Hinter den 05ern liegt eine aufregende, aber auch erfolgreiche Halbserie 2009/10 - zumindest fast. Denn am Freitag hat der 1. FSV Mainz 05 noch einen richtig dicken Brocken vor der Brust, bevor es in die kurze Weihnachtspause geht.

Schalke 04 hat sich unter Meistermacher Felix Magath zu einer Mannschaft gemausert, die nach einigen Startschwierigkeiten jetzt oben angekommen ist - und mit einem Sieg gegen die Mainzer die Chance auf den Herbstmeistertitel hat (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Tuchel erwartet ein besonderes Spiel

Am vergangenen Wochenende hat Schalke die in dieser Saison bislang gut aufgelegten Bremer mit einem 2:0 bezwungen. Die junge Truppe von Felix Magath zeigte klaren, effizienten Fußball und ging damit verdient als Sieger der Spitzenpartie aus Bremen vom Platz. Eine schwere Aufgabe liegt vor der Elf von Thomas Tuchel, doch die 05er freuen sich sehr auf den Hinrundenabschluss auf Schalke.

"Das Spiel ist definitiv ein besonderes. Wir erwarten ein euphorisches Schalker Publikum, das sein Team zur Tabellenspitze pushen will. Sie wollen auf Platz 1 stehen, und es ist ihnen egal wer da kommt. Es wird schön sein, sich unter diesen Gegebenheiten mit dieser qualitativ sehr hochwertigen Mannschaft messen zu dürfen", erklärte Tuchel.

Alle Schalker Erfolge in Ehren, aber auch die 05er können auf eine Hinrunde zurückblicken, die den Rheinhessen zu Beginn der Saison so sicherlich keiner zugetraut hatte. Nichtsdestotrotz - die Tuchel-Elf ist Außenseiter am Freitag und diese Rolle will sie auch annehmen.

"Ein Ausrufezeichen am Ende der Hinrunde setzen"

"Der Fokus wird darauf liegen, wach zu bleiben, kühl zu bleiben und der Spielverderber zu werden. Wir werden uns dem Anspruch stellen, als Außenseiter alles mitzunehmen, was geht. Wir werden uns nicht ablenken lassen von Saisonrückblicken oder Schulterklopfern für unsere Heimserie. Wir wollen noch mal ein Ausrufezeichen am Ende der Hinrunde setzen. Unsere Tugenden Laufbereitschaft und Aggressivität sollen der Nährboden für gute Leistungen sein", fordert der Mainzer Coach.

Eine neue Schalker Tugend in dieser Saison ist die Jugendlichkeit. Die jüngste Elf der Bundesliga lässt Magath auflaufen, Durchschnittsalter 22,27 Jahre. Dass der renommierte Coach damit gut gefahren ist, ergibt sich auch aus der hohen Motivation und der hohen Laufbereitschaft - und nicht zuletzt aus den eingefahrenen Ergebnissen. In den letzten zehn Bundesligaspielen musste man nur eine Niederlage einstecken, und zwar vor wenigen Wochen gegen Borussia Mönchengladbach.

Parallelen zwischen Mainz und Schalke

Die Krönung der ablaufenden Halbserie war jetzt der Sieg gegen die spielstarken Bremer, die seit 23 Pflichtspielen ungeschlagen waren. Magath sparte sich eine kleine Kritik trotzdem nicht.

Gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" sagte der Trainer: "In der ersten Halbzeit waren wir noch zu verhalten und zu harmlos, aber in der zweiten Halbzeit haben wir dann schon vieles richtig gemacht." Ein Phänomen, das die Schalker Spielweise derzeit gut beschreibt. Ein Haufen junger, teils noch namenloser Wilder, die einfach gut und gerne Fußball spielen, ohne dabei Perfektion an den Tag zu legen. Ein Rezept, das der Mainzer Philosophie ähnlich ist.

Bei den Rheinhessen mangelt es derzeit allerdings an Torgefahr. Trainer Tuchel sieht dies allerdings mit einer gewissen Lockerheit. "Fakt ist auch, dass wir uns genug Chancen herausgespielt haben. Natürlich gucken wir, woran das liegt, dass wir kaum Tore aus dem Spiel heraus gemacht haben. Manchmal liegt es auch einfach nur daran, dass gut verteidigt wurde."

Amri wieder eine Option - Hoogland fraglich

Für zusätzlichen Wind könnte auch wieder Chadli Amri sorgen, der nach seiner Schulterverletzung ein überraschend frühes Comeback in den Übungseinheiten erlebt. "Er trainiert weitgehend schmerzfrei, ist eine Option für Freitag", so Tuchel.

Ob Kapitän Tim Hoogland, der derzeit an einem grippalen Infekt leidet, am Freitag auflaufen kann, ist noch fraglich.