Es ist wohl nur ein Zufall, dass Maik Franz auf der Homepage von Eintracht Frankfurt auf die Frage nach seinem Lieblingsfilm den Hollywood-Blockbuster "Die Wutprobe" genannt hat. In der Komödie spielt Adam Sandler einen zurückhaltenden jungen Mann, der aus dem Nichts zum Grobian abgestempelt und zu einer Deaggressionstherapie verdonnert wird.

Dennoch wird es in der Bundesliga einige Spieler geben, die darüber anders denken mögen. Sie alle haben wohl das eine oder andere Mal einen blauen Fleck im Zweikampf mit Franz davongetragen. Denn der Abwehrrecke gilt als einer der härtesten Spieler der Bundesliga.

Keine Stammplatzgarantie beim VfL

Dabei galt Franz wie der von Sandler gespielte Dave Buznik in "Die Wutprobe" lange Zeit als unscheinbar. In der DDR aufgewachsen kam Franz schon in der Jugend zum 1. FC Magdeburg. Dort schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft, ehe er 2001 zum VfL Wolfsburg wechselte.

Bei den "Wölfen" kam er in seiner Debütsaison auf 23 Einsätze in der Bundesliga. Doch in den kommenden vier Jahren sollten es nie mehr werden. So entschied sich Franz im Sommer 2006 für einen Wechsel zum Karlsruher SC. Dass es dabei in die 2. Bundesliga ging, störte Franz nicht.

Aufstieg mit dem KSC

Von Beginn an stand er in der Anfangsformation der Badener Innenverteidigung und hatte einen großen Anteil am Aufstieg des KSC in die Bundesliga. Dass Franz in jener Saison nicht alle 34 Partien bestritt, hatte sicherlich mit den 14 Gelben Karten zu tun, die er in 31 Einsätzen kassierte.

Die Bundesliga war gewarnt und machte schnell Bekanntschaft mit dem nun gar nicht mehr so unbekannten Defensivspezialisten. Vor allem die gegnerischen Stürmer verfluchten Franz auch in aller Öffentlichkeit mehr als einmal.

Bei den Fans fand die kompromisslose Spielweise des Verteidigers aber regen Zuspruch. Sie tauften Franz "Iron Maik". Am Ende der Saison 2007/08 konnten sich alle - der KSC, die Anhänger und Franz selbst - über den Klassenerhalt freuen.

Neuanfang am Main

Wie wichtig er für den KSC war, zeigte sich in der folgenden Spielzeit. Ein Knochenödem in der rechten Ferse setzte Franz ab dem 11. Spieltag außer Gefecht. Und nach einer Operation kehrte er erst am 18. April sein Comeback. Zu dem Zeitpunkt steckte der KSC schon tief im Abstiegskampf und selbst der Kapitän konnte die Badener nicht mehr vorm Fall in die Zweitklassigkeit bewahren.

Franz hatte sich aber mittlerweile einen Namen in der Bundesliga gemacht – und so fand er schnell einen neuen Arbeitgeber im Oberhaus. Bei Eintracht Frankfurt weiß man, was man an ihm hat. "Maik Franz ist ein gestandener Verteidiger, der kopfball- und zweikampfstark ist. Er ist sicherlich eine gute und sinnvolle Verstärkung in unserer Innenverteidigung und kann auch seine Mitspieler mitreißen", freute sich Michael Skibbe über die Neuverpflichtung. Und Franz Mitspieler sind sicher froh, dass er nicht sie zur "Wutprobe" bittet…

Zurück zum Spielerprofil von Maik Franz