Köln - So schnell können sich die Pläne für den Samstagnachmittag ändern. Eigentlich sollte Karim Onisiwo für den 1. FSV Mainz 05 gegen den FC Ingolstadt spielen. Doch dann kam ein Anruf aus dem Kreißsaal...

"Eine Stunde und 15 Minuten vor dem Spiel stand Karim Onisiwo noch für die rechte Außenbahn in der Startelf", sagte der Mainzer Trainer Martin Schmidt nachher. Doch letztlich lief Onisiwo nicht für die Mainzer auf. Schmidt verrät den Grund: "Er wurde plötzlich aus dem Kreißsaal angerufen. Er hatte gedacht, es würde erst am Abend oder am nächsten Morgen so weit sein. Er kam zu mir und sagte: ‚Hey Coach, ich würde so gerne spielen, aber bei meiner Frau geht es los. Was soll ich tun.‘ Und da habe ich gesagt: ‚Hey Junge, hau ab, das erlebst du vielleicht nur ein Mal im Leben, da musst du dabei sein und auch deiner Frau zur Seite stehen. Ab ins Krankenhaus, wir biegen das Ding für dich.'"

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Und genau so kam es. Ohne Onisiwo fuhren die Mainzer einen souveränen 2:0-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt ein und hielten dadurch den Anschluss an die Plätze, die zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigen. Für Onisiwo war es also ein gelungener Tag. Vor allem, da die Geburt ohne Komplikationen verlief und er seinen Sohn in den Armen halten konnte.

"Der Junge heißt Leroy Onisiwo. Jetzt haben wir Nachschub für unseren Nachwuchs bekommen", freute sich Schmidt, für den es eine neue Erfahrung war, so nah an einer Geburt eines Spielerkindes zu sein. "Das ist mir heute zum ersten Mal passiert. Man sieht zwar immer wieder Jubel, die sich auf Kinder beziehen, aber dass es so nah am Spiel ist, habe ich noch nicht erlebt."

De Blasis ist der nächste

Und die nächste Geburt in Mainz steht schon bevor. Schmidt erklärt: "Pablo De Blasis ist der Nächste, bei ihm soll es auch in den nächsten zwei oder drei Tagen losgehen. Und das, wo wir unter der Woche auswärts in Anderlecht spielen. Ich hoffe, dass das vom Timing her passt und dass er damals daran gedacht hat, wann es soweit sein soll."