München - Der 1. FSV Mainz 05 erlebt derzeit einen Höhenflug: Platz 5 in der Tabelle, seit fünf Spielen ungeschlagen und am Samstag kommt der designierte Meister in die Coface Arena. "Spiele gegen die Bayern sind doch Feiertage", sagte FSV-Sportdirektor Christian Heidel. Man habe es schließlich ein paar Mal geschafft, sie zu besiegen. "Das ist ganz angenehm", meinte er.

Auf die Bayern kommt also einiges zu: Mainz strotzt vor Selbstbewusstsein. Von den letzten elf Spielen verloren die Nullfünfer nur ein einziges. Insgesamt holten sie in dieser Zeit 22 Punkte und liegen in dieser Zwischenwertung nur hinter dem kommenden Gegner FC Bayern und Schalke 04.

Die Rheinhessen bestreiten damit die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Mit 41 Zählern liegt der FSV nur zwei Punkte hinter dem Bestwert aus der Saison 2010/11. Damals scheiterte das Team erst in der Europa-League-Qualifikation - jetzt ist sogar die direkte Quali noch drin. In Hoffenheim zeigte das Team erneut, warum.

Stark in gegnerischen Stadien und nach Rückständen

In dieser Saison fühlt sich Mainz in der Fremde besonders wohl: Das 4:2 in Sinsheim war bereits der sechste Auswärtssieg. Damit beendeten die Rheinhessen ihren Auswärtsfluch der vergangenen beiden Spielzeiten - in diesen gelangen addiert nur fünf Siege.

Auch nach Rückständen ist die Tuchel-Elf stark. Bei 1899 drehten sie ein 0:2 in ein 4:2. Insgesamt kassierte der FSV elf Mal in dieser Saison das 0:1, aber verlor nur fünf dieser Spiele. Drei Begegnungen bogen die Mainzer, die ihre denkwürdigste Aufholjagd im August 2010 mit einem 4:3 nach 0:3 in Wolfsburg feierten, noch in einen Sieg um. Bei den anderen drei Partien holten sie zumindest noch einen Zähler. Kurios: Im Hinspiel bei den Bayern ging Mainz in Führung - und verlor noch mit 1:4. 

Tuchel - der Wechselexperte

Zu den besten Trümpfen von Thomas Tuchel zählen zweifellos seine Joker. Zehn Mal wechselte der Coach bereits einen Torschützen ein. Am vergangenen Samstag traf Benedikt Saller. Außerdem bereiteten Yunus Malli und Nicolai Müller je ein Tor vor. Nur die Bayern sind in dieser Statistik erfolgreicher. 

Der beste Joker für die Mainzer ist Maxim Choupo-Moting. Er netzte bereits fünf Mal nach seiner Einwechslung ein. Zuletzt spielte der Stürmer von Beginn an und traf erstmals in drei Bundesliga-Spielen in Folge. Geht seine Serie und der famose Lauf der Mainzer weiter, müssen die Bayern die Meisterschaft vielleicht doch noch verschieben.

Michael Sapper