München - Die Null steht bei Mainz. An den ersten beiden Rückrundenspieltagen hielt FSV-Torhüter Christian Wetklo seinen Kasten sauber. In der gesamten Hinrunde kassierte Mainz überhaupt erst sechs Gegentore zuhause, genauso wenige wie Spitzenreiter FC Bayern München in der heimischen Allianz Arena. Nun steht am Samstag das Mainzer Bollwerk im direkten Duell gegen die Bayern auf dem Prüfstand.

Thomas Tuchel weiß, wie man die Bayern bezwingt - als Bundesligatrainer hat der Mainzer Coach mit drei Siegen, einem Remis und drei Niederlagen eine ausgeglichene Bilanz gegen den Rekordmeister. Zuhause ist die Bilanz mit zwei Siegen und einer Niederlage sogar positiv.

"Riesenaufgabe" für die Mainzer



"Das wird eine Riesenaufgabe", sagt Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz, der beim bislang letzten Mainzer Sieg gegen die Bayern unter den Torschützen war. Am 14. Spieltag der vergangenen Saison - Ivanschitz erzielte damals die 1:0-Führung. Wollen die 05er auch am Samstag gegen den Tabellenführer etwas mitnehmen, wäre ein Führungstreffer wichtig. Denn nach einer 1:0-Führung hat Mainz gegen die Bayern nie verloren - drei Siege und ein Remis sprangen dabei für Rheinhessen heraus.

"Für uns ist es gegen die Bayern wichtig, mit den kleinen Dingen zufrieden sein", sagte Tuchel im Vorfeld. Eines dieser Ziele wird sein, die Null möglichst lange zu halten und dabei keine Fehler zu machen. Denn in den beiden bisherigen Rückrunden-Partien gegen Fürth und in Stuttgart () bestrafte der FC Bayern individuelle Aussetzer in der gegnerischen Abwehr sofort mit einem Gegentreffer.

Kirchhoff will es seinen künftigen Kollegen zeigen



Wie es besser geht, zeigte Mainz im April 2012. Damals trotzten die 05er den Bayern in der Allianz Arena ein 0:0 ab - das war zugleich das bislang letzte Bundesliga-Spiel, in dem der Rekordmeister ohne eigenen Treffer blieb. Einer, der mithelfen könnte, hinten dicht zu machen, ist Defensivmann Jan Kirchhoff, der im Sommer zu den Bayern wechseln wird und nun vor dem Duell mit seinen zukünftigen Kollegen steht. "Er wird am Samstag alles geben, die Bayern zu ärgern", ist sich Tuchel sicher. Auch in der Offensive wollen seine Mainzer Nadelstiche setzen.

In Fürth präsentierte sich Mainz zuletzt besonders effizient: Mit nur elf Torschüssen gelangen drei Tore, zwei davon nach Kontern. Allerdings fehlt am Samstag Top-Torjäger Adam Szalai, der wegen einer Schwalbe in Fürth seine fünfte Gelbe Karte sah. "Es ärgert mich sehr", sagt Szalai: "Ich hatte die ganze Zeit im Kopf, keine blöde Aktion zu machen."

Neuzugang Zimling steht bereit



Doch auch ohne den Ungar sind die Mainzer in der Lage, die Bayern zu schlagen. Schließlich fehlte Szalai bei jenem 3:2-Sieg in der vergangenen Spielzeit ebenfalls. Ein anderer steht nach dem Abgang von Eugen Polanski wohl vor seinem Debüt im Mainzer Trikot: Niki Zimling ist allerdings eher im defensiven Mittelfeld zuhause. "Tore erwarte ich mir grundsätzlich nicht. Ich erwarte mir Ballsicherheit und Spielverständnis", sagt Tuchel über den dänischen Neuzugang, der vor der Abwehr vielseitig einsetzbar ist.

Egal mit welchem Personal, das Mainzer Ziel ist klar: Die Coface Arena soll für die Bayern zu einer uneinnehmbaren Festung werden. Schließlich scheiterten die Münchner in der Vorsaison schon einmal beim ersten Versuch, die neue Heimspielstätte der Mainzer zu stürmen.

Maximilian Lotz