Zusammenfassung

  • Makoto Hasebe zieht bei Frankfurt aus der Defensive die Fäden.

  • Der Japaner wurde jüngst als "Asiens internationaler Fußballer des Jahres" ausgezeichnet.

  • Die Reise zur Preisverleihung sagte er ab - um sich auf die Europa League vorzubereiten.

Frankfurt - Die Reise in den Oman passte nicht in den Terminkalender von Makoto Hasebe. Als die asiatische Konföderation AFC bei der Gala in Maskat die Preise für ihre besten Fußballer verlieh, stand für den Japaner in Diensten von Eintracht Frankfurt schließlich die Vorbereitung auf das Spiel in der Europa League gegen Olympique Marseille auf dem Programm. Und so konnte der 34-Jährige die Auszeichnung zu "Asiens internationalem Fußballer des Jahres" nicht persönlich entgegennehmen.

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So ähnlich ergeht es Hasebe derzeit auch in seiner deutschen Wahlheimat. Den Dank für den Höhenflug der Eintracht in der Bundesliga nimmt in erster Linie das "magische Dreieck" um die Offensivstars Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller entgegen. Dass Hasebe auch einen gehörigen Anteil am dritten Tabellenplatz des DFB-Pokalsiegers hat, registriert nur eine Minderheit.

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Dabei erzielten die Frankfurter nicht nur die drittmeisten Tore der Bundesliga (29), die Hessen kassierten gleichzeitig die drittwenigsten Gegentreffer (14) - und das liegt vor allem an Hasebe. Seit Wochen glänzt der Routinier, der 2009 mit Wolfsburg Deutscher Meister wurde, in seiner Rolle als eine Art moderner Libero in der Dreierkette.

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Makoto Hasebe gibt bei der SGE die Anweisungen © gettyimages / Adam Pretty / Bongarts

"Er weiß einfach, was er tut"

Hasebe ist fast immer da, wenn es brennt. Mit seinem herausragenden Stellungsspiel und seiner Übersicht unterbindet der dreimalige WM-Teilnehmer Angriffe der Gegner oft schon im Ansatz. Dabei muss Hasebe oft gar nicht in den Zweikampf gehen, er antizipiert die Situation und läuft die Bälle ab. Szenenapplaus nach einer Defensivaktion Hasebes gehört in der Frankfurter Arena mittlerweile zum Alltag. "Er weiß einfach, was er tut", lobte Torhüter Kevin Trapp zuletzt seinen Vordermann, der ihm viel Arbeit abnimmt.

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Dabei sah es zu Saisonbeginn gar nicht danach aus, dass Hasebe im Konzept des neuen Trainers Adi Hütter eine tragende Rolle übernehmen würde. Als Folge der WM war der Ex-Kapitän der japanischen Nationalmannschaft, der direkt nach dem Achtelfinalaus gegen Belgien (2:3) seinen Rücktritt aus der Landesauswahl erklärt hatte, körperlich und geistig ausgelaugt. "Ich hatte keine große Lust auf Fußball", sagte er beim Blick zurück.

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Zentrale Hasebe

Erst am vierten Spieltag kam Hasebe zu seinem ersten Einsatz. Die stetig ansteigende Form des 114-maligen Nationalspielers führte dazu, dass Hütter zu seiner taktischen Formation fand. Die Wechselspiele zwischen Vierer- und Dreierkette gehören weitgehend der Vergangenheit an - mit Hasebe in der Zentrale setzt Hütter auf drei Verteidiger.

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Ein Grund für die neue Stärke Hasebes ist das Ende seiner Nationalmannschafts-Karriere. War der Mann aus Fujieda über ein Jahrzehnt in jeder Länderspielpause um den halben Erdball gereist, kann er nun öfter regenerieren. "Es tut gut, mal die Beine hochlegen zu können", betonte Hasebe: "Und es ist schön, mit der Familie spazieren zu gehen."

SID