Mainz - Eine gute halbe Stunde reicht dem 1. FSV Mainz 05  gegen den FC Augsburg, um in dieser Saison ungeschlagen zu bleiben und einen neuen Vereinsrekord aufzustellen. Acht Spiele in Serie haben die Rheinhessen nun in der Bundesliga nicht verloren. Trotzdem sind Spieler und Verantwortliche unzufrieden, und die Verletzung von Jonas Hofmann trübt die Stimmung zusätzlich.

Der überragende Spieler auf Mainzer Seite beim 2:1-Erfolg gegen Augsburg blieb nach gut einer Stunde Spielzeit im Rasen hängen und zog sich ohne Einwirkung des Gegners einen Außenbandanriss zu. "Für uns war das mit Jonas ein unglaublicher Schock", sagte Abwehrspieler Niko Bungert zu der Szene in der Hofmann vom Platz getragen werden musste, "er war gut drauf und wird uns fehlen. Mit den Gedanken sind wir bei ihm". Als Entschuldigung für die schwache zweite Halbzeit sollte die Verletzung aber nicht dienen. "Es tut mir leid für Jonas, aber bis zum Spielende muss man das ausblenden. Dafür sind wir Profis", so der Mainzer Torhüter Loris Karius.

Hjulmand: "Nur mit der Punktzahl zufrieden"

Neben der Verletzung des zuletzt so stark aufspielenden Offensivakteurs machte den Verantwortlichen und Spielern der 05er vor allem der Einbruch nach der Führung zu schaffen. "Die letzte Stunde des Spiels waren wir viel zu passiv. Das müssen und können wir besser machen", ärgerte sich Mainz-Coach Kasper Hjulmand.

Richtig gut machten es die Mainzer nur in der ersten halben Stunde des Spiels. Da nutzten die Meister der Effizienz ihre ersten beiden Chancen auch gleich für zwei Tore und eine scheinbar klare 2:0-Führung. "In so einer Situation sollten wir mehr Vertrauen zu uns haben und sicherer werden. Ich weiß nicht, ob es eine Kopfsache ist oder an den schweren Beinen gelegen hat, dass wir unseren Faden verloren haben", sagte Hjulmand. Immerhin, mit der erreichten Punktzahl konnte sich der kritische Trainer anfreunden: "Ich muss lernen auch mal damit zufrieden zu sein."

Erstes Gegentor zu Hause

Den Fans war das egal, sie freuten sich lautstark über den  erkämpften Sieg. Trotz der schwächeren Leistung ihres Teams in der zweiten Halbzeit feierten sie die Spieler nach den gewonnen drei Punkten. Die Mannschaft ist nun acht Spiele in Serie ungeschlagen und hat damit einen Vereinsrekord aufgestellt.

Da machte es auch nicht viel aus, dass die Mainzer das erste Gegentor in der heimischen Arena der Saison schlucken mussten. "Der Gegentreffer ärgert mich persönlich, aber es war klar, dass wir irgendwann auch zu Hause ein Tor kassieren würden", sagte Loris Karius dazu.

Das erste Gegentor zu Hause ist gefallen, aber die Rekordserie soll möglichst im nächsten Spiel beim VfL Wolfsburg weiter ausgebaut werden. Dabei wollen die Mainzer aber nicht noch effizienter werden, wie Trainer Hjulmand erklärt: "Mir ist es lieber, wenn wir dann 90 gute Minuten zeigen und nicht nur 30."

Aus Mainz berichtet Alexander Dionisius