Nach dem Schlusspfiff ließen die Spieler des VfL Bochum die Köpfe hängen, die Fans pfiffen, wollten es nicht wahrhaben. Drei Spiele in Folge haben die Bochumer verloren, dabei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstiegskampf liegen gelassen.

Die Niederlage gegen Hannover 96 war besonders bitter: Der 2:0-Erfolg war der erste Auswärtssieg der Saison für die Niedersachsen.

Verdiente Niederlage

Dabei hatten sich die Bochumer gegen Hannover 96 so viel vorgenommen. Stattdessen gingen die Gäste schon in der ersten Halbzeit durch Treffer von Arnold Bruggink und Hanno Balitsch in Führung. Zu viele individuelle Fehler, Abspielschwächen und das harmlose Auftreten vor dem Hannoveraner Tor besiegelten die verdiente Niederlage.

Erst in der zweiten Halbzeit kam der VfL Bochum besser ins Spiel, scheiterte aber immer wieder am glänzend aufgelegten Torwart der Hannoveraner, Robert Enke. "Wir waren leider viel zu hektisch, so dass wir keine Ruhe in unseren Aktionen bekommen konnten", analysierte der enttäuschte VfL-Trainer Marcel Koller nach dem Spiel.

Im Kampf um den Klassenerhalt wird es nun eng. "Ich habe der Mannschaft gerade gesagt, dass wir - nur wir - da raus kommen können, und bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir am Ende die Klasse halten werden", motiviert der Schweizer sein Team.

Vier Endspiele für den VfL Bochum

Vier Endspiele stehen an den letzten Spieltagen auf dem Plan. Dabei waren die "Blau-Weißen" blendend in die Rückrunde gestartet. 17 Punkte aus elf Spielen stimmten Mannschaft und Fans zuversichtlich, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern.

Nach der enttäuschenden Hinrunde mit nur einem Sieg (2:0 gegen Arminia Bielefeld) und mageren elf Punkten schien das Team seinen Weg gefunden zu haben. Zu Beginn der Rückrunde wurden bei drei Heimsiegen in Folge - gegen die Mitabstiegskonkurrenten Karlsruhe und Cottbus sowie den Reviernachbarn Schalke 04 - wichtige Punkte geholt. Doch seit einigen Wochen herrscht im VfL-Lazarett Hochbetrieb. Verletzungen bei Leistungsträgern wie dem österreichischen Nationalspieler Christian Fuchs schmerzen ungemein. Auch für Oliver Schröder und Shinji Ono ist die Saison bereits gelaufen.

Fünf Mal ist der VfL Bochum schon aus der Bundesliga abgestiegen. "Wir wissen mit dem Druck umzugehen, denn wir stehen ja nicht zum ersten Mal da unten drin", betont VfL-Spieler Philipp Bönig. Nicht aufgeben heißt die Devise.

Auswärtsspiele in Berlin und Hamburg

Nach der Niederlage gegen Hannover geht es für den VfL Bochum nun auf "Auswärtstour" zu schweren Spielen gegen Hertha BSC und den Hamburger SV. "Wir müssen halt auswärts punkten. Ich bin optimistisch, dass wir nicht absteigen, weil die Mannschaft den Charakter hat, den sie nach der Pause gezeigt hat", stellt Bönig klar.

Die Statistik spricht gegen den Ruhrgebietsverein. In den jüngsten drei Spielzeiten konnten die Bochumer keinen einzigen Sieg gegen den Hauptstadtverein feiern. Der letzte "Dreier" in Hamburg liegt fast auf den Tag genau zwei Jahre zurück. Damals sicherte der VfL mit einem 3:0-Erfolg den Klassenerhalt. Eine Wiederholung würden sich Mannschaft und Fans wünschen.

An den letzten beiden Spieltagen heißen die Gegner Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln. Die Heimbilanz gegen die Frankfurter ist positiv. In Bochum hoffen alle, dass der Klassenerhalt bis dahin unter Dach und Fach ist und nicht erst am letzten Spieltag entschieden werden muss. In 27 Begegnungen in Köln konnten die Bochumer nämlich nur ein einziges Mal gewinnen.

Vera Schmidt