Hannover - Beim 1:1 in Hannover gab Nicolas Castillo sein Bundesliga-Debüt für den 1. FSV Mainz 05. Der Stürmer aus Chile zeigte gleich, dass er eine Verstärkung sein kann.

"Ich muss mich an die Spielweise in der Bundesliga erst gewöhnen", gab sich Nicolas Castillo bei seiner Präsentation in Mainz bescheiden. "Das ist für mich kein Problem. Wenn ich direkt eingesetzt werde, sehr gerne. Wenn ich warten muss, muss ich eben warten."

Erstmal in der Bundesliga akklimatisieren

Und diese Bescheidenheit ist typisch für den 21-Jährigen. Das bekam in Hannnover auch eine eigens angereiste, chilenische Radioreporterin zu spüren, die eine Reportage über den Stürmer machen wollte. Denn im Gegensatz zu seinen Landsmännern Gonzalo Reyes Jara und Miiko Albornoz verspürte der neue 05-Angreifer nach seinem ersten Auftritt in der Bundesliga keine Veranlassung, sich den Fragen für die Fans in der Heimat zu stellen. Er wolle lieber mit Leistung auf sich aufmerksam machen, sagte er der enttäuschten Reporterin, - und sich in Deutschland akklimatisieren. Und das möglichst schnell, denn Castillo hat ein großes Ziel vor Augen. Am 11. Juni beginnt in seiner Heimat die Copa América - die Südamerika-Meisterschaft.

Bisher trug Castillo einmal das Trikot der chilenischen Nationalmannschaft: Am 23. März wurde er in der 69. Minute beim 0:1 in der WM-Qualifikation in Peru eingewechselt. Beim von allen Experten gelobten Auftritt der "La Roja" (Roten) während der WM in Brasilien kam Castillo indes nicht zum Einsatz.

Mainz sichert sich Kauf-Option

In der Winterpause war Castillo auf Leihbasis bis zum Saisonende vom belgischen FC Brügge in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt gekommen. Dort kam er in der laufenden Saison bei 26 Pflichtspieleinsätzen in der Jupiler Pro League, in der Europa League und im nationalen Pokalwettbewerb auf elf Treffer. Die Mainzer sicherten sich zudem die Kauf-Option für den schnellen Stürmer.

In Hannover gab Castillo nun sein Bundesliga-Debut. In der 63. Minute brachte ihn Trainer Kasper Hjulmand für Sami Allagui. In  27 Spielminuten gab Castillo einen Schuss auf das Gehäuse von H96-Keeper Ron-Robert Zieler ab und legte 3,7 Kilometer zurück. "Die Mannschaft ist sehr geordnet und übt Druck auf den Gegner aus", gab er nach dem Hannover-Spiel seinen Eindruck von seinem neuen Club zu Protokoll.

Gas geben für Bundesliga und Copa

Seine Stärke zeigt die Sprint-Statistik. 14 Sprints zog der Chilene an - jede zweite Minute einen. Und Gas geben will der Angreifer auch in den kommenden Monaten. Denn allzu lange möchte er nicht auf Einsätze warten. Castillo weiß, nur wenn er in Mainz Spielzeiten bekommt, kann er seine Zukunft in der Bundesliga sichern und Nationaltrainer Jorge Sampaoli auf sich aufmerksam machen, um seinen Traum von der Copa America zu verwirklichen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs