Zusammenfassung

  • Robin Quaison gibt sich nach Doppelpack in Berlin total unaufgeregt

  • Der Schwede hatte Tore angekündigt und ist zum besten Zeitpunkt in Topform

  • Mit einem weiteren Sieg kann Mainz am Freitagabend Wolfsburg überholen

Mainz - Wenn nach fast einem Jahr endlich wieder ein Auswärtssieg gelingt, ist die Erleichterung beim Sieger groß: Das war nach dem 2:0-Sieg bei Hertha BSC Berlin am vergangenen Wochenende natürlich so beim 1. FSV Mainz 05. Und wer bei so einem fast historischen Ereignis beide Tore erzielt, hat noch mehr Grund zur Freude: Doch Robin Quaison, der in Berlin zwei Mal getroffen hatte, bewertete seine Leistung hinterher total unaufgeregt mit: "Es war ganz okay."

Der 24 Jahre alte Schwede lebte auch nach seinem ersten Bundesliga-Doppelpack eine Bescheidenheit vor, die ihn auszeichnet, seit er im Januar 2017 in Mainz einen Vertrag unterschrieb. Der Sohn eines Ghanaers und einer Schwedin ist in Stockholm aufgewachsen und kam nach Stationen beim AIK Solna in seiner Heimat und US Palermo in Italiens Seria A zu den Nullfünfern.

In Berlin agierte der Offensivspieler als zweite Spitze neben Mittelstürmer Emil Berggreen. Aber auch auf den Außenbahnen ist er wegen seiner Schnelligkeit eine Option für FSV-Trainer Sandro Schwarz. Die Mainzer setzten mit dem Erfolg in Berlin nach zuvor vier Niederlagen hintereinander ein Lebenszeichen im Abstiegskampf zum richtigen Zeitpunkt. "Das war es ein enorm wichtiger Sieg für den Verein, die Spieler, das Trainerteam und die Menschen in der Stadt", gab Quaison zu, der in den letzten Wochen zwar einige Chancen vergeben hatte, aber immer besser in Fahrt kommt und endlich zeigt, warum er in der Vergangenheit bereits fünf Einsätze (1 Tor) in der schwedischen Nationalmannschaft feiern durfte. In Mainz konzentriert sich Quaison voll auf den Abstiegskampf, seine Freizeit verbringt er am liebsten zuhause beim Schauen von TV-Serien oder beim Spielen der Playstation.

Video: Quaison-Doppelpack in Berlin

Mainz kann Wolfsburg überholen

Die Punkte aus Berlin wollen die Mainzer (23 Punkte), die immer noch auf Relegationsplatz 16 platziert sind, mit einem Heimsieg am Freitagabend gegen den nur einen Zähler besser gestellten VfL Wolfsburg veredeln.

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Dass es dabei in Wolfsburg Anfang der Woche durch den Rücktritt des ehemaligen Mainzers Martin Schmidt zu einem Trainerwechsel kam, sehen die Rheinhessen nicht als Vorteil an - am Freitag wird Bruno Labbadia den VfL als Trainer neu auf- und einstellen. FSV-Trainer Schwarz ahnt: "Das macht die Vorbereitung etwas schwieriger, komplexer, aber das ist ja immer so, wenn ein neuer Trainer kommt." Schwarz will sich im Vorlauf nun einige Partien von Mannschaften Labbadias in der Vergangenheit anschauen. Andererseits aber sagt Schwarz auch: Es ändere sich ja nichts an der VfL-Mannschaft, die Spieler seien schließlich die Gleichen.

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Quaison lässt Taten folgen

Die Partie des 24. Spieltages hat für beide Kontrahenten einen sehr hohen Stellenwert: Die Wolfsburger wollen die Wende schaffen und den Abstand auf die Abstiegsränge vergrößern, die Mainzer durch den zweiten Sieg in Serie Selbstvertrauen gewinnen und den VfL in der Tabelle überflügeln und den Relegationsplatz hinter sich lassen.

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Vor Beginn der Rückrunde hatte Robin Quaison erklärt, er wolle in der zweiten Saisonhälfte Tore schießen, welche für seine Teamkollegen vorbereiten und mit der Mannschaft in der Tabelle nach oben klettern. Der abseits des Rasens ruhige Schwede, der auf dem Platz mit seinen rasanten Finten die Abwehrreihen der Gegner in Alarmstimmung versetzen kann, kommt zum richtigen Zeitpunkt in Topform. Gegen Wolfsburg will er mit seinen Kollegen den sich andeutenden Aufwärtstrend aus Berlin bestätigen. Gelingt das, würde er hinterher wahrscheinlich dann wieder nur sagen: "Es war ganz okay."

Tobias Schächter