärtstrend: Keeper Wolfgang Hesl.

Bei bundesliga.de hütete Hesl zuletzt dreimal das Tor der von den Usern gewählten "Elf des Spieltags". Am kommenden Wochenende haben der formstarke Österreicher und die Franken nun sogar die Chance, wieder richtig in den Kampf um den Klassenerhalt einzusteigen. Am Samstag treffen die Franken im direkten Duell auf den Tabellenvorletzten 1899 Hoffenheim. Mit einem Sieg könnte man an den Kraichgauern vorbeiziehen und den Rückstand auf den Relegationsplatz bestenfalls auf vier Punkte verkleinern.

Stammkeeper Heslspricht im Interview mit bundesliga.de über das bevorstehende Schlüsselspiel im Kampf um den Klassenerhalt, fehlende Heimsiege und Moral.

bundesliga.de: Herr Hesl, am kommenden Samstag spielen Sie mit der SpVgg zuhause gegen den Vorletzten 1899 Hoffenheim. Welche Bedeutung messen Sie diesem Duell bei?

Wolfgang Hesl: Jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß um die Bedeutung dieser Partie. Wir wollen den ersten Heimsieg holen und werden dafür alles investieren, was wir können!

bundesliga.de: Mit einem Sieg würde Fürth an der TSG vorbeiziehen und den 17. Platz erobern. Inwiefern wäre das fürs Selbstvertrauen der Mannschaft im Abstiegskampf wichtig?

Hesl: Mit zwei Unentschieden in Folge haben wir eine Mini-Serie gestartet. Wir brauchen jetzt aber auch einen Sieg. Dieser kann dann auch für die anstehenden Aufgaben wichtig sein, immerhin, dass haben Sie ja auch schon angedeutet, steigt damit auch das Selbstvertrauen.

bundesliga.de: Die Partie gegen Hoffenheim findet in Fürth statt - ihre Mannschaft wartet allerdings immer noch auf den ersten Heimsieg. Würden Sie die Partie lieber auswärts in Sinsheim bestreiten?

Hesl: Nein, auf gar keinen Fall. Unsere Fans warten schon viel zu lange auf den ersten Heim-Dreier. Am Samstag ist es Zeit, dass wir uns für die großartige Unterstützung bedanken und dies mit einem Erfolg zurückzahlen. Außerdem können wir unsere Fans gerade bei diesem Spiel sehr gut gebrauchen. Die Unterstützung kann den Unterschied ausmachen.

bundesliga.de: Woran liegt es, dass es zuhause in dieser Saison noch nicht zu einem Sieg gereicht hat?

Hesl: Das ist eine schwere Frage. Wir waren schon oft nah dran, mindestens ebenbürtig und haben uns dann nicht dafür belohnt. Aber wir schauen jetzt lieber nach vorne und nicht zurück.

bundesliga.de: Sie persönlich haben in den vergangenen Wochen teilweise mit starken Spielen und tollen Paraden überzeugt.

Hesl: Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meiner Leistung helfen konnte. Letztlich bin ich ja dafür da, hinten den Kasten möglichst sauber zu halten.

bundesliga.de: Derzeit beläuft sich der Rückstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte. Wie sehr sind Sie und die Mannschaft noch von der Rettung überzeugt?

Hesl: Wer nicht davon überzeugt ist, kann gleich zuhause bleiben. Wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Wir wollen das schaffen, was uns draußen keiner mehr zutraut.

bundesliga.de: Wie sehr schmerzt es dann zu sehen, wenn der FC Augsburg als direkter Konkurrent in der Rückrunde aufdreht und, wie am vergangenen Spieltag, in Bremen gewinnt?

Hesl: Das hat uns nicht zu interessieren. Wir müssen unsere Aufgaben erfolgreich bestreiten und dann sehen wir, was am Ende dabei herumkommt.

bundesliga.de: In den vergangenen beiden Partien hat die Mannschaft gegen Leverkusen und in Hamburg eine gute Figur gemacht und gegen die beiden Top-Clubs jeweils einen Punkt geholt. Inwiefern sind diese Erfolge wichtig für die Moral?

Hesl: Ich glaube, man sieht einen klaren Aufwärtstrend bei uns. Diesen wollen wir diese Woche fortsetzen und gegen Hoffenheim drei Punkte holen. Durch die beiden Punktgewinne konnten wir natürlich Mut und Selbstvertrauen gewinnen, wir haben ja gegen zwei wirklich gute Bundesliga-Teams gespielt.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig