Mainz - "Die Tür zur Europa League steht sehr weit auf, aber wir sind noch nicht durchgegangen", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der sich freute, dass seine Mannschaft "am Ende einer Saison so eine hochklassige Leistung" auf den Platz gebracht hatte.

Es war eine beeindruckende Darbietung der 05er, die als Fünfter der Tabelle nach diesem Sieg zwei Spieltage vor Saisonende fünf Zähler vor dem 1. FC Nürnberg stehen, im Derby gegen Eintracht Frankfurt.

Freude über "Mainzer Wochenende"

"Wir brauchen noch einen Punkt und den werden wir auch holen", ist sich der Mainzer Manager Christian Heidel sicher. Heidel war nach dem Erfolg auf den Zaun vor der Fankurve gestiegen, erst zum zweiten Mal in seiner über 20 Jahre langen Amtszeit bei den Rheinhessen.

"Das war ein Mainzer Wochenende", freute sich Heidel auch deshalb, weil der ehemalige Nullfünf-Trainer Jürgen Klopp parallel die Deutsche Meisterschaft mit Borussia Dortmund feiern durfte. Dass der BVB dabei ausgerechnet Konkurrent Nürnberg besiegt hatte, kam den Mainzern zupass.

Über die Leistung seiner Mainzer sagte Heidel: "Die Mannschaft hat ein mörderisches Pressing gezeigt." Und Tuchel ergänzte: "Die erste Halbzeit war eine der besten, die wir bisher gezeigt haben. Da hat die Mannschaft vieles von dem gezeigt, was unser Spiel ausmacht."

Tuchel kritisiert nicht groß herum

Mit einer tollen Laufbereitschaft setzte der FSV die Eintracht immer wieder unter Druck und zwang den Gegner zu Fehlpässen. Bei eigenem Ballbesitz herrschte eine große Spielfreude, die zwangsläufig zu Toren führte. So endete in der 26. Minute eine tolle Kombination über Andre Schürrle und Lewis Holtby im 1:0 durch Andreas Ivanschitz. Und die Gedankenschnelligkeit von Elkin Soto ließen den Kolumbianer mit der Mainzer Kapitänsbinde noch vor der Pause zum zweifachen Torschützen werden (38. und 44.).

Zusätzlich geschwächt nach dem Platzverweis von Sebastian Rode (43.) ging es für die dezimierten Frankfurter in der zweiten Halbzeit nur noch um Schadensbegrenzung. In den zweiten 45 Minuten ließen die Mainzer dann die Konsequenz im Spiel und in der Chancenverwertung vermissen, die sie in Hälfte eins gezeigt hatten. Doch daran wollte der zufriedene Trainer nicht groß herumkritisieren. "Ich bin stolz auf die Jungs", sagte Tuchel.

Sieg zum Bruchweg-Abschied

"Wir waren alle so heiß darauf, den ersten Sieg im achten Bundesliga-Derby gegen Frankfurt zu erzwingen", sagte Ivanschitz nach dem Spiel. Und der Österreicher, der wieder einmal die wichtige Führung für sein Team erzielt hatte, fügte hinzu: "So eine Dominanz haben wir in einem Heimspiel schon lange nicht mehr gezeigt. Das tut uns gut für die restlichen zwei Spiele."

Am kommenden Wochenende müssen die Mainzer nach Schalke reisen, bevor am letzten Spieltag der FC St. Pauli an den Bruchweg kommt. Das wird dann auch das letzte Spiel in der jahrzehntelangen Heimspielstätte sein. Zur neuen Saison zieht Mainz 05 in eine größere Arena um.

Natürlich wollen sie den Bruchweg mit einem Sieg verlassen, den letzten Schritt in die Europa-League-Qualifikation wollen die Mainzer aber laut Ivanschitz "gleich mit einem Sieg auf Schalke" gehen.

Tobias Schächter