Wolfsburg - Am Donnerstagmorgen hatte der VfL Wolfsburg zur Spieltags-Pressekonferenz am Freitag, 18. März, um 13 Uhr in Vorbereitung auf die Partie der "Wölfe" beim VfB Stuttgart eingeladen. Ort und Zeitpunkt blieben, doch die Veranstaltung nahm eine ganz andere Dimension an.

Die "Wölfe" präsentierten Felix Magath als neuen Cheftrainer und Geschäftsführer Sport. Damit kehrt der 57-Jährige, der erst am Mittwoch bei seinem letzten Verein FC Schalke 04 entlassen wurde, an seine alte, erfolgreiche Wirkungsstätte zurück.

"Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen"

Magath, mit hellgrüner Krawatte gekleidet, nahm neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Francisco Javier Garcia Sanz Platz. Das Interesse war riesengroß: 100 Medienvertreter und knapp 20 Kamerateams hatten den Weg nach Wolfsburg gefunden.

"Ich hoffe, dass uns diese Überraschung gelungen ist. Manchmal ist es wie im Leben - besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das Abrutschen auf Tabellenplatz 17, verbunden mit fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen, ist eine prekäre Lage. Der VfL Wolfsburg droht abzurutschen. Das wollen wir verhindern und haben uns deswegen entschieden, Felix Magath zurück zu holen - um den Klassenerhalt zu schaffen", äußerte sich Dr. Garcia Sanz. Magath unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2013, der auch für die 2. Bundesliga gilt.

"Solche Geschichten kann man nur im Fußball schreiben"

Der Vertrag mit Dieter Hoeneß wurde einvernehmlich aufgelöst. "Wir haben mehrere konstruktive und offene Gespräche geführt, um die Situation zu analysieren. Dabei hatten wir unterschiedliche Meinungen - auch über die zu treffenden Maßnahmen, so dass wir uns für eine einvernehmliche Trennung entschieden haben. Wir danken Dieter Hoeneß für seine geleistete Arbeit. Er hat hier strukturell vieles auf den Weg gebracht, das wir nun weiterführen werden. Von seiner Arbeit wird der VfL, aber auch Felix Magath in Zukunft zehren", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende weiter, der sich allerdings vor drei, vier Wochen auch nicht hätte vorstellen können, Felix Magath wieder zurückzuholen.

"Da hätte ich nur mit dem Kopf geschüttelt und sie für verrückt erklärt. Aber dann haben sich die Ereignisse - beim FC Schalke 04 und auch beim VfL Wolfsburg - überschlagen. Am Dienstagabend haben wir Kontakt zu Felix Magath aufgenommen und dann ging alles ganz schnell. Solche Geschichten kann man nur im Fußball schreiben."

"Alles dem Klassenerhalt unterordnen"

Von 2007 bis 2009 war Felix Magath bei den "Grün-Weißen" tätig und seine Rückkehr zu den "Wölfen" ist eine echte Herzensangelegenheit.

"Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich hätte zum jetzigen Zeitpunkt keinen anderen Verein als den VfL übernommen. Ich bin froh, wieder hier zu sein und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit. Wir haben ein gemeinsames Ziel, und das ist der Klassenerhalt, dem müssen wir alles unterordnen", so Magath, der eine Vertragslaufzeit über die Saison hinaus besitzt und zuversichtlich ist, dass die "Wölfe" in der Bundesliga bleiben. "Die Lage ist brisant, deswegen will ich sofort beginnen."

Somit konzentriert sich der neue Cheftrainer vorerst ausschließlich auf die sportliche Situation, auch wenn ihm nicht viel Zeit zur Verfügung steht. Ihm zur Seite stehen seine langjährigen Vertrauten Bernd Hollerbach (Co-Trainer) und Werner Leuthard (Konditionstrainer), die den VfL ebenfalls bestens kennen. Nicht mehr zum Team gehört Eyjölfur Sverrisson. Magath: "Weitere personelle Entscheidungen werden momentan nicht getroffen."


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Bildergalerie: Magaths Weg durch die Liga